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	<title>evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018 &#8211; evangelische aspekte</title>
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	<description>Die evangelische Zeitschrift im Internet</description>
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	<title>evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018 &#8211; evangelische aspekte</title>
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		<title>Jan Assmann: Exodus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Birkel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2018 12:46:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
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					<description><![CDATA[Der renommierte Ägyptologe Jan Assmann hatte vor Jahren mit seinem Buch Mose der Ägypter eine heftige Debatte um das Verständnis des biblischen Monotheismus ausgelöst. Seine These damals: Mit der biblischen Mose-Überlieferung ist eine fundamentale Unterscheidung in die Religionsgeschichte eingetreten: Die Unterscheidung von wahrer und falscher Religion. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-770 size-medium wpsmartcrop-image" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Assmann_Exodus-192x300.jpg" alt="" width="192" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Assmann_Exodus-192x300.jpg 192w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Assmann_Exodus.jpg 414w" sizes="(max-width: 192px) 100vw, 192px" data-smartcrop-focus="[56,34]" />Verlag C.H. Beck 2015, 493 S., 29,95 EUR (E-Book: 24,99 EUR)</strong></p>
<p>Der renommierte Ägyptologe Jan Assmann hatte vor Jahren mit seinem Buch <em>Mose der Ägypter </em>eine heftige Debatte um das Verständnis des biblischen Monotheismus ausgelöst. Seine These damals: Mit der biblischen Mose-Überlieferung ist eine fundamentale Unterscheidung in die Religionsgeschichte eingetreten: Die Unterscheidung von wahrer und falscher Religion. In den biblischen Texten der Moseüberlieferung sei dieser höchst folgenreiche Gegensatz, den es in dieser Form in der Geschichte der altorientalischen Religionen so nicht gegeben habe, am Gegensatz von Ägypten und Israel entfaltet. Diese Entwicklung habe das Motiv von Aggression und Gewalt gegen „Andersgläubige“ in die Religionsgeschichte des Alten Orient und in der Folge davon des Christentums und Islam gebracht. Monotheismus und Gewalt – das ist seitdem ein viel verhandeltes und höchst kontrovers diskutiertes Thema geworden.</p>
<p>Sensationell an dem neuen Exodus-Buch von Jan Assmann ist seine grundlegende Revision dieser Monotheismus -Theorie aus dem Mose-Buch. Auch in seinem neuen Werk geht es Assmann um ein grundlegendes Verständnis der Motive des alttestamentlichen Monotheismus. Inzwischen sei ihm aber klar geworden, so Assmann, dass seine frühere „Konzentration oder Reduktion“ auf die Wahrheitsfrage unzureichend sei. Es gehe vielmehr um das Motiv der „Treue“. Nicht zwischen wahr oder falsch sei grundsätzlich zu unterscheiden; das grundlegende und religiös bestimmende Motiv sei vielmehr das von Treue und Verrat. Der Bundesgedanke sei deshalb zentral, und das Motiv von Wahrheit und Treue spiele in allen entscheidenden erzählerischen Motiven des Exodus-Buches eine maßgebliche Rolle: Der Gang zum Sinai, Bund und Gesetz, Kultstiftung und Institution der Gottesnähe.</p>
<p>Damit aber sei als zentrales Motiv alttestamentlicher Religion das Motiv des Glaubens zu tragender biblischer und religionsgeschichtlicher Bedeutung aufgestiegen: „Mit der Konzeption dieses Bundes kommt der ›Glaube‹ in die Welt, der die eigentliche revolutionäre Neuerung des biblischen – alttestamentlichen, neutestamentlichen und islamischen – Monotheismus darstellt!“</p>
<p>Zu den Besonderheiten der Arbeiten von Jan Assmann gehören seine methodischen Grundsätze: Entscheidend für ihn sind nicht pure historische Fakten, die schwer oder gar nicht zu ermitteln sind. Entscheidend ist vielmehr die Sinn- und Erinnerungsgeschichte, die sich in der kulturellen und religiösen Tradition erhalten und diese geprägt hat. Assmann: „Mein Zugang ist nicht der des philologisch und theologisch arbeitenden Alttestamentlers, sondern des kulturwissenschaftlich arbeitenden Ägyptologen, und mein methodischer Ansatz ist der einer ›Sinngeschichte‹, die jeweils in doppelter Richtungen zu verfolgen ist: Sinn ›hat‹ Geschichte und Sinn ›macht‹ Geschichte“. Die Gestalt des Mose hat ihre Kraft und Bedeutung über Jahrhunderte bis heute bewahrt, historische Fakten hin oder her.</p>
<p>Ein spannend zu lesendes Buch auf hohem literarischem Niveau!</p>
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		<title>Erik Bertram: Gottes großer Plan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Reza Kharrazian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2018 12:36:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Universum]]></category>
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					<description><![CDATA[Gleich vorweg: Anders als der Titel des Buches das erwarten lassen würde, ist das Ziel dieser Publikation nicht, in der Geschichte des Universums nach Gottes Wirken, einem „großen Plan“ hinter allen Dingen, zu suchen. Gottes Existenz wird allenfalls im letzten Kapitel adressiert. Nein, es beschreibt vielmehr, manchmal etwas plakativ und mit leichter Schlagseite ins Pathos (der eine oder andere findet den Allmächtigen vielleicht hierin), dafür aber umso besser eingängig, wie heutige Naturwissenschaftler die Entstehung des Kosmos erklären, und was sie für dessen Zukunft voraussagen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" class="alignleft wp-image-764 size-medium wpsmartcrop-image" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Bertram_Plan-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Bertram_Plan-212x300.jpg 212w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Bertram_Plan.jpg 705w" sizes="(max-width: 212px) 100vw, 212px" data-smartcrop-focus="[50,50]" />Tectum Verlag 2017, 302 S., 18,95 EUR</strong></p>
<p>Gleich vorweg: Anders als der Titel des Buches das erwarten lassen würde, ist das Ziel dieser Publikation nicht, in der Geschichte des Universums nach Gottes Wirken, einem „großen Plan“ hinter allen Dingen, zu suchen. Gottes Existenz wird allenfalls im letzten Kapitel adressiert. Nein, es beschreibt vielmehr, manchmal etwas plakativ und mit leichter Schlagseite ins Pathos (der eine oder andere findet den Allmächtigen vielleicht hierin), dafür aber umso besser eingängig, wie heutige Naturwissenschaftler die Entstehung des Kosmos erklären, und was sie für dessen Zukunft voraussagen.</p>
<p>Da wird vieles thematisiert, womit Laien nur wenig vertraut sind: Gekrümmte Räume, unvorstellbare Zeitskalen und sperrige physikalische Theorien der modernen Kosmologie – in diesem Buch sind sie gut verständlich erklärt und dazu noch mit sorgfältig überarbeiteten Illustrationen veranschaulicht.</p>
<p>Das Kapitel zur Relativitätstheorie geht sogar über ein „E = m c<sup>2</sup>“ hinaus, die Einstein‘schen Feldgleichungen werden in einer Weise herangezogen, die der Verständlichkeit sehr dient. Der physikalische Laie bekommt hier eine gute Übersicht über das moderne naturwissenschaftliche Weltbild. Und der Physiker? Der bekommt Lust, Papier und Bleistift in die Hand zu nehmen und es selbst nochmal nachzurechnen&#8230;</p>
<p>„Gottes Großer Plan“ bezieht sich natürlich auch auf das Verhältnis von Naturwissenschaften und dem Glauben, eine Beziehung, die lange Zeit von Auseinandersetzungen geprägt war. Denn schließlich stellen sich auch die Naturwissenschaftler die Frage nach dem Ursprung des Universums.</p>
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		<title>Stefan Eikemann: Der Spielraum des Paares</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Mühlich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2018 12:20:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Ehe]]></category>
		<category><![CDATA[Paarberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Paartherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Scheidung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Buch des in Bozen lebenden Paartherapeuten Stefan Eikemann ist keine Ratgeberliteratur. Der Autor nimmt die Leser*innen vielmehr mit hinein in seine Geschichte der noch vergleichsweise jungen systemisch psychotherapeutischen Disziplin, die er im Zusammenhang einer Berufserfahrung von mehr als zwei Jahrzehnten Paartherapie zwischen Italien und Deutschland reflektiert. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" class="alignleft wp-image-755 size-medium wpsmartcrop-image" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Eikemann_Spielraum-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Eikemann_Spielraum-188x300.jpg 188w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Eikemann_Spielraum.jpg 643w" sizes="(max-width: 188px) 100vw, 188px" data-smartcrop-focus="[45,50]" />Auer Verlag 2016, 217 S., 24,95 EUR (auch als E-Book)</strong></p>
<p>Das Buch des in Bozen lebenden Paartherapeuten Stefan Eikemann ist keine Ratgeberliteratur. Der Autor nimmt die Leser*innen vielmehr mit hinein in seine Geschichte der noch vergleichsweise jungen systemisch psychotherapeutischen Disziplin, die er im Zusammenhang einer Berufserfahrung von mehr als zwei Jahrzehnten Paartherapie zwischen Italien und Deutschland reflektiert. Paartherapeuten kurieren ja keine psychischen Erkrankungen, sondern versuchen, Paare dabei zu unterstützen, neue Wege zu wagen. Beide Partner haben ja zugleich ihre eigene persönliche und ihre gemeinsame Geschichte.</p>
<p>Die besondere Situation von Paaren besteht darin, dass sich zwei Individuen mit den jeweiligen Systemen ihrer Herkunftsfamilien begegnen. Das seit den 1970er Jahren in der westlichen Kultur prägend gewordene Konzept der Selbstverwirklichung ist im Zusammenhang der Paarbeziehung besonders spannend, weil sich hier Erwartungen und Bedürfnisse positiv ergänzend aber auch negativ konkurrierend entfalten können.</p>
<p>Eikemann nutzt Elemente der Spieltheorie, um mit Paaren deren eigene Spielräume zu betreten. Das Spiel der Bedeutungen kann neue Räume für die Beziehung und für die eigene und die gemeinsame Geschichte erschließen. Wer sich von den manchmal theoretischen Reflexionen des ersten Teils nicht abschrecken lässt und neugierig bleibt auf den Verlauf des Buches, wird im zweiten Teil mit sehr verständlichen Beispielen aus der Praxis der Paartherapie belohnt, die vielleicht sogar unverhoffte Ratgeberqualitäten für eigenes Verhalten und eigene Lebensgeschichte haben können.</p>
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		<title>Urlaub für die Seele</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rainer Lang]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2018 11:33:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Erholungsstätten]]></category>
		<category><![CDATA[Ferien]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Urlaubsmesse CMT in Stuttgart hat zu Jahresbeginn gezeigt, dass der Boom der Reisebranche auch 2018 ungebrochen ist. Erstmals präsentieren sich die evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg sowie die Erzdiözese Freiburg und die Diözese Rottenburg-Stuttgart an einem gemeinsamen Stand zum Thema „Kirche &#038; Tourismus“.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Die Urlaubsmesse CMT in Stuttgart hat zu Jahresbeginn gezeigt, dass der Boom der Reisebranche auch 2018 ungebrochen ist. Erstmals präsentieren sich die evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg sowie die Erzdiözese Freiburg und die Diözese Rottenburg-Stuttgart an einem gemeinsamen Stand zum Thema „Kirche &amp; Tourismus“.</p></blockquote></div>
<p>Im vergangenen Jahr ist der Tourismus international um sieben Prozent gewachsen. „Überall, wo man hinschaut, geht es nach oben“, betont Professor Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Tourismus: „Die Urlaubsstimmung der Deutschen wächst“. Hauptreiseziel ist und bleibt dabei Deutschland. Angesichts der mit dem Massentourismus verbundenen Phänomene, wie dem Problem des „Overtourism“, wenn zu viele Urlauber auf einem Fleck sind, sehen Experten ein wachsendes Bedürfnis nach individuellen Angeboten. Nach Einschätzung von Eva Brucker, Studiengangsleiterin des Departements für Innovation und Management im Tourismus an der FH Salzburg, spielen dabei Werte wie Nachhaltigkeit oder Spiritualität eine besonders wichtige Rolle.</p>
<h2>Spiritualität liegt im Trend</h2>
<p>Und hier können die Kirchen punkten. So haben die Kirchen in Baden-Württemberg auf der CMT z.B. Freizeitmöglichkeiten präsentiert unter dem Motto „Kirchen und Klöster – Urlaub für die Seele“. Das neue Magazin „Evangelische Klosterorte in Württemberg“ stellt 22 Orte für spirituelle Entdeckungsreisen vor. Insgesamt 14 Frauen und Männer wurden als Pilgerführer ausgebildet. Ein eigener Messestand informierte über „Pilgern in Baden-Württemberg“, wozu es eine eigene Homepage gibt.</p>
<p>Ebenso präsentierten die Kirchen am Stand auch die Broschüre „Innehalten“. Darin werden 42 Klöster und Einkehrhäuser der katholischen und evangelischen Kirchen in Baden-Württemberg vorgestellt, in denen Urlaub mit geistlicher Begleitung angeboten wird. Dort gibt es zum Beispiel Seminare für Familien und Ehepaare oder Achtsamkeitskurse. Die Häuser seien „Orte der Stille, der Begegnung, der Mystik, der Sinnlichkeit und Spiritualität“, heißt es.</p>
<h2>Kirchliche Urlaubsangebote für Familien</h2>
<p>Die Evangelische Familienerholung hat auch für diejenigen ein Angebot, in ihren Familienferienstätten an Nord- und Ostsee, in den Mittelgebirgen und in den Bergen, die sich ohne finanzielle Unterstützung keinen Urlaub leisten könnten. Gemeint sind damit unter anderem kinderreiche Familien, Patchwork-Familien oder auch Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen.</p>
<p>„Evangelische Häuser haben große Türen und bieten mehr als Bett und Frühstück“, betonen die Verantwortlichen der Einrichtung. „Unsere christlich geprägten Häuser sind Orte der Begegnung auch für Nicht-Evangelische, die auf der Suche nach Werten sind. Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt – unsere Angebote richten sich an den Bedürfnissen von Familien aus. Wir haben auch ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte. Denn der Lebensalltag von Familien ist heute oft beladen mit zu wenig Geld, zu wenig Unterstützung und zu vielen Sorgen“, heißt es weiter.</p>
<h2>Mit Kindern auf Wandertour oder im Wohnmobil</h2>
<p>Mit Natur statt mit digitalen Welten will ein neuer Wanderführer aus dem Silberburg-Verlag locken. „Kindgerechte Familienwanderungen in der Region Stuttgart“ hat Dieter Buck mit seiner Tochter Melanie in Kooperation mit dem Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) unter dem Motto „Auf geht’s, Kinder!“ zusammengestellt und dabei besonders Wert auf kindgerechte Abwechslung gelegt. Darin werden nicht nur Touren beschrieben, zum Beispiel zu Höhlen auf der Schwäbischen Alb. Sie werden ergänzt durch Geschichten zum Vorlesen, Rate- und Quizspiele sowie Tipps für Eltern. So macht Wandern der ganzen Familie Spaß.</p>
<p>Besonderes Augenmerk auf Familien richten auch andere Anbieter. So sieht sich der Caravan- und Wohnmobilhersteller Dethleffs aus Isny im Allgäu als „Freund der Familie“. Das Unternehmen, das übrigens 2017 den Deutschen Fairnesspreis erhielt und maßgeschneiderte Modelle, auch für alleinreisende Paare, produziert, berichtet von einer enormen Nachfrage nach Familiencaravans.</p>
<h2>Weltjugendtag 2019 in Panama</h2>
<p>In einem speziellen Jugendgottesdienst unter dem Motto „Oh, wie schön ist Panama“ warb der katholische Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama, dem diesjährigen Partnerland der CMT, mit dem Rottenburger Bischof Gebhard Fürst und Jugendbischof Thomas Maria Renz für den Weltjugendtag 2019 mit Papst Franziskus in Panama. Dazu werden mehr als eine halbe Million Besucher erwartet. Mit ca. 2.200 Ausstellern aus rund 100 Ländern konnte die CTM 2018 fast halb so viele anlocken.</p>
<p>Informationen unter <a href="http://www.ev-familienerholung.de"><em>www.ev-familienerholung.de</em></a><em>; </em><a href="http://www.kirche-tourismus-bw.de"><em>www.kirche-tourismus-bw.de</em></a><em>; </em><a href="http://www.dieterbuck.de"><em>www.dieterbuck.de</em></a></p>
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		<title>Den Weg finden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Conrad]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Feb 2018 15:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Psalm]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Weg]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer ist es, der den Herrn fürchtet? Ihm weist er den Weg, den er wählen soll. (Psalm 25,12)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Wer ist es, der den Herrn fürchtet? Ihm weist er den Weg, den er wählen soll. (Psalm 25,12)</p></blockquote></div>
<p>Quizsendungen sind im Fernsehen beliebt: Frage. Antwort. Frage. Antwort. Ob alles das, was gefragt und gewusst wird, wirklich so lebensrelevant ist, steht auf einem anderen Blatt. Und nun begegnen wir tatsächlich in einem biblischen Text einer knappen Frage und einer nicht weniger knappen Antwort. Das ist ungewöhnlich.</p>
<p>Gut, beim Apostel Paulus erlebt man es immer wieder, dass er quasi in ein Selbstgespräch versinkt und nach dem Muster griechischer Philosophen die Frage stellt, die im Raum steht, und theologisch versiert der Gemeinde antwortet. Von deutschen Kanzeln herab hört man bisweilen Fragen, die nie einer stellen würde, und Antworten, die oft genug genauso wenig lebensrelevant sind wie die deutschen Quizsendungen. Aber in Psalm 25 begegnen uns außerhalb aller Weisheitsdichtung und jenseits einer griechisch inspirierten Theologie eine Frage und eine Antwort. Das verwundert.</p>
<p>Der Verfasser des 25. Psalms bewegt sich in der Wahl seiner Form außerhalb der Psalmtraditionen, weil sein Psalm wohl auch aus einer späteren Überlieferungstradition stammt. Aber die Ausleger sind sich sicher, dass es sich um einen sehr gelehrten Beter handelt, der bewusst seinen eigenen Weg geht, ja vielmehr mit seinem Gebet andere Beter lehrt. Der Psalm ist sogar so vornehm aufgebaut, dass die einzelnen Verse mit je dem nächsten Buchstaben des hebräischen Alphabets eröffnet werden. Eine vollendete Dichtung. Und in nur 22 Versen hat er 21 Bitten hineingelegt, die allesamt um die zentrale Bitte in Vers 11 kreisen: „Um deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld, die da groß ist!“. Das Anliegen des Beters ist also Vergebung, und er appelliert an die Treue des Gottes, der sein Volk durch die Unbill der Geschichte geführt hat, ja vielmehr nach dem Zeugnis der Evangelien diese Welt im Leiden und Sterben Christi zu retten gewillt ist. Es kommt nicht von ungefähr, dass zwei Sonntage in der Passionszeit auf Psalm 25 zurückgreifen.</p>
<p>Die zentrale Bitte aber um die Vergebung der Schuld setzt voraus, dass es ein Schuldbewusstsein gibt. Seit Adams Fall neigt der Mensch dazu, andere verantwortlich zu machen. „Das Weib gab mir“ (Gen 3,12), „die Schlange betrog mich“ (Gen 3,13) – hätte die Schlange einen Finger gehabt, um auf einen anderen zu zeigen, auch sie hätte einen Schuldigen gefunden: Gott war es.</p>
<p>Der Beter des 25. Psalms hat sich selbst erkannt: „meine Schuld, die da groß ist“. Und nur auf dieser Grundlage kann die Frage kommen: „Wer ist es, der den Herrn fürchtet?“ Die Antwort liegt bereits im Bewusstsein unserer Sündhaftigkeit. Und dann, nur dann weist Gott den Weg. Eine gewaltige Sache: Orientierung gibt es also nur, wenn ich meinen Platz vor Gott und in der Welt gefunden habe. „Wir sind Bettler, das ist wahr“, schrieb Luther am Ende des Lebens – voll dieser Erkenntnis. Wer aber von uns wird dann den Weg gehen können? Aus sich heraus wohl niemand, wer aber seine Schuld Jesus Christus anvertraut, hört, dass der Schuldschein ans Kreuzholz geheftet wurde, und erfährt, dass er, Jesus Christus, der Weg zu Gott ist. Ein schmaler Weg, eine enge Pforte (Mt 7,13f.), aber seit Karfreitag begehbar.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Muss Recht und Redlichkeit erst untergehen?</title>
		<link>https://www.evangelische-aspekte.de/muss-recht-und-redlichkeit-erst-untergehen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ulrich Duchrow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Feb 2018 14:55:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzmärkte]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit 95 Thesen gegen die Herrschaft der Finanzmärkte will ein Autorenbündnis die Diskussion um die Weltwirtschaftsordnung neu entfachen. Der Heidelberger Sozialethiker Ulrich Duchrow im Interview über Zwang zum Wachstum, Systemkritik und Datenkapitalismus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Mit 95 Thesen gegen die Herrschaft der Finanzmärkte will ein Autorenbündnis die Diskussion um die Weltwirtschaftsordnung neu entfachen. Der Heidelberger Sozialethiker Ulrich Duchrow im Interview über Zwang zum Wachstum, Systemkritik und Datenkapitalismus.</p></blockquote></div>
<p>Theologie ist Konfliktwissenschaft. Weil das so ist, kann nicht verwundern, wenn in Kirche und Gesellschaft, auch in Staaten und der Wirtschaft, selbst an Stammtischen und in Redaktionen über deren Aussagen gerungen wird. Manchmal sogar zustimmend. Manchmal auch nur in Übereinstimmung mit Teilwahrheiten.</p>
<p>Am 23. April 2017 fand ein bemerkenswertes Ereignis vor der Schlosskirche in Wittenberg statt. Begleitet von Lutherliedern, vorgetragen durch Barbara Thalheim, wurden 95 Thesen an die Tür einer deutschen Bankfiliale angebracht. Ein breites Bündnis von Unterzeichnern hat sich zusammengetan, das von Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschland, über den Theologen Eugen Drewermann, den Schauspieler Peter Sodann bis zum Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow reicht. Das Ankleben der bewusst schlichten DIN-A4-Zettel übernahm medienwirksam Gregor Gysi (Die Linke). Die <em>95 Thesen gegen das Bankenwesen</em> verlangen eine Umgestaltung des Finanzkapitalismus.</p>
<h2>Eine Luther-Linke-Alliance?</h2>
<p>„Das Finanzsystem ist außer Kontrolle“, steht da zu lesen (These 8). Menschen brauchen wie zu Luthers Zeiten wieder eine Hoffnung und realistische Zuversicht (These 91 und 92). Demokratische Politik soll wieder Kontrolle über Märkte und Akteure erhalten (These 54). „Die acht reichsten Männer der Erde besitzen ebenso viel wie die 3,6 Milliarden der armen Hälfte der Menschheit. Eine Umkehr, eine Reformation ist nötig“ (aus These 1).</p>
<p>Das Papier schildert nach den Eingangsthesen den analysierten Status quo, benennt Prinzipien für eine Neuordnung (das Finanzsystem soll der Realwirtschaft und Gesellschaft dienen) und leitet daraus einige Schlüsselreformen ab. Dazu zählen: eine Schuldenbremse, die Reglementierung von Schattenbanken, Kapitalverkehrskontrollen, u.a.m.</p>
<p>Ist das die Ankündigung einer <em>Luther-Linke-Alliance</em>? Wer weiß? Sicher jedenfalls der Beginn eines neuen Luther-Linke-<em>Diskurses</em>, der seit jeher ja schon dadurch existiert, dass sich Karl Marx im <em>Kapital</em> eingehend auf Luther bezieht.</p>
<h2>Mit Luther, Marx und Papst den Kapitalismus überwinden</h2>
<p>Einer der Mitverfasser des Papiers ist Ulrich Duchrow. Er ist schon seit Jahrzehnten als Kritiker einer neoliberalen Wirtschaft profiliert. Eine Arbeit zur Gesellschaftstheorie des Reformators markierte den Anfang der akademischen Laufbahn. 2017 erschien: <em>Mit Luther, Marx und Papst den Kapitalismus überwinden </em>(VSA Verlag / Publik-Forum, Hamburg u. Frankfurt/Main 2017). In dieser <em>Flugschrift</em> bietet Duchrow eine überraschend einleuchtende Parallelisierung von Marx und Luther. Auf knapp zehn Seiten (S. 36ff) erhält man nebenbei ein exzellentes Summary lutherischer Eckpunkte zu konkreten Wirtschaftsfragen. Luther wendet sich u.a. gegen:</p>
<ul>
<li>Termingeschäfte</li>
<li>Spekulatives Ausnutzen von Knappheit in einer Notlage</li>
<li>Monopolbildung durch künstliche Verknappung</li>
<li>Dumpingpreise</li>
<li>Leerverkäufe</li>
<li>Kartellbildung</li>
</ul>
<p>Liest man Luthers Vorschläge mit den Augen des 20./21. Jahrhunderts, wird schnell klar: Das sind die Grundpfeiler der <em>Sozialen Marktwirtschaft</em>. Denn Luther bläut die Sozialverantwortung der damaligen Territorialherren für ihre Bürger ein, unterstützt regulatorische Eingriffe des Staates in die Wirtschaft, und dringt gleichzeitig auf eine gerechte Gestaltung des „offenen freien Markts“.</p>
<p>Andererseits fragt man sich, inwieweit Luther, der ansonsten viel vom gesparten Pfennig hält, im Papier als Gewährsmann gegen „Austerität“ (Sparpolitik des Staates) geradestehen muss? Doch jedenfalls ist mit diesem sowie anderen aktuellen Beiträgen z.B. von W. Stierle, H. Bedford-Strohm, T. Jähnichen und mehreren Beitragsreihen der <em>Stiftung Sozialer Protestantismus </em>eine wichtige wirtschaftsethische Komponente für die Feier jeden Reformationstages in den Blick gerückt: Die Reformation bietet auch in dieser Hinsicht einen guten Denk- und Feiertags-Anlass.</p>
<p><strong>1</strong><strong>.</strong> <strong>Herr Professor Duchrow, „Finanzmärkte sind ein öffentliches Gut“, heißt es in den 95 Thesen zum Bankenwesen. Warum ist das so?</strong></p>
<p>Es geht hier um eine der zentralen Fehlentwicklungen der Geldwirtschaft. Geld ist einerseits ein unverzichtbares Instrument in einer arbeitsteiligen Gesellschaft – als Tausch- und Zahlungsmittel zum Beispiel. Schon in der Antike wird aber aus dem Instrument ein Zweck gemacht: aus Geld soll mehr Geld gemacht werden – z.B. durch Zins. Seit dem Mittelalter im Frühkapitalismus wird daraus ein Zwang, ein Mechanismus gemacht: aus Geld <em>muss</em> mehr Geld werden. Das nennt man Kapital, zunächst Kaufmanns- und Wucherkapital, dann Industriekapital.<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-right pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Das Finanzsystem ist außer Kontrolle.</p></blockquote></div></p>
<p>Im heutigen Finanzkapitalismus wird dieser Wachstumszwang auf die Spitze getrieben durch spekulative Finanzinstrumente. Das fördert der Staat einerseits durch Deregulierung und Liberalisierung der privaten Gewinne, andererseits durch Sozialisierung der Verluste des privaten Kapitals wie in der letzten Finanzkrise. So sind die Finanzmärkte bereits öffentlich – aber im Interesse des privaten Kapitals, nicht der Mehrheit der Menschen und der Erde. Der Finanzkapitalismus treibt die Renditeforderungen in die Höhe, so dass die Realwirtschaft gezwungen wird, an Arbeits- und Umweltkosten zu sparen.</p>
<p>Schon in der Antike reagierten Religionen und Philosophie kritisch mit Zinsverboten usw. Heute <em>muss</em> Geld- und Finanzsystem öffentliches Gut in dem Sinn werden, dass der Staat es sozial-ökologisch reguliert, damit der vom Kapital erzeugte Wachstumszwang nicht mehr die Erde zerstört und die Gesellschaft spaltet.</p>
<p><strong>1.1</strong> <strong>Luther forderte „Man müsste dem Fugger und dergleichen Gesellschaft einen Zaum ins Maul legen“ (These 51) und wandte sich gegen Monopolbildung oder Preisdumping am Markt.</strong></p>
<p>Luther geht sogar noch weiter. Im Großen Katechismus bei der Auslegung von „Du sollst nicht stehlen“ nennt er die länderübergreifenden Bank- und Handelsgesellschaften wie die Fugger (die Vorläufer der heutigen transnationalen Banken und Konzerne) „Erzdiebe“. Er sieht in dem entstehenden frühkapitalistischen Marktsystem insgesamt ein Raubsystem:</p>
<p>„<em>Denn es sol nicht allein gestolen heissen, das man kasten und taschen reumet, sondern umb sich greiffen auff den marckt&#8230; wo man hantieret, gelt umb wahre oder arbeit nimpt und gibt&#8230; Summa das ist das gemeinste handwerck und die groste zunfft auff erden, und wenn man die welt itzt durch alle stende ansihet, so ist sie nicht anders denn ein grosser, weitter stall vol grosser diebe.&#8221;</em></p>
<p><strong>1.2</strong> <strong>Einer der jüngsten Versuche zur systemischen Regulierung von Wirtschaftsprozessen ist die „Soziale Marktwirtschaft“ – mit oder ohne Erfolg?</strong></p>
<p>Die Soziale Marktwirtschaft nach dem Krieg beruhte auf mehreren historischen Bedingungen: 1. in der damaligen „fordistischen“ Wirtschaft brauchte das Kapital hohe Löhne, um die Massenproduktion abzusetzen. Dadurch hatten auch die Gewerkschaften starke Verhandlungsmacht. 2. Durch den Konkurrenzdruck der sozialistischen Länder durfte der Kapitalismus nicht zu unsozial erscheinen. 3. Maximales Wachstum war möglich, damals bis zu 7%.</p>
<p>Alle diese historischen Bedingungen gibt es seit den 1980er Jahren nicht mehr. Unter den neoliberalen Bedingungen seither ist die sog. „Neue soziale Marktwirtschaft“ eine bewusste Irreführung, weil es sich faktisch um eine „Sozialabbau-Marktwirtschaft“ handelt.</p>
<p><strong>2. Bitte erklären Sie uns, wie nach Ihrer Analyse Staatsverschuldung, EZB-Politik und der Vorrang gewählter Regierungen gegenüber der Finanzwirtschaft zusammenhängen.</strong></p>
<p>Der erste Grund für Staatsverschuldung hat nichts mit der EZB zu tun, sondern mit falscher Steuer- und Ausgabenpolitik. Hätten wir noch wie nach dem Zweiten Weltkrieg konsequent progressive Steuern (also mit steigendem Reichtum mehr Steuern) inklusive Steuern auf Kapitalerträge, ermöglicht durch Kapitalverkehrskontrollen, gäbe es einen Grund weniger für Staatsverschuldung.</p>
<p>Heute liegt fast die gesamte Steuerlast auf der Arbeit statt auf Kapital und Naturverbrauch und außerdem wird durch die Deregulierung der Finanzmärkte die Steuervermeidung in Steuerparadiesen usw. befördert. Bei der Ausgabenpolitik ist es vor allem die Rüstung, die irrsinnige Gelder verschlingt, aber auch Subventionen aller Art.</p>
<p>Die EZB kommt zusätzlich ins Spiel, weil sie die monetaristische Geldpolitik der Bundesbank (und auch der US-Notenbank nach 1979) übernommen hat. Dadurch wird den Finanzmärkten freie Hand gelassen, ihre Renditeforderungen hochzuschrauben (und Steuervermeidung zu treiben), während den Bevölkerungen Spar- und Austeritätspolitikprogramme aufgezwungen werden. Gewählte Regierungen müssten demgegenüber durch Regulierung der Finanzmärkte gemeinwohlorientierte Politik betreiben.</p>
<p><strong>2.1</strong> <strong>Die <em>95 Thesen gegen das Bankenwesen</em> wenden sich gegen die „Herrschaft der Finanzmärkte“. Zu den Unterzeichnern gehören Persönlichkeiten wie Christoph Butterwegge, Rudolf Hickel, Gregor Gysi. Wie ist die Kooperation denn zustande gekommen? Ist eine weitere Zusammenarbeit geplant?</strong></p>
<p>Die Initiatoren sind André und Micha Brie, sodann Peter Wahl. Sie haben Personen angesprochen, von denen sie annahmen, diese hätten zu den Fragen etwas zu sagen – mich z.B., weil ich das internationale Projekt „Die Reformation radikalisieren“ koordiniert habe. Ob sie Weiterarbeit planen, ist mir unbekannt. Ich habe weitergearbeitet mit der Flugschrift „Mit Luther, Marx und Papst den Kapitalismus überwinden“.</p>
<p><strong>2.2 </strong><strong>Die Fugger konnten seinerzeit Kaiser Karl V. erpressen und so ein Gesetz gegen Monopolbildung verhindern. Gegen solches „Netzwerken“ war also schon damals kein Kraut gewachsen?</strong></p>
<p><div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-left pullquote-border-placement-right"><blockquote><p>Dem Fugger und dergleichen einen Zaum ins Maul legen.</p></blockquote></div>In „Von Kaufshandlung und Wucher“ fordert Luther strenge Gesetze der Obrigkeit gegen die „Gesellschaften“, sieht aber, dass die politischen Institutionen „Kopf und Teil dran“ haben, d.h. die Fürsten sieht er als „der Diebe Gesellen“. Darum fordert er, die Bank- und Handelsgesellschaften zu boykottieren und sie als Speerspitze des frühkapitalistischen Systems abzuschaffen<em>: „Darumb darff niemant fragen, wie er muge mit guetem gewissen ynn den gesellschafften seyn. Keyn ander rad ist Denn: Las Abe, Da wird nicht anders aus. Sollen die gesellschafften bleyben, so mus recht und redlickeyt untergehen. Soll recht und redlickeyt bleyben, so mussen die gesellschafften unter gehen.&#8221;</em></p>
<p><strong>2.3</strong> <strong>Verändert sich die Situation eigentlich grundsätzlich durch den neuen Datenkapitalismus?</strong></p>
<p>Nein, sie verschärft sich. Sie erzeugt noch mehr Druck auf die Arbeitenden. Die einzige positive Perspektive ist das Aufkommen der „Commons“ in diesem Bereich, das sind Gemeinschaftsgüter und -dienstleistungen wie z.B. freie Betriebssysteme (Linux), Softwareprogramme (Open Office, Thunderbird usw.). Denn dadurch wird der Druck auf Privatisierung der Grundversorgungsgüter und -dienstleistungen wie Wasser, Energie, Transport, Gesundheit, Bildung und eben informationelle Infrastrukturen gebrochen. Dieser Druck entsteht, weil das viele überschüssige Kapital verzweifelt nach profitablen Anlagemöglichkeiten sucht.</p>
<p><strong>3. Wie lässt sich den Wirtschaftseliten verständlich machen, dass es nicht zu deren Nachteil, sondern zu einem gedeihlichen Wirtschaften für sämtliche Beteiligten führt, wenn dem Finanzkapitalismus Zügel angelegt und verbindliche Spielregeln vereinbart werden?</strong></p>
<p>Gar nicht – weil betriebswirtschaftlich nur die Rendite zählt. Außerdem müssen nicht nur dem Finanzkapital Zügel angelegt werden, sondern der Kapitalismus als solcher muss überwunden werden. Denn, wie gesagt, Kapital ist dadurch definiert, dass es wachsen muss. Das erzeugt den Wachstumszwang der Wirtschaft. Dieser zerstört aber die zukünftigen natürlichen Lebensbedingungen der Menschheit.</p>
<p>Diese Überwindung des Kapitalismus wird aber nur möglich sein, wenn wachsende Zahlen von Menschen unter dem Eindruck zunehmender Katastrophen bereit werden, Druck auf die Politik ausüben, die langfristigen Interessen der Menschheit über die kurzfristigen Interessen des Kapitals zu stellen – und außerdem verstehen lernen, dass nicht ein Maximum, sondern ein Optimum die höchste Lebensqualität bietet.</p>
<p><strong>3.1</strong> <strong>Wenn es unrealistisch scheint, dass großflächig die individuelle Gewinnsucht besserer Einsicht weicht, wäre nicht vielleicht doch ein (optimierter) Ansatz wie die Soziale Marktwirtschaft als Regelwerk zielführend, um wenigstens „im Reich des Zwanges“ eine Verbesserung zu erreichen?</strong></p>
<p>Wie bereits gesagt, sind die historischen Bedingungen für die klassische Soziale Marktwirtschaft, die auch diesen Namen verdient, nicht mehr gegeben. Insbesondere maximales Wachstum ist aus ökologischen Gründen, vor allem wegen der Klimakatastrophe nicht mehr möglich. Deshalb kann nur die Überwindung des Kapitalismus helfen. Denn der Wachstumszwang wird dadurch erzeugt, dass Kapital gerade nicht einfach Geld bedeutet, sondern Vermögen, das investiert werden<em> muss</em>, um mehr Geld zu erwirtschaften. Freilich wird die Postwachstumswirtschaft nicht von heute auf morgen erreicht werden können. Darum sind auch soziale Verbesserungen <em>im </em>kapitalistischen System zu begrüßen.</p>
<p><strong>3.2</strong> <strong>Könnte es also sein, dass es – theologisch gesprochen – vor neuen Verhältnissen zuerst „neue Menschen“ braucht?</strong></p>
<p>Hier kann es nicht um <em>erst-dann</em> gehen, sondern nur um ein <em>gleichzeitig</em>. Eine solidarische und kooperative Wirtschaft erfordert und bildet solidarische und kooperative Menschen. Eigentlich müssten Menschen mit Vernunft begreifen, dass leben und arbeiten in guten zwischenmenschlichen Beziehungen viel attraktiver ist als der Krieg aller gegen alle, wie ihn der Kapitalismus braucht und fördert. Aber die ideologische Macht des herrschenden Systems sitzt tief in den Menschen drin und ist zur Gewohnheit geworden. Darum wird das Lernen vermutlich nur über die Erfahrung von Katastrophen fortschreiten, die unvermeidlich sind, wenn das imperial kapitalistische System weiterhin in Geltung bleibt. Aber man kann sich auch aus der geistlichen Kraft des Evangeliums und durch praktische Erfahrung aus diesen Zwängen befreien (lassen), wie wir in einem interdisziplinären Team von Psychologen und Theologen gezeigt haben.</p>
<h2>Zum Weiterlesen</h2>
<p>Duchrow/R. Bianchi/R. Krüger/V. Petracca: <em>Solidarisch Mensch werden. Psychische und soziale Destruktion im Neoliberalismus – Wege zu ihrer Überwindung</em>, VSA Verlag / Publik-Forum, Hamburg/Oberursel 2006, 512 S.</p>
<p><em>Das Interview führte Manfred Schütz auf schriftlichem Weg. Ausgangspunkt waren zunächst drei Fragen, auf die verabredungsgemäß weitere sieben folgten.</em></p>
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		<title>Wir sind dran!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ernst Ulrich von Weizsäcker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Feb 2018 14:52:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzmärkte]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Wachstum]]></category>
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					<description><![CDATA[1972 verkündete der Club of Rome die „Grenzen des Wachstums“. Fünfundvierzig Jahre später legt er einen neuen Bericht vor. Mitautor Ernst Ulrich von Weizsäcker erläutert dessen Kernthesen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>1972 verkündete der Club of Rome die „Grenzen des Wachstums“. Fünfundvierzig Jahre später legt er einen neuen Bericht vor. Mitautor Ernst Ulrich von Weizsäcker erläutert dessen Kernthesen.</p></blockquote></div>
<p>Der Kern des neuen Club of Rome-Berichts lautet: Für die heutige Volle Welt brauchen wir eine <em>Neue Aufklärung. </em>Die alte Aufklärung von Descartes bis Kant war großartig, befreiend, notwendig. Sie war die Basis für die Industrielle Revolution, die so unglaublich viel Wohlstand ermöglicht hat. Aber sie wurde entwickelt und formuliert in der Zeit der „Leeren Welt“. Da lebten weniger als eine Milliarde Menschen auf der Erde. Es gab noch riesige „weiße Flecken“ auf der Welt-Landkarte, riesige unzerstörte Wälder, immensen Fischreichtum, beliebig viele Bodenschätze, die meisten noch nicht einmal entdeckt. Und Europa schickte sich an, die ganze Welt zu kolonisieren, mit meistenteils grausamen Eroberungsfeldzügen gegen die jeweiligen Bewohner in den „fremden Ländern“.</p>
<h2>Eine neue Philosophie für die „Volle Welt“</h2>
<p>Es war Herman Daly, der frühere Weltbank-Ökonom und Begründer der „Ökologischen Ökonomie“, der die Unterscheidung zwischen der Leeren Welt und der Vollen Welt geprägt hat (Herman Daly: <em>Economics for a Full World. Essay for the Great Transition Initiative.</em> Boston, 2015). Vor 1950 wäre diese Unterscheidung noch in keiner Weise plausibel gewesen. Erst das rasante Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg hat uns ins „Anthropozän“ katapultiert (siehe Grafiken).</p>
<p>In der Leeren Welt war der Raubbau an der Natur lokal und relativ harmlos. In der heutigen Vollen Welt wird er zur Bedrohung für unsere Lebensgrundlagen. Für das Anthropozän brauchen wir eine neue Philosophie, die geeignet ist, das Überleben der Menschheit zu sichern und hierfür das Überleben der Natur zu garantieren, die uns das Leben überhaupt erst möglich macht. Noch radikaler gesagt: Wir brauchen nichts weniger als eine Neue Aufklärung.</p>
<h2>Ansatzpunkte des neuen Berichts</h2>
<p>In dem neuen programmatischen Club of Rome-Bericht unter dem Titel „Wir sind dran“, englisch „Come On!“, leiten wir die diesbezügliche Diskussion mit der großartigen Enzyklika <em>Laudato Si</em> von Papst Franziskus ein (<em>Laudato si: die Umwelt-Enzyklika des Papstes.</em> Freiburg, 2015). Auch er fordert ein neues Denken für „unser gemeinsames Haus“, für die Erde. Er geißelt einen auf Geiz und Expansion aufbauenden Kapitalismus als Gefahr für das Gemeinsame Haus.</p>
<p>Wir setzen nach und untersuchen die Kernaussagen von drei Ikonen der Ökonomie: Adam Smith, David Ricardo und Charles Darwin. Alle drei, scheint uns, haben zu ihrer Zeit das Richtige gesagt, das Richtige für die leere Welt und unter allerlei Bedingungen, die heute gar nicht mehr gegeben sind.</p>
<h2>Die „unsichtbare Hand des Marktes“ – Adam Smith</h2>
<p>Adam Smith hatte die Eingebung, dass der Eigennutz der Bauern, Handwerker und Händler zum Wohle der Gemeinschaft gereicht. Die „unsichtbare Hand“ sorgte dafür, dass Eigennutz dem Gemeinwohl dient. Aber Smith konnte noch fraglos davon ausgehen, dass die geographische Reichweite des so entstandenen Handels, des „Marktes“ noch identisch war mit der Reichweite des Staates und des von ihm gesetzten Rechtes. Diese Bedingung ist heute überhaupt nicht mehr gegeben. Der Markt, vor allem der Finanzmarkt, ist heute global, während das Recht in der Hauptsache national ist. Und so hat der Kapitalmarkt angefangen, die Staaten zu beeinflussen, um nicht zu sagen, zu erpressen, ihre Regeln so zu ändern, dass die Kapitalrendite steigt.</p>
<h2>Ortsgebundenheit des Kapitals – David Ricardo</h2>
<p>David Ricardo hat noch angenommen, dass das Kapital (damals hauptsächlich das produktive Kapital, d.h. die Fabriken oder Äcker) ortsfest blieb. Nur die Waren und die Händler wanderten über die Grenzen. Und der so beschaffene Außenhandel erzeugte „<em>komparative</em> Vorteile“ und nützte allen Beteiligten. Heute dagegen ist es fast ausschließlich das (Finanz-)Kapital, das – praktisch mit Lichtgeschwindigkeit – um den Globus saust und die Realwirtschaft lenkt und erpresst und sich zugleich vor den Steuerbehörden möglichst unsichtbar macht.</p>
<h2>Barrieren schützen Vielfalt  – Charles Darwin</h2>
<p>Charles Darwins Denken über den Wettbewerb der Arten wird frivol in Anspruch genommen für das Niederreißen aller Handelshemmnisse, auf dass ein weltweiter Wettbewerb aller gegen alle die Evolution zum Besseren beschleunige. Nein, würde Darwin da sagen: Barrieren sind geradezu eine Voraussetzung für die Entwicklung der beeindruckenden Artenfülle gewesen. Klimatische Unterschiede und Barrieren, Gebirge und Gewässer ließen Vegetationszonen und lokale Spezialisierungen entstehen, die ihrerseits die Basis für die vielen Millionen von Tier- und Pflanzenarten waren. Das Niederreißen von Barrieren bedeutet <em>Vernichtung</em> von Vielfalt, während Darwins Evolutionslehre die laufende <em>Vermehrung</em> von Vielfalt erklären konnte.</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-right pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Den primitiven Kampf der Starken gegen die Schwachen hatten die Ikonen der Ökonomie nie im Sinn.</p></blockquote></div>
<p>Zusammengefasst: die drei aufklärerischen Ikonen im 18. und 19. Jahrhundert werden für eine primitive Sorte von Kampf der Starken gegen die Schwachen in Anspruch genommen, welche die genialen Verfasser der aufklärenden Schriften nie im Sinn gehabt hatten.</p>
<h2>Die Tugend der Balance</h2>
<p>Eine neue Aufklärung muss insbesondere einer uralten Tugend wieder zur Geltung verhelfen, der Tugend der Balance. Bei Adam Smith ist es die Balance zwischen Staat und Markt; bei David Ricardo die Balance zwischen handelstreibenden Staaten; und bei Charles Darwin zwischen dem heutigen Erfolg mit dem Reichtum von zukünftigen Optionen.</p>
<p>Die Autoren von „Wir sind dran“ gehen aber viel weiter. Sie fordern die Balance zwischen Mensch und Natur, zwischen Kurzfrist und Langfrist, zwischen Leistungsanreiz und Gerechtigkeit, zwischen Staat und Religion, oder zwischen der linken und der rechten Gehirnhälfte. Unsere Zivilisation braucht weniger Rechthaberei und mehr Balance! Das ist auch eine Lehre für das „westliche“ Denken, wo die Rechthaberei gedeiht gegenüber dem östlichen Denken, wo das Yin- und Yang-Symbol die Balance widerspiegelt.</p>
<p>Wie soll eine Balance zwischen Staat und Religion aussehen? Nun, das Gegenteil von einem „Islamischen Staat“ oder manchen christlichen Staaten vom Mittelalter bis zur Aufklärung. Und auch das Gegenteil des anderen Extrems, einem total utilitaristischen Staat, der die Religion unterdrückt und ihre über den Utilitarismus weit hinausgehenden Tugenden verachtet oder ignoriert. Die Gestaltung im Einzelnen kann in der Verfassung festgelegt werden, wie das im Grundgesetz im Prinzip erreicht wurde.</p>
<h2>Den Fortschritt in die richtige Richtung lenken</h2>
<p>Der Club of Rome bleibt aber nicht in der Philosophie stehen und wird politisch konkret, in Sachen Klima, Kreislaufwirtschaft, Finanzmarktregulierung und vielen anderen Baustellen. Will man Wohlstand ohne Zerstörung der Natur, muss die Vermehrung der Menschen aufhören und die Ressourcenproduktivität dramatisch gesteigert werden. Sonst bräuchten wir fünf oder mehr Erdbälle für den „Wohlstand für alle“. Jedoch bei einer Ideologie, dass Energie, Wasser und Land für alle „bezahlbar“, d.h. billig verfügbar sein müssten, zerstört man den unerlässlichen Anreiz, der zur drastischen Erhöhung der Ressourcenproduktivität führen würde. Die Staaten sind aufgefordert, durch geeignete Preissignale den Fortschritt in die richtige Richtung zu lenken.</p>
<p>Die Staaten alleine können das nicht schaffen. Sie sind angewiesen auf das Mitmachen der Zivilgesellschaft, der Investoren, der Bildungsinstitutionen. Überall muss das Bewusstsein gepflegt werden, dass wir in einer verdammt Vollen Welt leben und dass das von uns eine Abkehr von bequemen Denkmustern aus der Leeren Welt erfordert.</p>
<h2>Die Nationen als Partner statt Rivalen</h2>
<p>Die Nationen wiederum müssen lernen, sich als Partner statt bloß als Rivalen zu benehmen. Ein Kapitel in „Wir sind dran“ sieht vor, dass in jedem Staat ein „Kohabitationsministerium“ geschaffen wird, dessen Aufgabe es ist, Felder zu bezeichnen und zu entwickeln, deren Pflege dem eigenen Land und einer größeren Zahl von anderen Ländern Nutzen bringt. In der EU haben wir so etwas ja schon im Ansatz: die für europäische Angelegenheiten zuständigen Ministerien sollen ja gerade die Synergien, nicht die Rivalitäten zwischen den EU-Staaten suchen und ausbauen. Hier tut sich ein großer Abstand zwischen dem jungen Europa und den verkalkten Doktrinen des auf ewige Rivalität fixierten gegenwärtigen US-Präsidenten auf. Seien wir froh in Europa, dass wir hier schon weiter sind, übrigens auch in einem balancierteren Verständnis von Charles Darwin!</p>
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		<title>„So weit sind wir wirklich gekommen!“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Wolfgang Thierse]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Feb 2018 14:40:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 28. Jahrgang, Heft 1, Februar 2018]]></category>
		<category><![CDATA[katholisch]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Ökumene]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Reformationsjubiläum]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf der Festveranstaltung des Landes Rheinland-Pfalz zum Reformationsfest 2017 zog der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse eine Bilanz des Reformationsjubiläums. Wir dokumentieren eine gekürzte Fassung seiner Rede; der vollständige Text findet sich unter www.thierse.de.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Auf der Festveranstaltung des Landes Rheinland-Pfalz zum Reformationsfest 2017 zog der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse eine Bilanz des Reformationsjubiläums. Wir dokumentieren eine gekürzte Fassung seiner Rede; der vollständige Text findet sich unter <a href="http://www.thierse.de" target="_blank" rel="noopener">www.thierse.de</a>.</p></blockquote></div>
<p>Lassen Sie mich mit einer persönlichen Vorbemerkung beginnen: Ich bin weder Historiker noch Theologe, ich bin nicht einmal evangelisch. Es war also eine durchaus mutige Entscheidung, ausgerechnet mich zum 500. Reformationsjubiläum sprechen zu lassen. Das erfüllt mich jedenfalls mit Erstaunen und Bewegung. Denn ich bin aufgewachsen als Katholik in einem damals fast noch stockprotestantischen Teil Deutschlands, in Thüringen (einem Lutherland) – ich bin aufgewachsen mit all den Fremdheiten zwischen den Konfessionen, mit den (evangelischen) Vorurteilen gegen die Katholiken, gegen die man die eigenen (katholischen) Vorurteile mobilisierte. Die Nachwirkungen einer 400-jährigen Spaltungsgeschichte waren noch ganz alltäglich gegenwärtig: „Die Katholiken sind falsch&#8230;“ – wie oft habe ich das damals gehört, wie oft hat mich das verletzt!</p>
<p>Und nun stehe ich hier als katholischer Christ aus der ostdeutschen Nachbarschaft und soll eine Festrede zum 500. Jahrestag des Lutherschen Thesenanschlags halten. So weit ist es also gekommen! So weit sind wir – noch immer konfessionsverschiedenen – Christen gekommen! Dass das doch wirklich nichts mehr Sensationelles oder Befremdliches ist – so weit sind wir wirklich gekommen!</p>
<p>Wir haben nämlich – so hoffe ich -, so glaube ich – viel miteinander gelernt: Von und über Martin Luther in der ihm gewidmeten Dekade und am Ende dieses Jahres der besonderen Erinnerung an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren.</p>
<h2>Wir sind Kinder der Reformation</h2>
<p>Die Reformation war gewiss zunächst und vor allem ein einschneidendes und folgenreiches kirchengeschichtliches Ereignis. Dessen Wirkungen aber betrafen und betreffen nicht nur die Kirchen, sondern sie sind von allgemeingeschichtlicher, sowohl kulturgeschichtlicher wie national- und weltgeschichtlicher Art. Deshalb geht das Reformationsjubiläum nicht nur die Christen an, sondern auch Andersgläubige und Nichtgläubige: Wir alle, besonders in Deutschland, aber auch in Europa und in vielen Teilen der Welt, wir alle sind Kinder der Reformation!</p>
<p>Wie sähe unsere deutsche Kultur und Literatur aus (um damit zu beginnen) ohne die Kultur des evangelischen Pfarrhauses, ohne den Beitrag Luthers zur Entwicklung der deutschen Sprache! Seine Bibelübersetzung – jetzt spricht der Germanist aus mir – ist und bleibt unübertroffen. Das zeigen alle neuen Versuche moderner, zeitgemäßer oder gendergerechter Übersetzung auf gelegentlich sogar peinliche Weise. Wie wäre unsere Geschichte verlaufen ohne den Beitrag der protestantischen Ethik zur Lebens- und Wirtschaftsordnung unserer Gesellschaft! (…)</p>
<p>Angesichts des weltgeschichtlichen Folgenreichtums der Reformation darf nicht vergessen oder verdrängt werden, dass sie ein vor allem religiös verursachtes und bestimmtes Ereignis gewesen ist. Zunächst ein Protest – gegen Ablasshandel, gegen das Papsttum. Sodann die Neubegründung christlicher Religion – solus christus, sola scriptura, sola gratia, sola fide. Was Luther mit dieser Wendung gelingt, bezeichnet der Historiker Heinz Schilling als „Reimplantation von Religion und Glauben in den europäischen Prozess der Zivilisation“. Luther sei so „Garant neuzeitlicher Religiosität“ geworden.</p>
<p>Luther und die Reformation sind inzwischen längst Teil auch der Geschichte der katholischen Kirche geworden, sie haben auch die katholische Kirche nachhaltig verändert. Luther ist wirklich nicht mehr nur euer Eigentum, liebe evangelische Schwestern und Brüder! Er gehört der gesamten Christenheit! Das ist keine entschädigungslose Enteignung, versichere ich euch. (…)</p>
<p>Wir wissen heute also genauer, dass die 500-jährige Geschichte der Reformation die gemeinsame christliche Geschichte ist – im Bösen wie im Guten, im konfessionellen Zwist und Streit, im Hass und in Gewalttaten – aber auch im Guten, in den immer wieder neuen Versuchen der Versöhnung, des Suchens nach der Wahrheit. Ich zitiere noch einmal Heinz Schilling: „So war der Weg zu Toleranz, Pluralismus und modern verstandener Freiheit begleitet von Fundamentalfeindschaft, abgrundtiefem Hass, zynischer Menschenverachtung und grausamer Gewalt“. Und es dauerte Jahrhunderte bis das „Tor zur befriedeten Multikonfessionalität“ aufgestoßen werden konnte.</p>
<h2>Das Geschenk der Religionsfreiheit</h2>
<p>So wie wir der Reformationstheologie – Melanchthon vor allem – die deutlichere Unterscheidung von Religion und Politik verdanken, so verdanken wir der Reformation auch eine andere weitreichende Konsequenz: Der Luther- Effekt (so der Titel einer Ausstellung in Berlin) – nämlich konfessionelle Differenzierungen und Kämpfe – erzwangen und ermöglichten (beides gilt) die religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates und damit die individuelle Religionsfreiheit. Ein großes Geschenk! Dessen umfassende Verwirklichung in Europa und im Westen hat gewiss Jahrhunderte gedauert. Aber die durchaus widersprüchliche Geschichte der religiösen Freiheit hat doch mit Luther und der Reformation einen entscheidenden Anstoß erhalten. (…)</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-left pullquote-border-placement-right"><blockquote><p>Der weltanschaulich neutrale Staat bleibt auf Menschen angewiesen, die sich nicht neutral verhalten.</p></blockquote></div>
<p>Der Staat unseres Grundgesetzes ist religiös-weltanschaulich neutral und ermöglicht so die Religionsfreiheit seiner Bürger. Er ist also kein säkularistischer oder laizistischer Staat, also auch kein Staat, der einen säkularen Humanismus vorzieht oder fördert und Religion aus der Öffentlichkeit verdrängt (wie das nicht wenige angesichts des Islam und der Muslime in unserem Land sich wünschen). Der moderne Staat ist säkular nicht dadurch, dass er Religion ausschließt, sondern dadurch, dass er die Koexistenz einer Vielfalt religiöser wie a-religiöser Überzeugungen ermöglicht und die Bürger dazu einlädt, aus ihrer jeweiligen Überzeugung heraus und nach gemeinsamen Regeln subsidiär zusammenzuwirken, also über religiöse und kulturelle Unterschiede hinaus gemeinsam das soziale, kulturelle und politische Leben zu gestalten. Diese Einladung auszuschlagen, ist für Christen nach der Reformation schlicht undenkbar, sie gilt ebenso auch für Juden, Muslime, Atheisten, Agnostiker. Der weltanschaulich neutrale Staat bleibt eben auf Menschen angewiesen, die sich in Weltanschauungs- und Religionsfragen nicht neutral verhalten – die sich aber ausdrücklich auf Fairness und Friedfertigkeit im Verhältnis zueinander verpflichten lassen!</p>
<p>Das ist unser religionsverfassungsrechtlicher Rahmen, von dem ich meine, dass er ein geeigneter, zukunftsfähiger Rahmen ist für die Herausforderungen von Religion und Weltanschauung in wachsendem Plural – angesichts offener Grenzen, angesichts von Globalisierung und angesichts von Migrationsbewegungen.</p>
<h2>Die herbe Tugend der Toleranz</h2>
<p>Diesem Rahmen entspricht als individuell angemessenes Verhalten die herbe Tugend der Toleranz. Sie ist anstrengend, weil sie eben nicht bloß laissez faire, Indolenz, Desinteresse, Gleichgültigkeit, Beliebigkeit meint. Bei der Toleranz als einer Tugend der praktischen Vernunft geht es um die schwierige Verbindung von eigenem Wahrheitsanspruch mit der Anerkennung des Wahrheitsanspruchs des Anderen. Das müssten wir doch aus der Reformation und ihren Folgen, den bitteren Glaubenskriegen, endgültig gelernt haben! Und wir müssen es immer wieder neu lernen &#8211; auch dazu verpflichtet uns das Reformationsjubiläum. Toleranz als Respekt vor den Anderen, von mir Unterschiedenen ist Strukturprinzip eines lebbaren Pluralismus und Zentrum einer gelebten Kultur gleicher Lebens- und Freiheitsrechte in einer widersprüchlichen und in jeder Hinsicht bunten Gesellschaft.</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-right pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Die Kirchen haben eine bittere Lerngeschichte in Sachen Toleranz und Freiheit hinter sich.</p></blockquote></div>
<p>Die Kirchen, die Christen sollen und können dazu einen gewichtigen Beitrag leisten. Denn gerade die Kirchen haben ja seit der Reformation einen höchst mühevollen Erfahrungsprozess, eine bittere Lerngeschichte in Sachen Toleranz und Freiheit hinter sich. Nämlich: Zu lernen, auf politische Macht oder gar Gewalt zu verzichten zur Durchsetzung des eigenen Wahrheitsanspruchs, sich des Missbrauchs von Religion zur Begründung von Gewalt zu erwehren und ihm energisch zu widersprechen – ohne an Leidenschaft, an Überzeugungskraft zu verlieren und eine „lauwarme Religion“ werden zu müssen. An diese Lerngeschichte zu erinnern und heute zu zeigen, ja zu beweisen, dass und wie Toleranz und Freiheit praktisch gelebt werden können – dies, meine und hoffe ich, ist und bleibt der Sinn des Reformationsjubiläums.</p>
<h2>Wie weit trägt die neue Nähe?</h2>
<p>Und genau dies macht die Erinnerung an die Reformation wichtig – für die ganze Gesellschaft! Noch nie waren Protestanten und Katholiken so nah beieinander wie in diesem Jubiläumsjahr 2017. (…) Anfängliche Skepsis und das Misstrauen, das Jubiläum solle der Profilierung der einen Kirche zu Lasten der anderen dienen oder, im Gegenteil, das eigene Profil könne verundeutlicht werden – diese Skepsis hat keine Bestätigung gefunden. In diesem Jahr war sogar nicht mehr so laut zu hören: Die evangelische Kirche sei – so eine programmatische Selbstbeschreibung vor einigen Jahren – die „Kirche der Freiheit“, womit meine katholische Kirche zu einer Kirche der Unfreiheit abgestempelt war. Es tat gut, solche – falsche – konfessionelle Entgegensetzung nicht wieder zu vernehmen.</p>
<p>Ist also „alles in Butter“? Haben wir es mit mehr zu tun als mit einem Überschwang, der dem Jubeljahr geschuldet ist? Mit einer Euphorie, die schnell wieder verglüht, wenn der prosaische kirchliche Alltag einsetzt? Die beiden Kirchenchefs in Deutschland – Bischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx – schreiben: „Die beiden großen christlichen Kirchen haben die Weichen dafür gestellt, das Gedenken an 500 Jahre Reformation nicht als Abgrenzung, sondern als Ausgangspunkt für weitere Schritte auf dem Weg zur sichtbaren Einheit zu nehmen“. Und sie betonen: „2017 ist deshalb kein Schlusspunkt, sondern setzt einen Doppelpunkt in der Ökumene“.</p>
<h2>Ökumenische Ungeduld</h2>
<p>Ich möchte sie beim Wort nehmen. Denn ich bin unzufrieden. Ich verspüre ökumenische Ungeduld – gerade auch am Ende dieses Reformationsjubeljahres. Denn: Es eint uns doch mehr als uns trennt! Und vor allem: Dieses Reformationsjubiläum hat uns doch überdeutlich vor Augen geführt, dass Luther eine Reform der Kirche wollte, und dass die Gründe – die theologischen wie die politischen – die damals zur Kirchenspaltung führten, heute nicht mehr Gültigkeit beanspruchen können. (…)</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-left pullquote-border-placement-right"><blockquote><p>Ökumene ist nicht nur Sache der Theologen und Kirchenleitungen</p></blockquote></div>
<p>Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft werden nicht gestärkt, sondern geschwächt durch Differenzen im Kirchen- und Amts- und Sakramentenverständnis, die die meisten Christen nicht verstehen und Nichtchristen schon gar nicht. Ich weiß, diese Feststellung, der Apell zu ihrer Überwindung lässt diese Differenzen nicht verschwinden, da ist noch viel ernsthafte theologische Arbeit und Reflexion notwendig. Aber der Gedanke ist doch wohl angemessen, dass Ökumene nicht nur Sache der Theologen und Kirchenleitungen ist und sein darf, sondern in den Gemeinden gelebt und also von unten vorangebracht werden muss. Seien wir evangelische und katholische Christen also neugieriger aufeinander, von Gemeinde zu Gemeinde, machen wir einfach mehr miteinander, begreifen wir, dass die Zukunft der Ökumene, ja der Kirche, Sache jedes einzelnen Christen ist, dass die „Freiheit eines Christenmenschen“ ganz in Luthers Sinn gefragt ist. (Und nutzen wir Katholiken die Chance, mit Franziskus einen Papst zu haben, der durchaus Luther’sche Qualitäten hat.)</p>
<h2>Die Bedeutung der Ökumene für die Zukunft der Gesellschaft</h2>
<p>Wie diese ökumenische Geschichte weiter geht, wie sie ausgeht, das ist von weitreichender Bedeutung für unsere Gesellschaft, unser Gemeinwesen insgesamt. Denn so sehr unser Land säkularisiert erscheint, so sehr es gerade auch in kultureller und religiös-weltanschaulicher Hinsicht vielfältig und widersprüchlich ist und weiter werden wird – so sehr sind und bleiben doch Christen und Kirchen ein prägender Teil dieses Landes. Über 60 Prozent der Bürger gehören zu einer der christlichen Kirchen. In den mehr als 25.000 Gemeinden versammeln sich Woche für Woche Millionen Menschen: 3,5 Millionen gehen durchschnittlich am Wochenende in einen Gottesdienst (das sind übrigens achtmal so viel, wie am Wochenende Bundesligaspiele besuchen). Das sollte man nicht geringschätzen. Und auch weit über Kirchenzugehörigkeit und Kirchenbindung hinaus gibt es eine breite Aufmerksamkeit und Akzeptanz für das, was Kirchen und Christen sagen und tun, was sie als Überzeugungen und Werte vertreten und praktizieren. Sie leisten – gewiss nicht sie allein aber sie doch auch – einen unersetzlichen Beitrag zum Gelingen unseres Zusammenlebens, zum Zusammenhalt einer konfliktreichen und widersprüchlichen Gesellschaft. (…)</p>
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