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Solipsismus

Solipsismus ist weder Fatum noch Ziel. Solipsismus lässt sich mit einer neuen Form des Kommunitarismus verbinden.

Wir sind schuldig unschuldig, und so führt es der soziologische Begriff der “strukturellen Sünde” aus, der im übrigen genderneutral ist. Aber wir sind auch immer noch gottebenbildliche Menschen. Wir sind einzigartig, aber wir sind es besonders zusammen.

Etsi Deus non daretur. Vielleicht können wir die Verpflichtung und das Geschenk der verantworteten Vorläufigkeit, was daraus entspringt, von der Ebene des Glaubens und des Tuns auf andere Ebenen übertragen.

Was wäre so schlimm an einer “Conclusio im Werden”, warum halten wir das selbst, oder gerade in der Postmoderne, so schlecht aus. Zerfließen ist da immer gleich sich verlieren. Ein Koordinatenwechsel Sünde oder Häresie. Vielschichtigkeit nicht geheuer. Das Spielerische leichtlebig.

Aber was, wenn ohne zu spielen wir bereits verloren hätten? Was, wenn wir vollen Einsatz auf Gott hin gerade dadurch wagten, dass wir ihn einen Moment einmal vergessen könnten? Gott haben wir noch nie erschöpft. Gott hat sich noch nie erschöpft, auch nicht im Summum ens. Und nicht in theologischen Summen.

Kann sein: “Gott würfelt nicht”, aber hat er auch etwas gegen Mosaike, wo die Zusammenschau nicht gelingt? Sind sie nicht den Versuchen vorzuziehen, Gott zu verobjektivieren oder zu töten?

Ist dieser Vorschlag nicht einen Diskurs wert? Es muss nicht gleich ein System draus werden. Etsi non daretur.


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