Eugen Drewermann: Luther wollte mehr Der Reformator und sein Glaube

Drewermann entfaltet theologisch und psychoanalytisch die Rechtfertigungslehre Luthers als Antwort auf die Lage des Menschen in der Welt. Insofern unterliege sie keiner zeitlichen oder kulturellen Einschränkung. Luther, getreuer Interpret Jesu, habe jedem Menschen den Glauben erschlossen, in dem er zu einer Person heranreifen könne, „die sich annehmen darf in ihrer Begrenztheit, in ihrer Relativität, in ihrer Gebrochenheit.“ (S. 17) Aus diesem unbegrenzten Vertrauen heraus habe Jesus selbst gelebt.

Wilhelm Genazino (Hg.): Freiheit und Verantwortung 95 Thesen heute

Mit grauem Einband, stilisiert als Tür durch den schräg mit dem Kopf nach oben eingehämmerten Nagel, darunter der Titel in frisch-fröhlichem Pink (Freiheit und…) und umlaufendem schmalen pinken Band unten, dazu ein rotes Lesebändchen: schon äußerlich spricht die Sammlung von 95, im Schnitt eineinhalb Seiten langen, ebenfalls knallig-pink überschriebenen Texten, sehr an.

Vorbild, nicht Führung Theologie und Journalistik

Eine kritische publizistische Öffentlichkeit wird in Deutschland in der Reformationszeit erstritten und ertrotzt. Nicht zuletzt deshalb ist die Berichterstattung zu 500 Jahre Beginn der Reformation ein ausgezeichnetes Terrain, um den Zusammenhang von Theologie und Journalistik zu bedenken.