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	<title>evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016 &#8211; evangelische aspekte</title>
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	<description>Die evangelische Zeitschrift im Internet</description>
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	<title>evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016 &#8211; evangelische aspekte</title>
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		<title>Das Ende der Aufklärung?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manfred Schütz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2018 15:59:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016]]></category>
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					<description><![CDATA[Ziel und Ende gesellschaftlicher Aufbrüche oder Umwälzungen sind oft identisch. Die Theologische Werkstatt fragt daher nach dem Stand von Ökonomie und Aufklärung. Begriffliche Unschärfen bis hin zu Feindlichen Übernahmen von Fachtermini sind hier häufig einkalkuliert und vorab bewusst eingepreist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Ziel und Ende gesellschaftlicher Aufbrüche oder Umwälzungen sind oft identisch. Die Theologische Werkstatt fragt daher nach dem Stand von Ökonomie und Aufklärung. Begriffliche Unschärfen bis hin zu Feindlichen Übernahmen von Fachtermini sind hier häufig einkalkuliert und vorab bewusst eingepreist.</p></blockquote></div>
<p>Wer sich heute mit Theologie und Ökonomie befasst, der könnte mit Giorgio Agamben einsetzen, dem italienischen Philosophen in Venedig, der immerhin eine umfangreiche „ökonomische Theologie“ verfasste. Oder mit der „Theologie der Märkte“ des wirtschaftsweisen Jochen Hörisch. Der fabulierfreudige Germanist und Medienanalyst (rauschender Vollbart, Jahrgang 1951) ist der Überzeugung, dass Glaube an Gott und Glaube an Geld nach den gleichen Mustern funktionieren. Wirtschaftsleben und Theologie scheinen in der Tat nicht weit auseinander. Dass dies für die Evangelische Theologie und zumal in Deutschland stimmt, lässt sich mit wenigen Hinweisen belegen.</p>
<h2>Der wirtschaftende Mensch</h2>
<p>„Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen“. Für die hebräische Bibel ist der mühselige „Broterwerb“ seit der Vertreibung aus dem Paradies ein Urdatum, eine Urgegebenheit des Menschseins. Zur Bestimmung des Menschen gehört das Anordnen und Verwalten der vorgefundenen Natur (vgl. Gen 3,19 mit Gen 2,15), das Bebauen und Bewahren, Säen und Ernten im weitesten Sinn. Er hat das Mandat dazu (Gen 9,2), er ist der Landwirt und der Ackerbauer Adam – der wirtschaftende Mensch.</p>
<p>Diese (anthropologische) Grundbestimmung steht nahe der altertümlichen Tradition der Ökonomie als „Hausverwaltung“, die ganz vom <em>oikos – </em>gr.: das Haus – her denkt. Zu Haus und Hof gehören Zuarbeiter und Hausknechte, selbstverständlich die Hausfamilie, zum Teil über mehrere Generationen, mit den jeweiligen Ehepartnern. Von der Oikoswirtschaft als „Verwaltung des Hauses“ leitet sich schließlich die Urbedeutung aller <em>oikonomia</em> her, die nach Giorgio Agamben im Sinne der „Verwaltung“ und der anordnenden „Führung“ als transformiertes Prinzip der Ökonomie ein verbreitetes gedankliches Motiv in Theologie und Politik bereits kurz nach Beginn unserer Zeitrechnung wird.</p>
<p>Später wird die klassische Wirtschaftslehre dann vom <em>homo oeconomicus </em>sprechen: Das Individuum, das nach rationalen Gesichtspunkten seine ökonomischen Handlungen organisiert, wird gleichsam der Dreh- und Angelpunkt der volkswirtschaftlichen Modelle. Doch schon in der Reformation finden die Wirtschaftstheorien einen gewichtigen Vorläufer. Nicht zufällig bezeichnet Karl Marx rückblickend Martin Luther als den ersten Nationalökonom.</p>
<h2>Wirtschaftslehre und Theologie</h2>
<p>„Hmmh, was gehen mich die großkopfeten Betriebs- oder Volkswirtschaftslehren an?“, möchte man einwerfen. Die Ökonomie ist viel zu wichtig, als dass man sie den Fachleuten überlassen darf, sagt Jochen Hörisch. Mit rasselnden Sätzen skizziert er die aktuelle Wirtschaft als <em>überkomplex</em> und kaum mehr zu durchschauen. Die Sachwalter der Wirtschaftslehren indes hielten starr an alten Systemtheorien fest, die sich längst als prekär falsch erwiesen hätten. Hörisch unterstellt den Ökonomen blinde Theoriengläubigkeit. Volkswirtschaftslehre sei jedoch unwissenschaftliche Alchemie (also die Behauptung, Gold zaubern zu können), der man keine unhinterfragte Autorität zukommen lassen solle (J. Hörisch: <em>Man muss dran glauben. Die Theologie der Märkte</em>, Wilhelm Fink Verlag, München 2013). Hörisch fordert – mit gewisser Heiterkeit – eine „ökonomische Aufklärung“.</p>
<h2>Ökonomie als Funktion der Gesellschaft</h2>
<p>Die Wirtschaftswissenschaft im engeren Verständnis ist selbst ein Kind der Aufklärungsepoche. In Leipzig etwa wurde ein erster Lehrstuhl für „Oeconomic und Cameralwissenschaften“ 1764 eingerichtet; Ökonomie ist, soviel darf man sagen, im Vergleich zu altehrwürdigen Disziplinen wie Medizin oder Juristerei mit ihren 250 Jahren bisher noch eine „Episodenwissenschaft“.</p>
<p>Vor dem eingangs beschriebenen Szenario ist wenig überraschend, dass Ökonomie alsbald und über weite Strecken als übergreifende <em>Gesellschafts</em>theorie betrieben wurde. Dafür steht nicht zuletzt der Name Max Weber, der mit seiner – durchaus umstrittenen – These eines Zusammenhangs zwischen der Entstehung des Kapitalismus und protestantischem Wesen (insbesondere für den Calvinismus) manchen, sagen wir, Wirbel verursacht hat.</p>
<p>Wirtschaft und Gesellschaft, soviel steht freilich fest, beeinflussen sich wechselseitig auf vielfach verschlungene Weise. Gerade der große Systemstreit (falls sich jemand erinnert) zwischen planwirtschaftlichem Sozialismus und Kapitalismus mit freiem Marktgeschehen im 20. Jahrhundert zeigt, wie grundlegend Wirtschaftsformen Gesellschaften bestimmen. Auch heute wird die Frage diskutiert: Hat die Wirtschaft den Primat vor der politischen Gestaltung der Gesellschaft? Ist es umgekehrt? Hier könnte Hörischs Forderung nach einer Aufklärung althergebrachter Wirtschaftslehren helfen. Denn Wechselwirkungen ergeben sich so oder so: Ökonomie erweist sich in beiden Fällen als zentrale Funktion der Gesellschaft.</p>
<h2>Ökonomische Aufklärung</h2>
<p>Was nun wäre Aufklärung? Es war ja durchaus ein breites Spektrum, das sich hinter der Fahne der aufklärerischen Bewegungen versammelte und manchmal noch versammelt. Eines der großen Ziele war, die Basis der Gesellschaft in neuer Weise grundzulegen. Es ging um wissenschaftliche Erkenntnis, um freien Zugang zu allem Wissen. Was richtig ist, sollte sich in nachprüfbarer Weise, im Diskurs der Öffentlichkeit beweisen. (Mancher Zeitgenosse sieht heute diese Öffentlichkeit realisiert im Internet und seinen digitalen Geschwistern.)</p>
<p>Doch die Aufklärung brachte nicht nur Wissen und Mitbestimmung, sondern auch den Terror Robespierres, der wahllos Köpfe rollen ließ. Und sie brachte Adam Smith. Mit seiner Schrift vom „Wohlstand der Nationen“ (1776) begründet er die liberale Zentraldoktrin vom egoistischen Gewinnstreben, das unmerklich dem Gemeinwohl diene. Er führt zugleich – laut Hörisch (vgl. dort S. 42-46) – die offene Sympathie für den Teufel ein (<em>sympathy for the devil</em>). Schon Bernard Mandeville hatte mit seiner berühmten Bienenfabel 1714 darauf zugearbeitet. Hinfort sollte das Prinzip der „produktiven Zerstörung“ gelten, das persönliche Laster steht über gemeinschaftsförderlicher Moral.</p>
<h2>Reformatorische Aufklärung</h2>
<p>Nun also <em>welche</em> Aufklärung? Das erläutert Hörisch nicht. Und so sehr man ihm zugutehalten kann, mit der Analyse vieler Wirtschaftstheorien als purer Glaubensdogmen einen Nerv zu treffen, so sehr lässt er ein genuines Verständnis <em>theologischer</em> Sachverhalte trotz viel begrifflicher correctness in seinem Buch über weite Strecken vermissen. Die neuzeitliche „Sympathie für den Teufel“ will er gar beim Apostel Paulus entdecken, wenn dieser fragt: „Lasset uns übel tun, auf dass Gutes daraus komme?“ (Röm 3,8) Und verschweigt (geflissentlich?) die strikte, einen Satz später folgende Zurückweisung, wo es heißt (hier kurz paraphrasiert): „Mitnichten!“. Sogar die reformatorische Lehre des <em>simul iustus et peccator </em>(gerecht und ungerecht zugleich) vermeint er der Erlaubnis zum vorsätzlichen Übeltun zurechnen zu können. Welch krasses Missverständnis… (Vgl. Luther, <em>Von den guten Werken</em>, 1520, die erste protestantische Ethik, ganz entlang der zehn Gebote orientiert.) Hier ist Hörisch reformatorisch aufzuklären.</p>
<p>Und noch ein großes Manko sei an dieser Stelle vermerkt. Zwar streift der eloquente Kritiker die Monstrositäten der Finanzökonomie. Doch von der disruptiv voranpreschenden Digitalwirtschaft – kein Wort. Dabei ist es gerade die Digitale Revolution, die derzeit die harte Realwirtschaft <em>und </em>die frei flottierende Finanzwelt bis ins Innerste umwälzt.</p>
<h2>Reformation und Social-Ökonomie</h2>
<p>Dass man die Wittenberger Reformation kaum für zerstörerischen Turbokapitalismus in Anspruch nehmen kann, lässt sich leicht an historischen Fakten abklären. Man muss gar nicht erst bis zu Luthers konstruktiv-differenzierter Kritik am entstehenden Frühkapitalismus greifen (Schriften gegen den Wucher, zum Gesamtkomplex vgl. Ulrich Duchrow). Die Wechselwirkung zwischen ökonomischer Entwicklung und theologischer Einsicht wird bereits ersichtlich an so ›schlichten‹ Folgen wie der Entleerung der Klöster – mitsamt deren seinerzeit nicht unbeträchtlichen wirtschaftlichen Bedeutung. An die Stelle der weltabgewandten Mönchsethik trat (aber nicht der moralfreie Kapitalist, sondern) das kaum zu überschätzende lutherische „weltliche“ Berufsethos, inklusive ›Sozialverantwortung‹. Deren theologische Unterfütterung wiederum ist (u.a.) in der allbekannten Drei-Status-Lehre aufzufinden.</p>
<h2>Status oeconomicus</h2>
<p>Mit seiner Status-Lehre beschreibt Luther die drei Grunddimensionen menschlichen Seins, in denen sich jeder stetig wiederfindet. Es ist gewissermaßen seine <em>theologische</em> <em>Anthropologie</em>, die nicht nur über den Menschen in Kirche und Politik (vgl. <em>status ecclesiasticus</em>, <em>status politicus</em>) handelt, sondern ausdrücklich vom Menschen in seiner ökonomischen Dimension (<em>status</em> <em>oeconomicus</em>). Die zugegebenermaßen in der Wirkungsgeschichte dann doch nicht ganz so bekannte oder wirkmächtige Status-Lehre hat für Luther selbst allerhöchsten Stellenwert. Genau wie in der altertümlichen Oikoswirtschaft wird in Luthers s<em>tatus</em> <em>oeconomicus</em> der Mensch in seinem familiablen Leben (Mutter, Vater, eigene Ehe, eigene Kinder), und seinen weiteren sozialen und ›ökonomischen Welthändeln‹ erfasst. Auch für Luther steht der Mensch mit seiner Arbeit mitten in der Welt und <em>soll</em> <em>dort</em> wirksam sein.</p>
<p>Wie sich das lutherische Berufsethos nicht durch einen Generalerlass „von oben“ durchsetzte, sondern langfristig „von unten“ in und über Einzelne, so verbreiteten und vererbten sich etliche der ökonomischen Grundimpulse in der Breite der Reformation. Das gilt erst recht über geographische und zeitliche Grenzen hinweg: Oftmals wurden wesentliche Impulse vermittelt über solche Einzelpersonen, die etwa in Städten Einfluss nahmen. Johannes Bugenhagen brachte 1526 bis 1529 in die nicht unbedeutende Handelsstadt Hamburg die Einrichtung des „Gemeinen Kastens“ – und führte somit ein wesentliches Element institutionalisierter Sozialfürsorge ein.</p>
<h2>Luther und die Idee des Sozialstaats</h2>
<p>Falls jemand die Reformation feiern wollte, gäbe schon allein der Bereich der Sozialökonomie nicht wenige Anhaltspunkte her.</p>
<p><strong>1.) </strong>Wie gerade beschrieben, ist es gar nicht übertrieben, Luther die (Vor-)Erfindung des Sozialstaats zuzuschreiben. (Zu Bugenhagen vgl. die einschlägige Studie von Tim Lorentzen, 2008.) Mit der Begründung des Gemeinen Kastens – Einführung in Wittenberg schon im Januar 1522 – wurde quasi das erste Sozialamt eingerichtet. Und ein leuchtendes Vorbild gesetzt, das rasch Nachahmer fand. So z.B. in Stralsund, Lindau, Königsberg, unter Vermittlung Bugenhagens in Territorien wie dem Herzogtum Pommern, dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel oder in Skandinavien (Dänemark-Norwegen). Die Erwähnung etwa von Königsberg und der nördlichen Gefilde ist wichtig, weil, ohne hier einen direkten Zusammenhang konstruieren zu wollen, später auf evangelisch-preußischem Boden im Deutschen Reich – aus welchen Gründen auch immer – unter Bismarck die Einführung der ersten Sozialversicherung stattfand (eigentliche Geburtsstunde des „Sozialstaats“).</p>
<p><strong>2.)</strong> Auch die Verheiratung der Geistlichen in der Reformation war, man nenne es so nüchtern, ein socioökonomisches Fundamentaldatum, mit weitreichenden Folgen.</p>
<p><strong>3.)</strong> Drittens seien exemplarisch nur zwei scheinbare Nebenkrater von vielen weiteren genannt: Denn auch die Gewinnung der Volkssprache in der Reformation ist in ihrer ökonomischen Bedeutung zu erfassen. Die Elitesprache Latein wird auf breiter Front zurückgedrängt. Dass nun Flugschriften auf Deutsch zu lesen sind, war eben auch ein förderndes Moment im expandierenden Buchgewerbe. Das Gebäude, in dem, statt auf Latein, der erste <em>volkssprachliche</em> Messgottesdienst stattfand, befindet sich – in Wittenberg… Und zuletzt: An wem liegt es, dass zu Weihnachten (volkswirtschaftlich die umsatzstärkste Zeit des Jahres) das <em>Christkind</em> die Geschenke bringt? Das geht <em>directement</em> auf das Luthertum zurück.</p>
<p>Überhaupt „Reformation und Wirtschaft“: Stand nicht schon der banale (Luther später: eigentlich eine „ganz geringe Sache“) äußere Anlass für die Reformation in einem monetär-fiskalischem Zusammenhang, nämlich in der Verknüpfung von Geldhandel und Seelenheil (Ablassverkauf/Fugger)…?!</p>
<h2>Evangelische Begründung der Sozialen Marktwirtschaft</h2>
<p>Ein Sprung in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Wie könnte ein Mittelweg aussehen zwischen zentralgeleiteter Diktatwirtschaft und einem kalten, sich selbst überlassenen Kapitalismus? Wie ein Ausgleich zwischen freiem Markt und sozialer Gerechtigkeit? Strenge Denker wie Alfred Müller-Armack und Mitstreiter des „Freiburger Kreises“, z.B. Walter Eucken, begründen eine Wirtschaftsordnung eigenen Typs. Schon vor Kriegsende hatte die „Freiburger Denkschrift“ eines evangelischen Arbeitskreises für die Bekennende Kirche (Mitarbeit Otto Dibelius, Helmut Thielicke, der „Freiburger Bonhoeffer Kreis“) eine über 100-seitige Vorlage erarbeitet, wie eine Wirtschaftsordnung nach dem Krieg aussehen könnte. Auch aufgrund dieser Vorarbeiten wird schließlich die Soziale Marktwirtschaft das Licht der Welt erblicken, ein echtes Export- und Erfolgsmodell, das Deutschland eine fulminante socioökonomische Entwicklung garantierte. Letztlich eine späte – und vielleicht nicht die geringste – Frucht protestantisch-lutherischen Geistes, vermittelt über Einzelpersonen wie Müller-Armack, der an der Seite Ludwig Erhards dann für deren politische Umsetzung sorgt.</p>
<h2>Abklärung statt Aufklärung</h2>
<p>Mantra-artig wird die Soziale Marktwirtschaft bis heute als Leitvorstellung bundesdeutscher Politik ausgegeben. Doch was wohl eine Relecture von Walter Euckens <em>Grundsätzen der Wirtschaftspolitik </em>(1952) mit deren Betonung der Vielfalt der Akteure (Wettbewerb statt Monopolbildung), Ordnung offener Märkte oder Haftung (vgl. bei Eucken: Die Politik der Wettbewerbsordnung – Die konstituierenden Prinzipien) im Clash mit der neuen Internetökonomie wirklich bedeuten würde? Da wäre noch viel abzuklären. Ob die Digitale Ökonomie des 21. Jahrhunderts Ziel und Ende der neuzeitlichen Aufklärung sein wird (und eigentlich welcher), scheint vorerst gänzlich offen. Anliegen <em>theologischer </em>Aufklärung müsste sein, zu klären, wo die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts wirklich positiven Vorgaben entspricht. Genaugenommen wäre derzeit Abklärung statt Aufklärung ein Ziel.</p>
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		<title>Sozialwissenschaftliches Institut der EKD und Stiftung Sozialer Protestantismus (Hrsg.): Reformation heute</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rainer Lang]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2018 15:58:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Protestantismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Reformationsjubiläum]]></category>
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					<description><![CDATA[Je näher das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 rückt, umso öfter wird die Frage nach der Aktualität der Lehren von Reformator Martin Luther nach 500 Jahren gestellt. Die Auswirkungen dieser religiösen Umwälzung sind nicht nur auf die Kirche beschränkt gewesen, sondern haben alle Lebensbereiche erfasst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-1649 size-medium wpsmartcrop-image" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Reformation-heute-206x300.jpg" alt="" width="206" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Reformation-heute-206x300.jpg 206w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Reformation-heute.jpg 423w" sizes="(max-width: 206px) 100vw, 206px" data-smartcrop-focus="[50,25]" />19 Themenhefte, jeweils 36 S., Schutzgebühr 2,95 EUR (10 Exemplare 19,50 EUR), als PDF zum kostenlosen Download unter <a href="http://www.ekd.de/si/downloads/reformation_heute.html"><em>www.ekd.de/si/downloads/reformation_heute.html</em></a></strong></p>
<p>Je näher das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 rückt, umso öfter wird die Frage nach der Aktualität der Lehren von Reformator Martin Luther nach 500 Jahren gestellt. Die Auswirkungen dieser religiösen Umwälzung sind nicht nur auf die Kirche beschränkt gewesen, sondern haben alle Lebensbereiche erfasst.</p>
<p>Eine einfache Antwort auf die Frage nach der Aktualität gibt es nicht. Vor zwei Jahren haben sich deshalb das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), kurz SI, und die Stiftung Sozialer Protestantismus daran gemacht, grundlegende Aspekte der Reformation in allgemeinverständlicher Form und knapp zusammengefasst zu präsentieren.</p>
<p>Entstanden ist die Reihe „Reformation heute“, in der zentrale Themen in einzelnen Broschüren und bearbeitet von unterschiedlichen Autoren, vorgestellt werden. Da geht es um soziale Marktwirtschaft, Ehe, Bildung, Beruf oder Diakonie. Bei der Kürze der Darstellung muss manches holzschnittartig bleiben. Auch die Qualität der Beiträge ist unterschiedlich.</p>
<p>Doch insgesamt verdient die Reihe Lob, weil sie eine gute Hinführung zu Luthers Lehre bietet. Die Beiträge erschöpfen sich keineswegs in Lobhudelei. So werden in der Broschüre zur Reformation die judenfeindlichen Äußerungen Luthers nicht verschwiegen. Auch der aktuelle Forschungsstand wird berücksichtigt, wie beim Thesenanschlag in Wittenberg.</p>
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		<item>
		<title>Martin Roetting, Simone Sinn, Aykan Inan (Hrsg.): Praxisbuch interreligiöser Dialog</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Mühlich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2018 15:56:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[interreligiöser Dialog]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Religionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Dialog bedeutet Lernen. Oft stehen am Anfang zufällige Begegnungen sowie das Interesse und die Initiative einzelner Personen. Damit aber die Prozesse, die durch interreligiöse Begegnungen angeregt werden können, nicht dem Zufall überlassen bleiben, braucht es Begleitung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" class="alignleft wp-image-1647 size-medium wpsmartcrop-image" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Praxisbuch_Dialog-207x300.jpg" alt="" width="207" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Praxisbuch_Dialog-207x300.jpg 207w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Praxisbuch_Dialog.jpg 447w" sizes="(max-width: 207px) 100vw, 207px" data-smartcrop-focus="[50,22]" />EOS Verlag, Sankt Ottilien 2016, 496 S., 29,95 EUR</strong></p>
<p>Dialog bedeutet Lernen. Oft stehen am Anfang zufällige Begegnungen sowie das Interesse und die Initiative einzelner Personen. Damit aber die Prozesse, die durch interreligiöse Begegnungen angeregt werden können, nicht dem Zufall überlassen bleiben, braucht es Begleitung.</p>
<p>Die Herausgeber und Autorinnen des Sammelbands sind beruflich und persönlich seit Jahren damit befasst, interreligiöse Begegnungen zu initiieren und zu begleiten und haben aus ihren Erfahrungen die Idee des Dialogbegleiters und der Dialogbegleiterin als eigener Rolle im Lernprozess entwickelt. Inzwischen ist daraus ein festes Programm von Dialogbegleiter-Kursen entstanden, die in der Verantwortung eines interreligiös ökumenischen Teams und in Verbindung mit Begleitung an verschiedenen Universitäten Kompetenz in interreligiösen Begegnungen weiterbilden und fördern (<a href="http://www.occurso.de/dialogbegleiterkurs.html"><em>www.occurso.de/dialogbegleiterkurs.html</em></a><em>)</em>.</p>
<p>Das Buch sammelt gewissermaßen die Früchte dieser Arbeit. Der erste Teil bietet eine vielfältige Sicht auf Grundlagen des interreligiösen Dialogs und reflektiert dabei auch die durchaus unterschiedlichen Motivationen der Dialogpartner aus verschiedenen Konfessionen und Religionen. Im zweiten Teil regen Methoden und Praxisbespiele dazu an, die eigene Praxis ins Gespräch zu bringen. Mit fast 500 Seiten liest sich das Buch sicher nicht an einem Stück. Es lohnt aber immer wieder, den reichen Schatz an Dialogerfahrung für den eigenen Lernweg aufzutun.</p>
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		<title>Geschaffen zum (dummen) Schaf?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andrea Wenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2018 15:56:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Herde]]></category>
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		<category><![CDATA[Psalm]]></category>
		<category><![CDATA[Schaf]]></category>
		<category><![CDATA[Weide]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Herr hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide (Psalm 100, 3).]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Der Herr hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide (Psalm 100, 3).</p></blockquote></div>
<p>Es gibt rote Flamingos und graue Gänse, weiße Schwäne und grüne Frösche. Bunte Hühner und –  schwarze Schafe! Schwarze Schafe in einer weißen Herde heben sich zwar besonders gut ab, aber im Vergleich zu weißen Schafen sind sie, bei Schäfern deren Betrieb auf Wollproduktion ausgerichtet ist, längst nicht so wertvoll.</p>
<p>Im Familienkreis sprechen wir von „schwarzen Schafen“ wenn jemand völlig aus der Art schlägt oder gar auf die „schiefe Bahn“ geraten ist. Oder denken wir an das „schwarze Schaf“ einer Gruppe, dem sogenannten Außenseiter, der mit seiner Besonderheit nicht unbedingt den Vorstellungen der anderen entspricht, der immer an allem schuld sein soll und von dem man besser Abstand nimmt.</p>
<p>In unserer Gesellschaft ist das „schwarze Schaf“ meist negativ belegt. Aber warum eigentlich? Weil es schon im Sportunterricht beim Auswählen der Gruppen immer stehen geblieben ist? Weil es nicht so tickt, wie erwartet wird, eine andere Meinung vertritt oder weil es in einem anders geprägten Umfeld aufgewachsen ist und die Werte andere sind?</p>
<p>Genau in diese Gesellschaft hinein hören wir die Worte aus Psalm 100: <em>„Denkt daran: Der HERR allein ist Gott! Er hat uns geschaffen …“</em>, jeden auf seine Art, mit Ecken und Kanten, mit einem Eigensinn und (in unseren Augen) manchem Unsinn.</p>
<p><em>„… ihm gehören wir. Sein Volk sind wir, er sorgt für uns wie ein Hirte für seine Herde“</em>. Nicht wir haben uns entschieden zu Gottes Herde gehören zu wollen, sondern er hat sich entschlossen, uns zu seiner Herde zu machen. Und zwar jeden Einzelnen von uns, ganz gleich welches (Woll-)Kleid wir tragen. Da wird nicht unterschieden zwischen sportlich oder unsportlich, wenig bemittelt oder gut betucht, immer in der ersten Reihe oder ganz unauffällig in der letzten. In Gottes Herde hat jeder Platz.</p>
<p>Entscheidend ist nur, dass wir diesen Hirten bejahen und einwilligen in dieser Herde zu bleiben, auch wenn es um uns herum noch andere, oft vielversprechendere gibt. Oft meinen wir, als Wildschaf hätten wir mehr Lebensqualität, könnten uns selbstverwirklichen und -bestimmen. Schließlich wüssten wir am besten, was gut für uns ist. Aber ist es das wonach wir streben (sollten)?</p>
<p>Für die, die sich zu Gottes Volk, also zu seiner Herde zählen, ist doch das Ziel, dass sie ihre Beziehung zu ihrem Hirten vertiefen und ein Abbild seiner selbst werden – immer wieder von neuem. Und dass sie seiner Absicht nachkommen: sei barmherzig, friedvoll und geduldig mit deinen Artgenossen, zerstöre nicht deine Lebenswelt und kümmere dich um die Schwachen und Hilfsbedürftigen und – um die „schwarzen Schafe“.</p>
<p>Auch wenn ich dich nicht nur auf saftige Weiden führe, sondern der Weg zwischendurch auch steinig und hart wird, dann rüste ich dich aus mit Kraft und Stärke, dass du auch Unmögliches schaffst. Freue dich an dem, was dir gelingt, und an allem, was dir Freude bereitet: gleichgesinnte Freunde, eine erfüllende berufliche Tätigkeit oder gar ein schönes Häuschen. Nimm es aus meiner segnenden Hand und verstehe es als eine Dreingabe von mir – ein Extra, nicht als mein Ziel und meine Absicht, die ich mit deinem Leben verfolge.</p>
<p>Wären wir nicht dumme Schafe, wenn wir dieses Angebot ablehnen würden? Und haben wir da nicht allen Grund danke dafür zu sagen? – Und genau dazu fordert der Psalmist uns in den nachfolgenden Versen auch auf: <em>„Preist ihn, dankt ihm für seine Taten! Denn der HERR ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf, von einer Generation zur anderen bleibt er treu.“</em></p>
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		<title>Frank Herrmann: FAIRreisen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rainer Lang]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2018 15:55:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Reisebuch ganz ohne Bilder, und dazu noch mehr als 300 Seiten dick. Das ist sicherlich gewagt. Aber das mit kleinen Grafiken verzierte Cover des im oekom-Verlag erschienenen Bandes „FAIRreisen“ regt dann doch dazu an, den Inhalt etwas genauer anzusehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" class="alignleft wp-image-1643 size-medium wpsmartcrop-image" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Fairreisen-192x300.jpg" alt="" width="192" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Fairreisen-192x300.jpg 192w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Fairreisen.jpg 655w" sizes="(max-width: 192px) 100vw, 192px" data-smartcrop-focus="[51,26]" />oekom verlag München 2016, 328 S., 19,95 EUR</strong></p>
<p>Ein Reisebuch ganz ohne Bilder, und dazu noch mehr als 300 Seiten dick. Das ist sicherlich gewagt. Aber das mit kleinen Grafiken verzierte Cover des im oekom-Verlag erschienenen Bandes „FAIRreisen“ regt dann doch dazu an, den Inhalt etwas genauer anzusehen. Es stellt sich dann eine gewisse Ernüchterung ein, denn dem Autor kommt es darauf an, die Schattenseiten der Tourismusbranche aufzuzeigen, die mit bunten Prospekten wirbt und jährlich mit enormen Zuwachsraten glänzt.</p>
<p>Das gelingt in informativen Kapiteln, die nach allgemeinen Oberbegriffen geordnet sind, wie Klima und Umwelt, Menschen, Tiere, Müll oder Wasser. Der Autor untermauert die kundigen Analysen und Beobachtungen mit beeindruckenden Fallbeispielen. So ist die Beschreibung des Alltags der Menschen auf den Malediven, einem touristischen Traumziel, erschreckend. Das Leben der Bewohner ist geprägt von Armut, Korruption, Bandenkriminalität, hoher Jugendarbeitslosigkeit und zunehmendem Islamismus. Aber das alles passiert fernab der Touristenresorts. Aber wie lange noch? Diese Frage drängt sich beim Lesen auf.</p>
<p>Herrmann erliegt jedoch trotz großer Probleme im Tourismus nicht der Gefahr der Schwarzmalerei. Vielmehr bietet er eine Vielzahl von Ratschlägen und Empfehlungen, wie man seine Reise verantwortungsvoll gestalten kann, so erfährt man, wie Flugreisen kompensiert werden, wie man mit wilden Tieren umgehen sollte und wie man die Menschenwürde in den Gastländern achtet.</p>
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		<title>Wenn es ohne Flieger nicht geht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rainer Hennig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2018 15:55:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Flugreisen]]></category>
		<category><![CDATA[Klimakollekte]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[Als altes Lästermaul sage ich gelegentlich, das neue Wort für „Frömmigkeit“ heißt „Lebensstil“. Da ist natürlich etwas dran. Weil Glaube und Verantwortung öfter, so mein Eindruck, leider getrennte Wege gehen und doch eigentlich mit einander gehen sollten. Schön, dass es jetzt im wichtigen Klima-Bereich dazu Hilfen gibt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Als altes Lästermaul sage ich gelegentlich, das neue Wort für „Frömmigkeit“ heißt „Lebensstil“. Da ist natürlich etwas dran. Weil Glaube und Verantwortung öfter, so mein Eindruck, leider getrennte Wege gehen und doch eigentlich mit einander gehen sollten. Schön, dass es jetzt im wichtigen Klima-Bereich dazu Hilfen gibt.</p></blockquote></div>
<p>Man kann seit längerem schon seine Flugabgase kompensieren, etwa durch die weltliche Firma „atmosfair“ in Berlin, deren Galionsfigur der ehemalige Umweltminister und spätere Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Professor Dr. Klaus Töpfer ist (atmosfair gGmbH, Zossener Straße 55-58, 10961 Berlin. Telefon: 030 / 627 355 00, E-Mail: <a href="mailto:&#105;&#110;fo&#64;&#97;&#116;m&#111;s&#102;&#97;i&#114;&#46;&#100;&#101;" class="autohyperlink">&#105;n&#102;o&#64;&#97;t&#109;&#111;&#115;&#102;a&#105;&#114;&#46;de</a>).</p>
<p>Neuerdings, seit 2011, gibt es eine kirchliche Alternative bzw. Ergänzung dazu, die „Klima-Kollekte“ (Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin, Telefon: 030 / 65211 – 4001, E-Mail: <a href="mailto:&#105;&#110;&#102;o&#64;&#107;&#108;&#105;&#109;&#97;&#45;&#107;o&#108;l&#101;&#107;t&#101;&#46;&#100;&#101;">i&#110;&#102;o&#64;&#107;l&#105;&#109;a&#45;&#107;o&#108;le&#107;te&#46;d&#101;</a>). Wer ortskundig ist, sieht sofort wo das kirchliche Angebot untergekommen ist: beim neuen Berliner Sitz von Brot für die Welt. Dennoch ist die Alternative von Anfang an ökumenisch, die Gesellschafter sind nämlich: Brot für die Welt, Misereor, EKD, Nordkirche weltweit, FEST (Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg).</p>
<p>Gut, dass der Ansatz bei der KLIMA-KOLLEKTE letztlich ganzheitlich ist. Es geht bei dem neuen kirchlichen Angebot um Abgase aller Art, um ihre Vermeidung, Reduktion und wo nötig um ihre Kompensation. Es geht also um alle Bereiche, die in irgend einer Weise Abgase erzeugen und so das Klima belasten: um den Flugverkehr, um Heizung &amp; Strom, um die sonstige Mobilität, um Belastungen aus Geschäftsbetrieb, Wohn- oder Lebensweise, um Abgase, die Papier &amp; Druck verursachen, um die Bilanz von Veranstaltungen (etwa in der eigenen Gemeinde). Mit einem sogenannten Klimarechner lässt sich das alles sehr einfach bewerten und darstellen. Das heißt es geht darum, sich letztlich den eigenen „ökologischen Fußabdruck“ bewusst zu machen.</p>
<p>Die Kompensationskosten bei Flugreisen betragen privat wie dienstlich in der Regel ungefähr 10% des Ticketpreises. Faktisch hängen sie aber von mehreren Faktoren ab: Flugstrecke, Flughöhe, Auslastung, Jahreszeit. Eine extra Rechnung wird einem auf Verlangen von beiden Initiativen zugesandt, die geplante Flugstrecke und die geplante Zeit müssen aber zuvor angegeben werden.</p>
<p>Von der Geschäftsstelle der Aktion kann man sich umfangreiches Informations-Material schicken lassen, zum Beispiel den jeweils aktuellen Jahresbericht, ein Faltblatt zum Thema Kompensation, eine Broschüre zur selben Thematik, einen Gottesdienst-Vorschlag, quadratisch klein und damit handlich: zehn Tipps zum Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren. Die neue Initiative tritt auch auf Kirchentagen in Erscheinung und macht dort aktiv auf sich aufmerksam.</p>
<p>Nach den Pariser Klima-Verhandlungen vom Herbst 2015 scheint die neue Idee auf gute Resonanz zu stoßen und einem verbreiteten Bedürfnis zu entsprechen. Der neue Jahresbericht 2015/2016 belegt dies: allein 30% Wachstum von 2014 auf 2015. Man kann sich über den aktuellen Kassenstand informieren, über die Verwendung der Mittel, die Kompensations-Kosten, die geförderten Projekte. Man kann sich zu eigenen Vorhaben beraten lassen, für Gemeinde-Veranstaltungen eine CO<sub>2</sub>-Waage kostenfrei ausleihen. Es braucht eigentlich nur den kostenlosen Mut, mit der KLIMA-KOLLEKTE (oder mit atmosfair) Kontakt aufzunehmen.</p>
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		<title>Wo Lebensfragen auftauchen wie Piratenboote</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Volker Keller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2018 15:54:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Bordseelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Religionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei einer Reise durch den Indischen Ozean kommt keiner an den Religionen vorbei. Die bunten Kulte sind allgegenwärtig und liefern reichlich Eindrücke und Gesprächsstoff. Das bringt selbst bekennende Atheisten zum Nachdenken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Bei einer Reise durch den Indischen Ozean kommt keiner an den Religionen vorbei. Die bunten Kulte sind allgegenwärtig und liefern reichlich Eindrücke und Gesprächsstoff. Das bringt selbst bekennende Atheisten zum Nachdenken.</p></blockquote></div>
<p>In Colombo/Sri Lanka bin ich an Bord gegangen und fragte beim ersten Gottesdienst in der lichtdurchfluteten Lounge auf dem 10. Deck: „Wohin wollen Sie eigentlich?“ Vordergründig in vier Wochen nach Indien, Arabien, Israel und schließlich ins Mittelmeer; hintergründig steht jeder irgendwann einmal vor der Frage, wohin er mit seinem Leben eigentlich will. Dafür ist der Pfarrer an Bord. Ich versehe meinen Dienst im Auftrag der Bordseelsorge der Evangelischen Kirche in Deutschland.</p>
<h2>Begegnung mit dem Buddha</h2>
<p>In Colombo habe ich die Gelegenheit, allein an Land zu gehen. Ich handele mit einem Taxifahrer aus, dass er mich für 15 Euro drei Stunden durch die Stadt fährt. Erstes Ziel soll ein buddhistischer Tempel im Stadtsee Beira Lake sein. Ich setze mich vor eine große Buddha-Figur und bestaune die Ruhe in seinem Gesicht mit halb geschlossenen Augen. Eine junge Frau opfert Blumen und lässt sich meine Bitte um Auskunft gefallen: „Was bedeutet Ihnen Buddha?“ – „Er hat Frieden gefunden und ist mein Vorbild. Ich möchte werden wie er.“ Ein Mönch in roter Robe erklärt mir, dass der Buddha sich von schlechten Gedanken lösen konnte, weil er achtsam war. Sein Handy klingelt und Ananda muss zu einem Gemeindemitglied ins Krankenhaus. Er schenkt mir noch ein von ihm verfasstes Buch und schon ist er weg.</p>
<p>Mein Taxifahrer hat auf mich gewartet, er bringt mich nun zur Meerespromenade an der Galle Road. Dort lasse ich zwei Kokosnüsse aufschlagen, wir trinken die Milch und sehen dem Meer zu, wie es seine Wellen auf den Sandstrand spült, und nutzen die gute Gelegenheit, alle schlechten Gedanken los zu lassen, wie der Buddha lehrte.</p>
<p>Am nächsten Tag steht mein Vortrag im Tagesprogramm: „Buddhismus – der Weg zur Überwindung von Unruhe und Unfrieden“ füllt den Vortragssaal mit Passagieren. Buddha erkannte die Ursachen des Übels nicht im Äußeren, nicht in sozialen oder politischen Verhältnissen, sondern im Inneren des Menschen, in seiner unerlösten Natur. Optimistisch sah er den Weg zur Befreiung: Überwinde dich selbst – deinen Egoismus, deinen Narzissmus, deine Gier! Und du wirst Frieden in jeder Lebenslage finden. Leicht gesagt – schwer getan. Auf dem Schiff lässt sich damit anfangen, motiviere ich die Passagiere, und gebe ihnen eine „Hausaufgabe“: Nutze deine freie Zeit und die Ruhe an Bord, gehe in dich und frage dich: Wo bin ich Ursache von Übel? Und kläre für dich selbst, wie du dich ändern kannst!</p>
<h2>Die Ressentiments reisen mit</h2>
<p>Im indischen Kochi begleite ich eine Ausflugsgruppe an Land. Der englisch sprechende indische Reiseleiter muss übersetzt werden. Südindien sei das bessere Indien, stellte er fest. Es gebe kaum Analphabeten, kaum Armut, dafür Ärzte für jedermann und Schulpflicht; in Mumbai dagegen würden Kinder zum Betteln geschickt. Den Vorwurf eines Deutschen, Inder seien Schuheklauer übersetze ich ihm nicht.</p>
<p>Wir besuchen einen Hindutempel, vor Eintritt sollen wir die Schuhe ausziehen und abgeben. Am Ende fehlt dem Deutschen sein Paar. Wie es denn aussah, frage ich ihn. Er zeigt auf etwas abseits stehende Schuhe und meint, so ähnlich. Dann schimpft er weiter über die Inder und stachelt die Mitreisenden auf. Ich bemerke, wie ein kleiner Anlass Grund wird für eine heftige Entladung von Ressentiments. Immer wieder fällt mir auf der Reise auf, wie manche Passagiere innerlich unter Druck stehen. Sie haben es gut an Bord und sind trotzdem schnell aufgebracht. Einerseits sind sie neugierig auf die fremde Welt, andererseits projizieren sie ihre Unzufriedenheit bei erstbester Gelegenheit auf die Einheimischen und produzieren unnötige Spannungen. Es ist meine Aufgabe als Gruppenleiter zu versuchen, die Spannungen abzubauen und ihn zu beruhigen. Selbst ruhig bleiben und den Passagier ernst nehmen, ist das richtige Mittel. Seiner Frau gelingt die Lösung des Problems. Sie zeigt auf die abseits stehenden Schuhe und fragt ihn: „Sind das nicht deine?“</p>
<h2>Materielle Armut, spiritueller Reichtum</h2>
<p>Unser Schiff fährt die Westküste entlang, von Ort zu Ort. Mumbai (Bombay) kostet Nerven. Es liegt nördlich, also im „schlechteren“ Teil Indiens, wo die Städte überbevölkert und teilweise verdreckt sind. Die Landflucht der armen Landbevölkerung zeigt hier ihre furchtbaren Folgen. Für mittlerweile über 20 Millionen Bewohner gibt es in der „Maximum City“ nicht genügend Arbeit, Wohnung, Essen, Toiletten. Millionen leben von so gut wie nichts, campieren auf den Bürgersteigen.</p>
<p>Dagegen fällt es den Gästen des Oberoi Hotels am Indischen Ozean nicht schwer, in der Bayview Bar eine Flasche Dom Perignon zu bestellen und dafür einen Preis wie eineinhalb Jahreseinkommen eines Arbeiters in Ruppeescheinen auf den Tisch zu legen. Mitglieder der Jain-Religion sind erfolgreiche Geschäftsleute, aber sie haben sich auch ihren asketischen Glauben bewahrt. Ideal war und ist, am Ende seines Lebens seinen Reichtum zu verschenken, sich frei zu machen von allen Bindungen an die Welt und ohne Bitterkeit sterben zu können.</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-right pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Ein indischer Hans im Glück</p></blockquote></div>
<p>Ich besuche den weißen Marmortempel der Jains in Malabar Hill und frage einen Tempelvorsteher, ob er jemanden kenne, der der Welt entsagt habe. Ja, einen Diamantenhändler, der darunter litt, dass sein Kopf immerzu voll von Sorgen war. Er fühlte sich erst frei, als er alles aufgab. Er sagte, er könne nichts mehr verlieren, weil er nichts mehr besitze, das sei Glück. Ein indischer Hans im Glück! Wir sollten uns im reichen Deutschland auch einmal fragen, wie viel Reichtum wir eigentlich tatsächlich brauchen und ob es lohnt, immer mehr anzuhäufen und dadurch keine Zeit und Energie mehr zu haben für das Streben nach innerem, spirituellem Reichtum.</p>
<h2>Die einen schlemmen, die andere schuften</h2>
<p>Nachts auf dem Schiff treffe ich mich mit der philippinischen Besatzung – nach der Arbeit Gottesdienst um 23 Uhr. „Wir brauchen den Segen Gottes“, sagt mir Kellner Ferdinandino, früher Baskelballstar in der ersten Liga. Für westliche Verhältnisse könnte das Gehalt noch höher ausfallen bei 16 Stunden Arbeit, neun Monate lang ohne freien Tag. Aber wenn die Mitarbeiter einige Jahre die harte Arbeit durchhalten, stellen sie fest, dass es sich gelohnt hat, und können sich zu Hause selbstständig machen. Das ist ihr Ziel.</p>
<p>Ich spreche ihre Traurigkeit an, von der Familie lange getrennt zu sein, und lobe ihre Freundlichkeit untereinander und zu den Gästen. „Jesus ruft seine Gemeinde zur Liebe auf, ihr lebt diese Liebe an Bord, und ihr seid füreinander wie Bruder und Schwester“. Ihre Hoffnung richtet sich auf das internationale Arbeitsrecht: Dass sie nach sechs Monaten ihre Frau, ihre Kinder und ihr Dorf wieder sehen können. Sie brauchen dann dringend Erholung – die letzten der neun Monate sind brutal hart.</p>
<h2>Wo Zusammenleben der Religionen funktioniert</h2>
<p>In Muscat/Oman bestaunte ich im Hafen die Superyacht Al Salalah. Ich kannte sie von der Lürssen Werft in meiner Heimatstadt Bremen, wo sie schon zur Reparatur lag. Sie gehört Sultan Quaboos, dem absoluten Herrscher, den alle mögen. Ölreichtum ermöglicht ihm, eine Wohltat nach der anderen über sein Volk auszuschütten. Das Volk schätzt ihn.</p>
<p>Auf einmal steckt unser Reisebus in einem Verkehrsstau. Was hier los sei, will ein Passagier wissen. Ich gebe die Frage weiter an unseren örtlichen Reiseleiter. Seine Antwort verblüfft die Deutschen: Die indischen Gastarbeiter, zumeist Christen, seien auf dem Weg zu ihrer Kirche, zum Gottesdienst. Kurze Zeit später der nächste Stau: Die Hindu-Gastarbeiter aus Indien feiern im Tempel ihr Ritual. Keine Verfolgung Andersgläubiger durch die Araber? Die Frage steht unseren Leuten ins Gesicht geschrieben. Keine Spur davon – der Oman ist nicht Saudi Arabien. Die Muslime tolerieren andere Religionen, Sunniten gehen in schiitische Moscheen und umgekehrt – alles kein Problem. Ein gutes arabisches Land!</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-left pullquote-border-placement-right"><blockquote><p>Zwischen dem Oman und Saudi Arabien liegen Welten.</p></blockquote></div>
<p>Abends komme ich auf der Corniche, der Küstenstraße, mit einem jungen Omani ins Gespräch. Er hat in den Niederlanden studiert, heißt „Isa“ (Jesus). „Wir Muslime verehren Jesus, er ist für uns ein Prophet Gottes und wird im Koran 93 Mal erwähnt“, erklärt er mir. Und die Frauen? Isa berichtet mir, dass sie als Pilotinnen, Polizistinnen, Ingenieurinnen, Soldatinnen … arbeiteten und selbständig sind. Auf ihre Fähigkeiten könne ein Land nicht verzichten. Man sei ja hier schließlich nicht in Saudi Arabien! Hier protzt man auch nicht mit Reichtum wie dort oder wie in Dubai und Abu Dhabi. Der omanische Islam lehrt Bescheidenheit.</p>
<p>Am nächsten Tag, einem Tag auf See, halte ich einen Vortrag über Islam und Christentum: „Christen und Muslime verbindet mehr, als sie trennt.“ Bei der Beurteilung von Muslimen und islamischen Ländern darf man es sich nicht zu einfach machen: Man muss schon genau hinsehen. Sonst verstellen Vorurteile die Wirklichkeit.</p>
<h2>Achtung: Piratengebiet!</h2>
<p>Mit einsetzender Dämmerung beginnen an Bord Vorbereitungen für die Nacht. Die sicheren Gewässer des Omans verlassen wir, vor uns liegt der Golf von Aden. Um in das Rote Meer einfahren zu können, muss die Meeresenge zwischen den Armutsländern Jemen auf asiatischer Seite und Somalia auf afrikanischer überwunden werden. Achtung: Piratengebiet! Der Kreuzfahrtdirektor kündigt an, dass das Schiff nachts abgedunkelt und die zum Meer hin offenen Gänge des unteren Decks als „Sicherheitszone“ gesperrt würden. Die Vorhänge in den Kabinen sollen von den Passagieren geschlossen gehalten werden, Matrosen würden auf den Decks Wache halten. Er beruhigt die Gäste mit dem Hinweis, dass keinerlei Gefahr bestehe. Seeräuber suchen sich leicht zu enternde und zu kontrollierende Frachter aus, nicht Kreuzfahrtschiffe mit hohen Wänden und hunderten Menschen an Bord.</p>
<p>Am Nachmittag des nächsten Tages kommt am Ende des Golfs von Aden der Bab al-Mandab, das „Tor der Tränen“, in Sicht. Der asiatische und der afrikanische Kontinent nähern sich an: Zwischen beiden liegen nur noch 27 Kilometer Meeresstraße. Hinter der Enge beginnt das Rote Meer. Ich bin fast allein auf dem Deck und meine, auf der Brücke Aufgeregtheit zu bemerken. Es sind mehr Offiziere dort als gewöhnlich. Sie gucken durch ihre Ferngläser wie sonst auch, aber dieses Mal gibt es viel zu reden. Redselige Seemänner – da kann etwas nicht stimmen.</p>
<p>Zwei kleine Boote nähern sich, jedes besetzt mit drei Schwarzen. Um mehr zu erkennen, mache ich Fotos mit zwanzigfacher Vergrößerung. Ich sehe eigenartige Gestelle an Deck. In anderer Richtung bemerke ich die Umrisse eines Zerstörers, der in unsere Richtung Fahrt aufnimmt. Die Schwarzen drehen auf einmal ab. Ein Kapitänleutnant zur See im Ruhestand, ein Gast an Bord, muss mir helfen. Ich zeige ihm meine Bilder. „Au ha!“, ist sein Kommentar, „aufgestellte Maschinengewehre und Bazukas. Da schießt man leicht ein Loch mit in die Bordwand“, veranschaulicht er mir. Das waren also Piraten.</p>
<h2> „Irgendetwas muss an den Religionen doch dran sein“</h2>
<p>Die Reise nähert sich dem Ende. Immer wieder bin ich beim Abendessen freundschaftlich mit einem bekennenden Atheisten aneinander geraten. Nicht über die total stille Wüste Sinai, die zwölf Stunden auf dem Suez Kanal oder die dreifache nächtliche Explosion des Vulkans Stromboli vor unseren Augen. Die Eindrücke von den Tempeln, Moscheen und Kirchen an Land sorgten die ganze Reise über für kontroversen Gesprächsbedarf. Eigentlich hält er religiöse Menschen für naiv und sagt den Religionen ihr baldiges Absterben voraus. Seine neuen Erlebnisse stellen sich für meinen Mitreisenden jedoch als harte Nuss heraus. Seinesgleichen kommt in Asien nicht vor, überall tummeln sich die Verehrer von Buddha, Shiva, Allah und Jesus. „Irgendetwas muss an Religion dran sein“, gesteht er mir am vorletzten Abend – beim Verzehr eines dicken Stückes von der Eisbombe.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie können Christen andere Religionen anerkennen?</title>
		<link>https://www.evangelische-aspekte.de/wie-koennen-christen-andere-religionen-anerkennen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Henning Wrogemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2018 15:54:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 26. Jahrgang, Heft 3, August 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[interreligiöse Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[interreligiöser Dialog]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Religionen]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[„Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen“ lautet der Titel einer Arbeitshilfe der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die im letzten Jahr ein breites Echo hervorgerufen hat. Henning Wrogemann sieht darin das christliche Zeugnis in unvertretbarer Weise den Bemühungen um einen Dialog geopfert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>„Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen“ lautet der Titel einer Arbeitshilfe der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die im letzten Jahr ein breites Echo hervorgerufen hat. Henning Wrogemann sieht darin das christliche Zeugnis in unvertretbarer Weise den Bemühungen um einen Dialog geopfert.</p></blockquote></div>
<p>In der Arbeitshilfe heißt es an einer Stelle pointiert: „Auch dem christlichen Glauben widersprechende Glaubensvorstellungen stehen unter der Gnade Gottes in seiner Geschichte des Heilsweges mit seiner Schöpfung. Ob und wie genau sich dies in unterschiedlichen Religionen realisiert, wie genau der eine Gott hinter den verschiedenen Geltungsansprüchen steht, das gehört zu Gottes Verborgenheit und ist uns nicht zugänglich.“ (<em>Weggemeinschaft…</em>, S. 12. Abrufbar unter <a href="http://www.ekir.de/www/service/weggemeinschaft-zeugnis-19148.php">www.ekir.de/www/service/weggemeinschaft-zeugnis-19148.php</a>)</p>
<p>Es überrascht, solche Aussagen in der Arbeitshilfe einer christlichen <em>Kirche</em> zu lesen, die ansonsten für sich in Anspruch nimmt, sich an den Bekenntnisschriften (etwa der Augsburgischen Konfession oder dem Heidelberger Katechismus) zu orientieren und ihre Pfarrer/innen darauf ordiniert. Wenn „dem christlichen Glauben widersprechende Glaubensvorstellungen“ unter der „Gnade Gottes“ stehen, dann eben auch die der koranischen Botschaft. Dort aber wird bekanntlich nicht nur die Heilsmittlerschaft Jesu Christi bestritten, sondern auch seine Gottessohnschaft, seine Kreuzigung und vieles mehr. Interessanterweise kommen diese Themen auch in der Arbeitshilfe nicht vor. Das Wort Sünde findet sich an keiner Stelle, auch nicht Worte wie Stellvertretung, Inkarnation, Mittlerschaft oder Rechtfertigung (lediglich als mögliches Diskussionsthema). Der mögliche Einwand, dass solche Themen in anderen Texten der EKiR behandelt wurden, verfängt nicht, da sie für die Themen Mission und Dialog unabdingbar sind.</p>
<h2>Religionspluralismus gegen christlichen Exklusivitätsanspruch</h2>
<p>Damit verrät die Arbeitshilfe einen religionstheologischen Duktus, den man getrost als religionspluralistisch bezeichnen kann. Denn wenn diese zentralen theologischen Themen für die <em>Begründung </em>von Dialog und Mission keine Rolle spielen, dann werden sie offensichtlich als nachrangig erachtet. Und wenn das Dialogische dadurch begründet wird, dass man alle Religionen in gleichen Abstand zu Gottes Offenbarungs- und Erlösungshandeln bringt, indem man behauptet, es gehöre zu Gottes Verborgenheit, darüber keine letztgültigen Aussagen machen zu können, so verlässt diese Sicht schlicht den Boden der christlichen Lehre. Nach der christlichen Lehrtradition gilt als letztgültige Glaubensgewissheit, dass der dreieinige Gott sich im Leben, Sterben und der Auferweckung Jesu Christi von den Toten offenbart hat. Die Lehre von der Verborgenheit Gottes bezieht sich daher primär auf das Handeln Gottes<em> in der Welt</em>, nicht jedoch auf sein Offenbarungshandeln als solches. Wäre es anders, bräuchte es eine christliche Kirche meines Erachtens nicht zu geben.</p>
<h2>Denkschemata der Religionstheologie</h2>
<p>Worum es mir hier geht, ist nicht eine Kritik an der Arbeitshilfe an sich. Vielmehr möchte ich auf die Sackgassen der Religionstheologie hinweisen, die in der Argumentation der Arbeitshilfe erkennbar werden. Als typische Denkschemata greife ich einige wenige Punkte heraus:</p>
<ul>
<li>Das Problem des Verhältnisses von Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit mit ihren jeweiligen Letztgültigkeits-Ansprüchen (Jesus Christus, der Koran, der Achtfache buddhistische Pfad usw.) wird <em>ein für alle Mal</em> zu lösen versucht.</li>
<li>Dies geschieht durch einen <em>theologisch-relativierenden Grundgedanken</em>. Die These lautet dann, dass, wer diesen Grundgedanken akzeptiere, dadurch dialogfähiger werde.</li>
<li>Menschen handeln, so wird weiter unterstellt, <em>nach rationalen Erwägungen</em> aufgrund eines rationalen Gedankens. Gedanke bedeutet Handlung, so die simple Denkungsart.</li>
<li>Weiterhin wird unterstellt, dass solche Vorgänge in einem quasi <em>luftleeren Raum</em> stattfinden, gewissermaßen unter Laborbedingungen. Bemerkungen zu den Kontexten und Medien, in denen sich Beziehungen ereignen, finden sich in solchen Religionstheologien kaum.</li>
</ul>
<p>Natürlich gibt es eine große Bandbreite religionstheologischer Ansätze, indes finden sich diese Schemata sehr häufig. Mir erscheinen Religionstheologien dieser Art wenig hilfreich, wenn es um die realen Beziehungen und um das gelebte Leben geht. Deshalb plädiere ich entschieden für eine <em>Theorie und eine Theologie Interreligiöser Beziehungen</em>.</p>
<h2>Die Alternative: Eine Theologie Interreligiöser Beziehungen</h2>
<p>Grundsätzlich geht es darum, dass die Vielfalt neutestamentlicher Begründungsmuster ein breiteres Repertoire an Deutungen und Handlungen ermöglicht, als religionstheologische Abstraktionen. Um diese Schätze zu heben, sind Erkenntnisse der Kulturwissenschaft eine große Hilfe. Um mit letzteren zu beginnen: Eine kulturwissenschaftliche orientierte <em>Theorie</em> Interreligiöser Beziehungen macht darauf aufmerksam, dass</p>
<p>(1) Beziehungen niemals nur einlinig sind, schon gar nicht kognitiv, sondern dass jede Beziehung und Interaktion gleichzeitig auf mehreren Ebenen stattfindet. Religionstheologische Ansätze zielen meist auf eine generelle „Anerkennung“ der religiös Anderen (Muslime, Buddhisten, Agnostiker oder andere). Dagegen kann man aus Kulturwissenschaft und -philosophie lernen, dass es immer zugleich mehrere Anerkennungsverhältnisse gibt, und nicht nur eines.</p>
<p>(2) Interreligiöse Beziehungen finden auch nicht im luftleeren Raum statt, sondern sie ereignen sich in Medien, in Räumen, die eine eigene Sprache sprechen, in Symboliken (etwa Grußgesten usw.), in rituellen Vollzügen, in verbaler und nonverbaler Art, nach Bedeutungen besonderer Zeiten und vieles mehr.</p>
<p>(3) Beziehungen beeinflussen menschliche Identitäten. Festzuhalten ist, dass Identität kulturwissenschaftlich längst nicht mehr als das Mit-Sich-Selbst-Identisch-Sein aufgefasst wird, sondern – flexibler – als <em>Kohärenz</em>. Menschen bilden in unterschiedlichen Zusammenhängen graduell verschiedene Selbstverortungen (manchmal Mehrfachverortungen) aus, sie sind Teil von vielfältigen Netzwerken und Raum- und Zeitkonstellationen, in denen auch der Faktor der Macht eine erhebliche Rolle spielt.</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-right pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Gerade theologische Letztbegründungen sind die Basis eines respektvollen und wertschätzenden interreligiösen Miteinanders.</p></blockquote></div>
<p>In sich pluralisierenden Gesellschaft braucht es also eine realistischere Wahrnehmung interreligiöser Beziehungen. Neben einer Theorie Interreligiöser Beziehungen ist jedoch auch eine <em>Theologie</em> Interreligiöser Beziehungen notwendig, um die konstruktiven Potentiale der christlichen Botschaft zu entdecken. Meine These lautet, dass es gerade theologische Letztbegründungen sind, die die Basis eines respektvollen und wertschätzenden interreligiösen Miteinanders darstellen können. Es geht also – ganz im Gegensatz zu etlichen religionstheologischen Ansätzen – nicht um die Relativierung der christlichen Letztbegründungsmuster, sondern gerade umgekehrt um deren reflektierte Inanspruchnahme.</p>
<h2>Das Beispiel Trinitätslehre</h2>
<p>Nehmen wir als Beispiele die Trinitätslehre: Sie kann als Versuch verstanden werden, „die Geschichtlichkeit und Lebendigkeit von Gottes Liebe nachzubuchstabieren“ (Meyer-Blanck). Es ist das Geschehen der Sendung des Sohnes Gottes in der Kraft des Heiligen Geistes, seiner Hingabe am Kreuz und der Auferweckung Jesu Christi durch den Vater, welches Gottes Offenbarung ausmacht. Gott wird als der in seiner Liebe suchende, leidende, versöhnende und erneuernde Gott bezeugt, der die Menschen in einer durch Sünde gezeichneten Welt aufsucht. Wie aber verhält sich die Liebe Gottes zu negativen Anfechtungen in Erfahrungen von Leid, Krankheit und Tod, Schicksalsschlägen oder Kriegen sowie positiven Anfechtungen, etwa durch die Schönheit anderer kultureller oder religiöser Traditionen, deren Weisheiten und Gaben?</p>
<p>Als antwortendes Handeln ist die Verherrlichung Gottes in Lob, Dank, Klage und Fürbitte eine grundlegende Dimension christlichen Lebens, darüber hinaus aber auch das Zeugnis für, den Dienst an und die Sendung in die Welt. Gott zu verherrlichen bedeutet dabei auch, sich von sich selbst zu distanzieren, sowohl gegenüber der eigenen Selbstüberschätzung als auch gegenüber der Resignation. <em>Gott zu verherrlichen bedeutet im Blick auf die Welt und damit auch im Blick am Menschen anderer Religion oder Weltanschauung, das Nicht-Wissen im Blick auf deren Beziehung zu Gott auszuhalten</em>.</p>
<p>Der christliche Glaube hat nicht auf alles eine Antwort, weil er sich an den dreieinigen Gott hält, dem allein die Ehre gegeben wird. Dieses – Gott verherrlichende – Selbst-Enthoben-Sein hat eine entlastende und befreiende Funktion. Es geht dann nicht um eine intellektuell-theologische Relativierung des Eigenen, sondern es geht um das Sich-anheim-Geben an den Gott, der Liebe ist. Eben dieses Bekenntnis kann dann aber nicht preisgegeben werden. Und genau deshalb ist es nicht möglich, eben solche Aussagen in anderen Weltanschauungen und Religionen als durch Gott selbst bedingt zu verstehen, die diesem trinitarischen Gottesbild geradewegs widersprechen.</p>
<h2>Anerkennung nur um den Preis der Selbstrelativierung?</h2>
<p>Auch für andere wichtige Themen wie die Kreuzestheologie, die Rechtfertigungslehre oder die Lehre vom Heiligen Geist sowie von der Kirche sind solche Letztbegründungen für ein konstruktives Miteinander theologisch zu bedenken. Nehmen wir den Begriff der Anerkennung: Herkömmliche Religionstheologien erläutern meist nicht, was sie unter der Anerkennung verstehen, die meist durch ein erhebliches Maß an Relativierung christlicher Lehre erzielt wird. Die Logik scheint diese:</p>
<ol>
<li>Im interreligiösen Dialog muss man sich näherkommen;</li>
<li>das Näher-Kommen bedeutet, eine möglichst konsensorientierte Sicht auf verschiedene Lehren zu entwickeln;</li>
<li>die lehrhafte Nähe wird damit als Erweis des Erfolgs einer Dialogbemühung gesehen;</li>
<li>diese Nähe wird oft durch eine Relativierung der christlichen Lehre hergestellt (wenn man etwa das Thema Gnade von dem stellvertretenden Handeln Jesu Christi loslöst; wenn man meint, Inkarnationen habe es auch in anderen Gestalten der Menschheitsgeschichte gegeben usw.);</li>
<li>dialogisch ist also, so das Fazit dieser Sicht, wer dieser Relativierung zustimmt.</li>
</ol>
<p>Meines Erachtens handelt es sich bei einer solchen Dialogik nur allzu oft um einen christlichen Monolog, da mir Selbstrelativierungen dieser Art etwa aus muslimischen oder buddhistischen Kontexten nicht bekannt sind. Führen derartige religionstheologische Ansätze nicht in eine Sackgasse?</p>
<h2>Anerkennung geht auch anders</h2>
<p>Meines Erachtens muss der Begriff der Anerkennung im Anschluss an Axel Honneth und Thomas Bedorf differenziert werden: Eine <em>Theologie Interreligiöser Beziehungen</em> geht davon aus, dass die Anerkennung auf einer Ebene zugleich die Zurückweisung auf einer anderen Ebene bedeuten kann. Für christlich-muslimische Beziehungen etwa kann im Rahmen eines Rechtsstaates Anerkennung als Recht gegenüber anderen Menschen geübt werden, gleichzeitig können diejenigen Geltungsansprüche (etwa von Islamisten) bestritten werden, die eben diese Rechtsgleichheit mit religiösen Gründen ablehnen. Für Anerkennung als Liebe mögen christliche Letztbegründungsmuster (etwa: Jemanden anderen „mit den Augen Jesu“ anzusehen) Motivation und Kraft geben. Anerkennung von Leistung mag im Wettstreit um das Gute stattfinden. Doch auch hier werden Deutungen des <em>guten Lebens</em> mitunter auch zu Zurückweisungen führen.</p>
<p>Haben also christliche Kirchen Muslimen etwas zu sagen? Ich meine: Ja, und zwar nicht trotz, sondern aufgrund christlicher Letztbegründungsmuster. Die Koordinaten neutestamentlicher Botschaft und christlicher Traditionen sind indes weder verhandelbar noch einfach revidierbar, vielmehr ergeben sich neue Handlungsmuster aus der immer wieder neuen Aneignung derselben.</p>
<h2>Zum Weiterlesen</h2>
<p>Henning Wrogemann: <em>Theologie Interreligiöser Beziehungen. Religionstheologische Denkwege, kulturwissenschaftliche Anfragen und methodischer Neuansatz</em>, Gütersloh 2015.</p>
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