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	<title>evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022 &#8211; evangelische aspekte</title>
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	<description>Die evangelische Zeitschrift im Internet</description>
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	<title>evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022 &#8211; evangelische aspekte</title>
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		<title>John Green: Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Reinhold Münster]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 19:07:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropozän]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
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					<description><![CDATA[Erstaunt blickt John Green in die Welt, meist auf kleine, persönliche Erfahrungen. Seine Geschichten suchen nach einem verborgenen Sinn in einer Welt des Sinnlosen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Green.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-6647 alignleft" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Green-184x300.jpg" alt="" width="184" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Green-184x300.jpg 184w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Green.jpg 300w" sizes="(max-width: 184px) 100vw, 184px" /></a>Carl Hanser, 2022, 318 S., 22,00 EUR, E-B</strong>ook 16,99 EUR</p>
<p>Während der Autor mit seinem Gartenschlauch den Rasen bewässert, erinnert er sich: Jeder Amerikaner nutze zehnmal mehr Dünger und Pestizide für den Rasen, als in der Produktion von Nahrungsmitteln eingesetzt werden. Aus dem Schlauch fließe Trinkwasser. Sähe ein Alien die Freizeitbeschäftigung, dächte er, dass die Leute einer Gottheit opferten. Ein weiterer Gedanke zuckt durch das Gehirn. Das Anthropozän, das neue Zeitalter, in welchem der Mensch derzeit die Welt unwiederbringlich verändere, sei voll Wunder und Schrecken, doch das Denken des Autors reiche nicht aus, Leben und Kosmos zu erfassen.</p>
<p>Erstaunt blickt John Green in die Welt, meist auf kleine, persönliche Erfahrungen. Angenommen, ein Alien würde alle Romane der Welt studieren, er könnte danach kaum den Körpergeruch eines Menschen charakterisieren. Was wäre, wenn ein Duft aus der Welt für immer verschwinden würde? Würden wir die Duftsticker in Toilette und Auto vermissen? „Koffein und Zucker sind zwei der wichtigsten Chemikalien des Anthropozäns“, wird konstatiert. Denn ohne sie gäbe es keine Coca-Cola!</p>
<p>Täglich erfährt Green kleine Apokalypsen. Als Kind betrachtete er mit dem Vater den Kometen Halley, doch als er sich frisch verliebt mit der Liebsten auf die alte Bank im Garten setzte, brach diese unter ihnen zusammen. Der Schimmelpilz und die Termiten hatten für den Ruin gesorgt.</p>
<p>Wie lässt sich der Sinn des Ganzen erfassen? Die Menschen suchten Muster, glaubten die unglaublichsten Geschichten, machten aus Sternen Sternenbilder. Dabei sei die Erde Geologie und ihre Hauptfigur sei das Leben. Manchmal kann Green das Hintergrundrauschen des Anthropozäns spüren. Seine Geschichten suchen nach einem verborgenen Sinn in einer Welt des Sinnlosen. Wer aber wissen möchte, welche Bedeutung Waldmurmeltiere oder Teddybären im Anthropozän spielten, sollte das Buch lesen. Ich gebe dem Buch viereinhalb Sterne.</p>
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		<title>Günter Thomas: Im Weltabenteuer Gottes leben     </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bertram Salzmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 19:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Protestantismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verkündigung]]></category>
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					<description><![CDATA[In all ihrem Bemühen, gesellschaftlich relevant zu bleiben und öffentlich Gehör zu finden, hat die Kirche ihr Eigenstes verloren. Das ist in Kürze die These des Bochumer systematische Theologe Günter Thomas.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Thomas_Weltabenteuer.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-6648 alignleft" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Thomas_Weltabenteuer-189x300.jpg" alt="" width="189" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Thomas_Weltabenteuer-189x300.jpg 189w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Thomas_Weltabenteuer.jpg 300w" sizes="(max-width: 189px) 100vw, 189px" /></a>Evang. Verlagsanstalt, 3. Aufl. 2021, 368 S., 16,00 EUR, E-Book 12,99 EUR</strong></p>
<p>In all ihrem Bemühen, gesellschaftlich relevant zu bleiben und öffentlich Gehör zu finden, hat die Kirche ihr Eigenstes verloren. Das ist in Kürze die These des Bochumer systematische Theologe Günter Thomas. Angesichts von Organisationskrise, Mitgliederkrise, Finanzkrise habe die Kirche zwar viele Reformen eingeleitet und sich als moralische Instanz behauptet. Gleichzeitig sei aber eine theologische Leere entstanden, in der Gott als lebendiger Akteur kaum noch vorkomme: „Sicher, viele Menschen finden das, was die Kirche tut, irgendwie ethisch wichtig und gut“, so Thomas. „Aber sie sehen auch, dass ein für die Menschen in der Kirche zum rhetorischen Werkzeug  moralischer Forderungen  gewandelter Gott letztlich verzichtbar, uninteressant und ohne Faszination ist.“</p>
<p>Demgegenüber entwirft Thomas ein Bild von Kirche als Entdecker- und Erzählgemeinschaft. In ihrem Zentrum steht ein lebendiger Gott, der durch sein Handeln überrascht und Widerstände bietet: „Glaube ist die Entdeckung, in Gottes Weltabenteuer vorzukommen“.  Für Christen gehe es darum, Christus, den Auferstandenen, als Herrscher über den Kosmos und die Gegenwart des göttlichen Geistes ernst zu nehmen und nach Kräften zu unterstützen. Nur indem die Kirche die von Gott selbst zu schaffende Einheit von Glaube, Liebe und Hoffnung kommuniziere, könne sie auch im Hinblick auf die Herausforderungen der Gegenwart ihren originären, unverzichtbaren Beitrag leisten.</p>
<p>Das Buch ist ein engagierter Aufruf, den Fokus kirchlichen Handeln zu verschieben und das persönliche Christsein zu reflektieren. Auch wenn manches zuspitzt und etwas pauschal formuliert erscheint, lohnt es sich, sich auf diese Herausforderung einzulassen.</p>
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		<title>Franz Alt, Ernst Ulrich von Weizsäcker: Der Planet ist geplündert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rainer Lang]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 18:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Der frühere Fernsehjournalist und Bestsellerautor Franz Alt und der fast gleichaltrige Umweltwissenschaftler Ernst-Ulrich von Weizsäcker wollen angesichts der Häufung von Krisen aufrütteln.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Alt-Weizsaecker.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-6646 alignleft" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Alt-Weizsaecker-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Alt-Weizsaecker-200x300.jpg 200w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Alt-Weizsaecker.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a>Hirzel Verlag, 2022, geb., 208 S., 22,00 EUR, E-Book 19,90 EUR</strong></p>
<p>Sie werden nicht müde, die Menschen zur Umkehr aufzurufen: Der frühere Fernsehjournalist und Bestsellerautor Franz Alt tritt seit Jahrzehnten für ein ökologisches Bewusstsein ein. Mit weit über achtzig Jahren hat er zusammen mit dem fast gleichaltrigen Umweltwissenschaftler Ernst-Ulrich von Weizsäcker einen erneuten Anlauf genommen. Anlass ist die Veröffentlichung der Studie „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome vor 50 Jahren.</p>
<p>Das Buch ist angesichts der Häufung von Krisen aktueller denn je. Drastisch wie immer formuliert Franz Alt sein Anliegen: „Der Planet ist in Lebensgefahr“, sagt er und handelt von der Sonnenenergie über den Plastikmüll bis zur Verkehrs- und Agrarwende alle Aspekte des Natur- und Umweltschutzes ab. Besonders ausführlich befasst er sich mit der Sonnenenergie, für deren Nutzung er vehement eintritt, anderes wird nur angerissen.  Ernst-Ulrich von Weizsäcker fordert in seiner Bilanz der Arbeit des Club of Rome eine neue Rolle des Staates.</p>
<p>Nicht oft genug kann Franz Alt sein Fazit wiederholen, das er am Ende seiner Ausführungen zieht: „Wenn wir lebend aus diesen Problemen herauskommen wollen, die wir geschaffen haben, brauchen wir eine moralische Revolution mit tieferem Bewusstsein, neuem Denken und vor allem mit neuem Handeln. Das heißt: Wir brauchen jetzt einen Aufbruch in eine nachhaltige, lebensfreundliche und naturnahe Zivilisation, in der Technik uns dient und nicht unterwirft“.</p>
<p>Dies sollte man über all den Sorgen wegen des Ukrainekriegs nicht vergessen. Das im Hirzel-Verlag erschienene Buch will aufrütteln. Dies gelingt den beiden Autoren auch.</p>
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		<title>Die Qualität unserer Sehnsucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katarína Kristinová]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 17:04:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenbild]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott, der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören. (Amos 8,11)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott, der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören. (Amos 8,11)</p></blockquote></div>
<p>Wie wäre es, wenn wir die Größe eines Menschen an seinen Träumen messen würden, an deren Größe, Tiefe, Qualität? Es scheint ein kulturgeschichtliches Faktum zu sein, dass inzwischen ein neuer Menschentypus die Bühne der Weltgeschichte betreten hat, dessen Agieren das bisher geltende Menschenbild auf nie gewesene Art radikal in Frage stellt. Dieser neue Mensch, der langsam aber sicher die Erde bevölkert, zeichnet sich allen voran durch die Eigenmächtigkeit aus. Das flexible, leistungsfähige Individuum der Postmoderne schöpft aus eigenen Potentialen mit dem Ziel der Selbstoptimierung und der souveränen Gestaltung der Welt. Dieser Mensch – so der moderne Mythos Nietzsches – bedarf keines Gottes, weil er sich dieses himmlischen Vormunds heroisch entledigte und selbst seine Stellung einnahm. Abgeklärtheit und Coolness sind seine Markenzeichen. Hinzu kommt das geradezu vollständige Ausbleiben von Staunen, Fragen, Zweifeln, Suchen und – Träumen. Diese dürfen als Zeichen der Schwäche innerhalb dieses neuen Menschenbildes nicht vorkommen.</p>
<p>Eben weil es diesem gott-los gott-gleichen Menschen scheinbar an nichts mangelt, hat er in meinen Augen etwas beängstigend Unmenschliches. Denn es mangelt ihm doch an etwas: Sein größter tragischer Mangel liegt darin, dass es ihm eben an nichts mangelt. Es mangelt ihm an einer bestimmten Mangelhaftigkeit.</p>
<p>Die Bibel malt uns gerade das Bild eines anderen Menschen vor Augen. Es ist ein Mensch, zu dessen von Gott gewollter und gut geheißener Menschlichkeit eine bestimmte Art von Mangelhaftigkeit unabdingbar und konstitutiv dazu gehört. Er kennt ein transzendentales Vermissen, laut dem ich ohne Gott kein Mensch bin, und so bleiben mein Geist und mein Herz unruhig, solange sie nicht zu ihm zurück finden. Darin besteht die wahre Größe des Menschen: dass wir Gottes bedürfen und den Traum von Gottesnähe in uns tragen.</p>
<p>Dieser Mangelhaftigkeit entspringen die wahren Stärken und Vorzüge. Die Bindung an Gott macht uns frei von anderen Bindungen. Die Sehnsucht nach Gott trägt uns über die Grenzen des Verfügbaren hinaus, so dass wir uns nicht abfinden, nicht zufrieden geben mit dem Vorfindlichen, sondern neue Wege beschreiten.</p>
<p>Die metaphysische Mangelhaftigkeit macht den Menschen zu mehr als einem optimierten Exemplar der Gattung Mensch; sie schafft in uns dadurch einen Abglanz der Ewigkeit im Sinne von schöpferischer Unabgeschlossenheit. Ja, sie macht auch verwundbar und anfällig, aber gerade darin zutiefst menschlich.</p>
<p>Solange die Sehnsucht nach Gott und seinem Wort überwiegt und über die Sattheit siegt, solange unsere Träume über das Endliche hinaus und ins Ewige hinein reichen, sind wir noch nicht verloren, sind wir noch Menschen.</p>
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		<title>Gelebte Rechtfertigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manfred Schütz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 16:59:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtfertigung]]></category>
		<category><![CDATA[Taufe]]></category>
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					<description><![CDATA[Haltlos – Gehalten: Rechtfertigung ist Vergebung und stiftet neues Leben. Die Bibel und ihre Botschaft zu übersetzen ins Heute und die heutige Welt, bleibt jetzt wie dann theologische Aufgabe]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Haltlos – Gehalten: Rechtfertigung ist Vergebung und stiftet neues Leben. Die Bibel und ihre Botschaft zu übersetzen ins Heute und die heutige Welt, bleibt jetzt wie dann theologische Aufgabe.</p></blockquote></div>
<p>„Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.“ (Lk 9,57f) Man kann diesen kurzen Abschnitt als einen Hinweis darauf lesen, wie eine Existenz in den Fußstapfen des großen Meisters zuallererst – und grundsätzlich – einen Gang in prinzipielle <em>Ungesichertheit</em> bedeutet. Ein Christ ist ja nicht ein Mensch, der wie auf Wolken durch das Leben schwebt. Er ist auch kein König Krösus, dem alles Gold wird, was er anfasst. Sondern er ist bodenständiger Realist. Wenn wir allein für dieses Leben auf Gott hofften, dann wären wir dumm dran und die elendesten Leute auf Erden, schrieb der Apostel Paulus.</p>
<h2>Ungesicherte Existenz</h2>
<p>Die Entsicherung der Existenz zieht sich durch die gesamte Christentumsgeschichte. Den großen eindrücklichen Gestalten wird nicht selten zuerst einmal schlicht der Boden unter den Füßen weggezogen. Der Mensch ist, ob das dann Religion „religionslos interpretiert“ ist, wie Dietrich Bonhoeffer es wünschte, oder nicht, in letzter Absolutheit <em>ungesichert ohne Halt</em> – wird aber durch Gottes Wort gehalten. Das gilt übrigens A) bereits im Alten Testament, dem ersten Bund ab der Urgeschichte, wie genauso C) für die ersten Christen und in gleicher Weise B) für die Brückenzeit, also alles was irgendwo dazwischen liegt in den verschiedensten Ausformungen. Adam und Eva müssen aus dem Paradies. Die ersten Jünger werden verfolgt. Weil auch der Mensch der Gegenwart in vielerlei Hinsicht „ungesichert“ ist, verunsichert, in Ungewissheit gegenüber allerlei Prognosen, hat dieses Wort auch heute viel zu sagen.</p>
<h2>A) Sein im Wort</h2>
<p>Der Mensch des Alten Testaments hat wesentlich sein Sein im Wort. Er existiert gewissermaßen ganz vom (einst) ergangenen Worte Gottes her und auf dieses hin. „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“. So ist es bei Isaak und Jakob. So ist es bei den Propheten, deren Hauptaufgabe es ist, Gottes Wort, den „Spruch Gottes“ auszurichten an ihre Adressaten. So ist es von der Auswanderung Israels aus Ägypten her, dem Auszug aus der Knechtschaft in die Freiheit, als Israel Gottes Wort und Weisung von Mose am Berg Sinai empfängt.</p>
<p><em>Dawar, </em>hebräisch: Wort (דבר) bedeutet: Anliegen, Sache, Gegenstand. Dann auch Begebenheit, was sich ereignet hat. Vor allem aber: Rede. Wort. Das was gesprochen wird. In entsprechender Wortverbindung bedeutet es dann „etwas“, oder in Verneinung „nichts“.</p>
<p>Eine Untersuchung zum Menschenbild (eine Anthropologie) des Alten Testaments würde ebenfalls Hinweise auf jene grundlegende Ungesichertheit und unbestimmte Vagheit hervorbringen: Der Mensch mit seiner Seele ist ganz „Kehle“ (Hebr. <em>näfäsch</em> = Kehle, Leben, Seele), er schnappt immerzu nach dem, was gerade so vor der Nase ist (ob wachend oder schlafend im basalsten Grundvollzug). Er schnappt nach dem, was ihm gerade unter die Nase kommt, und um die Nase weht: der jeweilige Lufthauch (hebräisch gedacht ist das <em>Ruach</em>, d.h. Geist). Dass ihm das gewährt wird, davon ist er abhängig. Nicht zuletzt tiefenpsychologische Zugänge der jüngeren Zeit haben daher untermauert, dass die biblische Rechtfertigung bedingungsloser Annahme und Liebe eine Grunddimension des menschlichen Daseins anspricht und heilsam für den Menschen ist.</p>
<p>Als paradigmatisch für die reine Existenz im Wort – die prinzipielle Ungesichertheit sowie der alleinige Halt in Gott – kann dabei schon die einzige Stelle gelten, an der der geheimnisvolle Gottesname JHWH im Alten Testament erklärt wird: Mose wird als Gottes Name mitgeteilt (Ex 3,14): Ich bin, der ich bin, bzw. werde sein, der ich sein werde (vgl. „Schätze des Judentums“, <em>evangelische aspekte</em> 3/2019), was man auch so wiedergeben könnte: Ich bin für dich da, bzw. werde für dich da sein – und das reicht.</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-right pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Typisch Mensch – so sind sie alle.</p></blockquote></div>
<p>Auffällig ist weiter, dass das ganze Alte Testament hindurch nie Idealtypen gezeichnet werden; keine Sekunde wird der Eindruck erweckt, alles laufe immer glatt. Ganz im Gegenteil: Es ist geradezu ein Grundzug, dass es sich immerzu um Figuren handelt, die nur durch mehrmaliges Eingreifen des Höchsten und Lebendigen auf ihrer Spur bleiben und schließlich irgendwie ankommen (z.B. Jona). Vom kurzen Aufenthalt Adams und Evas im Paradies war schon die Rede. Ihr erster Sohn: Ein Kapitalverbrecher. Der erste König Saul wird schnell abtrünnig. Vom großen David wird keineswegs nur Rühmenswertes überliefert, und selbst König Salomo in seiner unbeschreiblichen Weisheit wird alsbald vom rechten Gottesglauben abfallen. Typisch Mensch. <em>So sind sie alle</em>, kann man als Grundbotschaft vermuten.</p>
<p>Nehemia spricht es aus: Aber „du bist ein Gott, der vergibt“ (Neh 8,17ff, vgl. Dan 9,18). Selbst Mose, der unübertroffene Gottesprophet, ein Kapitalverbrecher der ersten Stunde (2. Mose 2,2), reißt in der Wüste mehr als einmal der Geduldsfaden, ihm entfahren üble Worte, so dass er selbst am Ende das Gelobte Land <em>nicht betreten</em> wird, er darf es nur vom Berge Nebo aus der Ferne schauen.</p>
<p>Ja, so ist der Mensch, so wird es immer neu erzählt, in schier unermüdlicher Erzählfreude, am Gottesvolk lässt es sich ablesen. Das Gottesvolk zieht durch die Wüste auf dem Weg zur Freiheit, beginnt zu zweifeln, Gott greift ein, es fasst wieder Mut, geht kaum um die nächste Biegung und zaudert wieder, Gott greift ein, es wandert weiter, mag nicht mehr, Gott zürnt, greift wunderbarerweise ein, das Volk zieht weiter, zaudert, usw.: Der Mensch, (in sich) haltlos, aber (von Gott) immer wieder neu gehalten. So sieht sie aus, die Rechtfertigung des Menschen im Alten Testament.</p>
<h2>C) Verweilen im Wort: Gelebte Rechtfertigung</h2>
<p>Das hat eben auch etwas Tröstliches … Wir leben im Glauben, nicht im Schauen, sagt auch das Neue Testament. „Juden und Christen glauben an denselben Gott“ (s. Röm 3,29). Weil, wie hier behauptet, die Rechtfertigung des Menschen im Alten Testament identisch ist zum Neuen, kann abweichend von allgemein üblicher Zählung Abschnitt C) direkt nach A) angeschlossen werden. Wie der Mensch des Alten hat auch der Mensch des Neuen Testaments sein Sein ganz wesentlich im Wort. Wo der Mensch des Alten Testaments schon ist, da verweilt nun auch der Mensch des Neuen: Er verweilt im Wort, das ihm Vergebung zuspricht, Gottes Zukunft zeigt und ihn gehalten und erhalten sein lässt, selbst wo er in sich selber haltlos wurde oder ist. Dass das die Botschaft Jesu ist, berichten Markus, Lukas und Matthäus (Lk 15; Mt 5,1.17; Mk 2,10.17), übereinstimmend (zu Matthäus vgl. <em>Die Gleichnisse Jesu,</em> <em>evangelische aspekte</em> 2/2019). Indem Jesus mit den Ausgestoßenen, Randständigen, Benachteiligten Gemeinschaft hält, mit Verlorenen, Zöllnern, Sündern, setzt er die Rechtfertigung konkret ins Werk. Rechtfertigung ist Vergebung. Und stiftet neues Leben. Sie ergeht voraussetzungslos (Mk 10,15). Hat aber Folgen (Mk 1,17). Auch das Johannes-Evangelium schließt sich in der inhaltlichen Aussage bruchlos an (z.B. Joh 15,3). Paulus und Petrus beteuern energisch die volle Kontinuität ihrer Verkündigung zu den Zeugen des Alten Testaments (1Petr 1,10; Röm 3,21). Und im Brief <em>an die Hebräer</em> wird zum Beleg ausführlichst eben die Geschichte <em>des Alten Israel</em> referiert. So nimmt es denn nicht Wunder, dass bei so viel Geschlossenheit im Neuen Testament die Alte Kirche entschieden nicht nur jedwedem Pelagianismus eine klare Absage erteilt, sondern auch schon jedem Fünkchen eines Semi-Pelagianismus, der vielleicht nur ganz entfernt mit dem Gedanken einer Selbstrechtfertigung (also Selbstvergottung) spielt. Warum ist das so ungeheuer wichtig? Weil nur so das Leben und dessen Erhaltung bleibt, was es ist: Ein Geschenk von Gott, das er unverdient gibt und schöpferisch vollendet. So sieht sie aus, die Rechtfertigung des Menschen im Neuen Testament: Entsichert – gehalten – im Wort.</p>
<h2>B) Rückkehr ins Paradies?</h2>
<p>Ist das der Schlüssel zur Rückkehr ins Paradies? Der Cherub steht nicht mehr davor mit einem flammenden Schwert? In gewisser Weise: Ja. Im gewissen Wort ist der Mensch ja bereits zurückgekehrt zum Ausgangspunkt. Gesehen hat er noch nichts, aber es ist fest zugesagt, versprochen. Noch einmal Bonhoeffer, in einer Predigt: „Weil ich aber auf Erden nichts bin als ein Gast, ohne Recht, ohne Halt, ohne Sicherheit, weil Gott selbst mich so […] gemacht hat, darum hat er mir ein einziges Unterpfand für mein Ziel gegeben: sein Wort“ (vgl. <em>Dietrich Bonhoeffer Lesebuch</em>. hg.v. O. Dudzus, München 1985, S. 159). Das kann genügen. Das muss genügen. Das ist gelebte Rechtfertigung.</p>
<h2>Wer getauft ist, hat bereits alles</h2>
<p>Denn der Christenmensch braucht keine Sicherheit und keine Garantien mehr, weil er qua Taufe ja schon alles hat. Tatsächlich ist das die unverrückbare Zusage. Wer getauft ist, hat bereits alles. In sich <em>ungesichert</em> – im Wort gehalten; dem ist nichts hinzuzufügen. Hier gibt es kein Vertun! Indem vor bald 25 Jahren die katholisch-evangelische Erklärung zur Rechtfertigung, von zwei Päpsten vorbereitet, gutgeheißen und bestätigt (einem amtierenden und einem damals zukünftigen) sowie dann von den weltweiten methodistischen, reformierten und anglikanischen Kirchenbünden aufgenommen und mitunterzeichnet wurde, ist ein Tor weit aufgestoßen, durch das der Wohlgeruch des guten Hefeteigs des Reiches Gottes, d.h. der Rechtfertigung und der Vergebung, sich in der weltumspannenden Christenheit wieder wohltuend und einigend verbreitet.</p>
<h2>Wer Jesus Christus für uns heute ist</h2>
<p>„Was mich unablässig bewegt, ist die Frage, was das Christentum oder auch wer Christus heute für uns eigentlich ist“ (D. Bonhoeffer). Antwort: Sicher ist es zuerst der Jesus der Rechtfertigung, also der hingeht zu den Verlorenen, Armen, Verlassenen. Es ist der, der Halt gibt den Haltlosen – in seinem Wort schon jetzt in dieser Welt sowie erst recht in der zukünftigen. Worin die Verlorenheit besteht, das mag ganz unterschiedlich sein. Verlorenheit in Selbstsucht und Eigensinn? Verloren in Perfektionismus? Verloren in Wachstumswahn … (Jeder fülle es variabel auf seine konkrete Situation zugeschnitten, für sich passend aus…).</p>
<p>Haltlos – gehalten: Was auf den ersten Blick ein Nachteil schien, erweist sich in Hinsicht auf die hundert Windungen des Lebens als Stärke. Denn der Mensch des Glaubens ist hoch flexibel. Deshalb kann er auch wie Paulus „allen alles“ sein.</p>
<h2>Gegen das Geflenne</h2>
<p>Wegen diesem allem – und jetzt wird es polemisch – ist dringend etwas auszurichten gegen all dieses Geflenne in der Kirche. „Der Geist Gottes hat das Potenzial, die Welt zu verändern“, hieß es zu Pfingsten in der EKD. Recht hat sie.</p>
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		<title>Vorbilder für ein achtsames Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rainer Lang]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 16:55:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Kloster]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Die Erfahrung zeigt aber, dass man im Urlaub gern doch wieder nachlässiger mit diesem Thema umgeht und über vieles, was einen im Alltag stört, hinwegschaut. Inzwischen gibt es jedoch Vorbilder im umweltfreundlichen Reisen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Die Erfahrung zeigt aber, dass man im Urlaub gern doch wieder nachlässiger mit diesem Thema umgeht und über vieles, was einen im Alltag stört, hinwegschaut. Inzwischen gibt es jedoch Vorbilder im umweltfreundlichen Reisen.</p></blockquote></div>
<p>Zum Beispiel versuchen schon seit längerem Städte, Regionen und Einrichtungen, mit nachhaltigem Tourismus zu punkten. Erst kürzlich ist eine Delegation des baden-württembergischen Landtags nach Kopenhagen gereist im Zeichen der Nachhaltigkeit. Schließlich hat sich die dänische Metropole das Ziel gesetzt, bis 2025 klimaneutral zu sein, und wird schon jetzt vielfach als nachhaltigste Stadt, vor allem für den vorbildlichen Ausbau des Fahrradverkehrs, gerühmt. In der Tourismusbranche gilt sie inzwischen als Vorbild für umweltfreundliches Reisen in Europa.</p>
<h2>Nachhaltigkeits-Wettstreit der Hauptstädte</h2>
<p>Schon vor etwa 15 Jahren hat Kopenhagen die Verkehrswende eingeleitet. So sind mit Millionen-Investitionen unter anderem fast 250 Kilometer kreuzungsfreie Radschnellwege entstanden. Insgesamt soll die Stadt sogar über 1000 Kilometer Fahrradwege verfügen. Greenpeace hat darauf verwiesen, dass Kopenhagen schon 2018 rund 36 Euro pro Einwohner in den Ausbau von Radwegen investierte. Zum Vergleich: In Stuttgart waren es dagegen nur fünf Euro. Nicht nur wegen der Entwicklung umweltfreundlicher Mobilität gilt Kopenhagen als Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit. In der dänischen Hauptstadt steht auch eine moderne Müllverbrennungsanlage, die als sauberste der Welt gilt und über Fernwärme 150.000 Haushalte versorgt.</p>
<p>Touristen können zum Beispiel auch eine Tour durch die Kanäle mit einem klimaneutralen Boot machen. Bereits zwei Drittel der Hotels in der Stadt sind öko-zertifiziert. Grüne Restaurants bieten lokale, saisonale und biologische Produkte an. Natürlich bieten sich in der fahrradfreundlichen Stadt auch für Besucherinnen und Besucher Touren mit dem Zweirad an.</p>
<p>Auch die niederländische Hauptstadt Amsterdam gilt mit ihren Kanälen und Radwegen und Ladestationen für Elektroautos als Pionier auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. Und Stockholm in Schweden wurde schon 2010 als erste grüne Hauptstadt ausgezeichnet. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gelangen die Urlauberinnen und Urlauber zu Fuß oder mit dem Fahrrad.</p>
<h2>Klosterurlaub nach Nachhaltigkeitskriterien</h2>
<p>Als vorbildliches nachhaltiges Urlaubsziel präsentiert sich neuerdings auch das Kloster Plankstetten, das sich selbst als „grün“ bezeichnet und für nachhaltigen und sanften Tourismus im Herzen des Altmühltals wirbt. Dieses Tal ist  für einen naturverbundenen Urlaub besonders gut geeignet, zum Beispiel bei einer Fahrradtour.</p>
<p>Mit dem neuen Gästehaus St. Wunibald hat die Benediktinerabtei ein Vorzeigeprojekt für klimaschonendes Bauen erstellt. Für das Haus mit dreißig Zimmern wurden nachwachsende Rohstoffe aus regionaler Herkunft verwendet. Der Boden, die Decke des Neubaus sowie die Möbel wurden aus Fichtenholz des Klosterforsts gefertigt. Die Wände bestehen aus Holz-Stroh-Elementen mit Bio-Stroh aus der eigenen Landwirtschaft. Mit Lehm verputzte Wände und Schallschutzdämmung aus Hanf gehören ebenfalls zu dem klimaschonenden Bauprojekt. Nach Angaben des Klosters schützt Strohbau das Klima dreifach. Im Wachstum entzieht Stroh der Atmosphäre CO2, die Herstellung der Strohballen benötigt minimale Energie und als hervorragender Dämmstoff hilft Stroh, Heizenergie zu sparen.</p>
<p>Urlaub im Einklang mit der Schöpfung Gottes sei hier möglich, heißt es auf der Homepage des Klosters. Verwiesen wird auch darauf, dass die eigenen Klosterbetriebe mit Landwirtschaft, Gärtnerei, Metzgerei, Bäckerei, Imkerei und Brennerei nach regionalen, saisonalen und ökologischen Prinzipien arbeiten, bereits seit 1994 auf Basis der Bioland-Richtlinien.  Gäste können zudem in der Klosterschenke einkehren.</p>
<h2>Aufatmen und Entspannen für stressgeplagte Menschen</h2>
<p>Außerdem bietet das Kloster Plankstetten mit über 120 Workshops und Seminaren zu den Themen Spiritualität, Gesundheit und Achtsamkeit ein umfangreiches Programm für achtsamen Urlaub in der Natur. Urlaub in spirituellem Sinn bieten auch weitere Klöster, in denen Ordensgemeinschaften von Frauen und Männern in der Nachfolge Jesu leben. Dort kann man sich auch einmal zu einer Schweigewoche zurückziehen, in der man ganz auf sich zurückgeworfen wird. Aber auch Exerzitien und Meditationen werden angeboten. Urlaub im Kloster ist populär geworden: Aufatmen und Stille finden in einem Kloster, ein Zufluchtsort für stressgeplagte Menschen.</p>
<p>Schon lange wirbt zum Beispiel das Berneuchener Haus Kloster Kirchberg unter dem Motto „Aufatmen und Entspannen“ für Auszeiten fernab von Hektik und Stress. In der vom Verein Berneuchener Haus, der Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg ist, getragenen Einrichtung können Gäste zum Beispiel in Tagzeitengebeten und Gottesdiensten innerliche Ruhe finden nach dem Vorbild klösterlichen Lebens.</p>
<p>Dahinter steht die Berneuchener Bewegung, die Vorbild sein will im konsequenten Einsatz für die Erneuerung und Einheit der Kirche über Konfessionen und Generationen hinweg. Heute gibt es drei Berneuchener Gemeinschaften. Dazu zählen der Berneuchener Dienst, die Gemeinschaft St. Michael und die Evangelische Michaelsbruderschaft. Diese bietet nach eigenen Angaben Wochenkurse und Seminare zu Meditation und Bibelarbeit sowie Schweigezeiten an.</p>
<p>Bei den Tagzeitengebeten im Kloster Kirchberg bei Sulz am Neckar geht es darum, über das mehrmalige Innehalten im Gebet im Verlauf des Tages Ruhe, Frieden und die Nähe zu Gott zu finden. „In der festen Sprache der Tagzeiten können wir uns mit unseren Erlebnissen und Gefühlen fallenlassen. Die Psalmen, Hymnen und Texte bringen alle wesentlichen Gefühle zum Ausdruck. Der gleichbleibende Ablauf mit seiner verlässlichen Form gibt einen Schutz- und Ruheraum für das verletzliche innere Erleben. Die Form des Stundengebets will in die Stille führen und damit in einen Raum der Begegnung mit Gott“, heißt es auf der Homepage des Einkehrhauses. Der Tag beginnt mit dem Morgenlob, nach dem Mittagsgebet und dem abendlichen Gebet der Vesper endet der Tag mit dem Nachtgebet mit der Bitte um eine ruhige Nacht.</p>
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		<title>Mehr Stille wagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna J. Klee]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 16:47:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Gottesdienst]]></category>
		<category><![CDATA[Kloster]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Stille]]></category>
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					<description><![CDATA[Fünf Tage lang war ich im Kloster – zu „Schweige-Exerzitien“. Mit zehn anderen habe ich dort gemeinsam geschwiegen. Statt zu reden, ging ich stundenlang im Wald wandern, beobachtete Ameisenstraßen und Lavendelblüten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Fünf Tage lang war ich im Kloster – zu „Schweige-Exerzitien“. Mit zehn anderen habe ich dort gemeinsam geschwiegen.</p></blockquote></div>
<p>Es gab also weder Gespräche zu den Mahlzeiten noch einen abendlichen Austausch im Klostergarten. Dafür gab es fünf Gebetszeiten und geistliche Begleitung. Die fünf Tage Stille trafen mich genau zu einer Zeit, die ansonsten angefüllt war mit Terminen und Gesprächen. Statt zu reden, ging ich nun also stundenlang im Wald wandern, beobachtete Ameisenstraßen und Lavendelblüten.</p>
<p>Unsere Kirchen und Gemeinden brauchen mehr Stille. Wenn ich gemeinsam mit Jugendlichen nach Taizé fahre und sie frage, was sie daran am besten finden, dann ist es das Schweigen. In jedem der Taizé-Gottesdienste gibt es statt einer Predigt zehn Minuten Stille – das macht dreißig Minuten Stille am Tag. Auch für Konfirmandinnen und Konfirmanden sind die Phasen der Stille ein Höhepunkt unserer sonntäglichen Gottesdienste.  Wie schön wäre es also, wenn unsere Gottesdienste angefüllt wären mit bedächtigem Schweigen statt mit gelehrtem Gerede! Geschenkte Zeit, um mit Gott in Beziehung zu kommen.</p>
<p>Und warum sollte man bei den Gottesdiensten stehen bleiben? Ich stelle mir vor: Statt mit Tageslosungs-Andachten beginnen kirchliche Sitzungen mit einem gemeinsamen Schweigen. Bevor Menschen sich in bedeutsamen kirchlichen Ämtern zu politischen oder gesellschaftlichen Fragen äußern, begeben sie sich einen Tag in Stille. Sie hören auf das, was Gott ihnen ins Herz gibt. Auch unser menschliches Miteinander wird von der Stille profitieren. Statt vorschnell eine Ansicht zu haben und die Gedanken anderer lautstark zu kommentieren, hören wir einander zu; anerkennend, wertschätzend, in uns ruhend. Dann haben wir vielleicht weniger Meinung, aber mehr Verständnis.</p>
<p>Schweigen ist ein bedeutsames Element in allen Religionen. Manche Glaubensgemeinschaften kommen sogar ganz ohne Worte aus. Wenn Schweigen einkehrt, fließen die Gedanken. Es öffnet sich ein Raum für Gott hinter den Worten. In Meditationen wird die Stille eingeübt, die Atmung wird zum einzigen Geräusch. So wie es in der Geschichte vom Elia am Horeb angedeutet wird: Gott ist weder im Sturm, noch im Erdbeben, noch im Feuer – sondern im stillen, sanften Sausen (1. Könige 19,12).</p>
<p>Nach fünf Tagen „Schweige-Exerzitien“ im Kloster bin ich mir sehr sicher, dass Gott sich im stillen, sanften Sausen finden lässt. Im Fliegen der Hummeln im Lavendel, in den Spuren der Ameisen im Sand, im Sprudeln des Quellwassers. Und hoffentlich auch im nächsten Sonntagsgottesdienst.</p>
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		<title>500 Jahre „Septembertestament“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jutta Henner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 16:28:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 32. Jahrgang, Heft 3, August 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelübersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Lutherbibel]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter dem Titel „Das Newe Testament Deutzsch“ und ohne Angabe des Verfassers erschien im September 1522 in Wittenberg ein Bestseller: Das erste gedruckte Neue Testament in der Übersetzung Martin Luthers, Meisterwerk und Medienereignis zugleich.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Unter dem Titel „Das Newe Testament Deutzsch“ und ohne Angabe des Verfassers erschien im September 1522 in Wittenberg ein Bestseller: Das erste gedruckte Neue Testament in der Übersetzung Martin Luthers, Meisterwerk und Medienereignis zugleich.</p></blockquote></div>
<p>Eingebunden war diese „Neuerscheinung“, die gerade rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse 1522 auf den Markt kam, in die großen Ereignisse der Geschichte. Seit 1517 befand sich der Wittenberger Augustiner-Eremiten-Mönch und Theologieprofessor Martin Luther im Konflikt mit der Kirche. Auf dem Reichstag zu Worms im April 1521 hatte Luther vor Kaiser Karl V. bestätigt, seine Lehre nicht zu widerrufen, solange ihn weder die Heilige Schrift noch sein Gewissen davon überzeugen könnten. So wurde über Luther nicht nur der Kirchenbann, sondern auch die Reichsacht verhängt.</p>
<p>Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen hatte Luther auf dem Rückweg von Worms scheinbar entführen und auf die Wartburg bei Eisenach bringen lassen, wo dieser unerkannt als „Junker Jörg“ lebte. Als Luther nach etwa sieben Monaten für wenige Tage heimlich nach Wittenberg reiste, empfahl ihm sein Professorenkollege Philipp Melanchthon, die Zeit doch für eine Übersetzung des Neuen Testaments zu nutzen. Zwischen Dezember 1521 und Februar 1522 entstand dann in einer Rekordzeit von nur elf Wochen die Rohfassung dieser Übersetzung. Nach Luthers Rückkehr nach Wittenberg im März 1522 wurde diese mit Kollegen durchgesehen und für den Druck vorbereitet.</p>
<p>Die Start-Auflage von wohl 3.000 Stück war umgehend vergriffen – trotz des hohen Preises von einem halben Gulden. So viel bezahlte man in dieser Zeit für zwei Ochsen. Bereits im Dezember des gleichen Jahres wurde ein Nachdruck in zweiter verbesserter Auflage notwendig, das sog. „Dezembertestament“. Es sollten in den folgenden dreizehn Jahren bis zum Erscheinen der vollständigen Bibel im Jahr 1534 insgesamt 87 Drucke des „Neuen Testaments Deutsch“ folgen.</p>
<h2>Luther als Bibelübersetzer</h2>
<p>Martin Luther war weder der erste noch der einzige, der die Bibel ins Deutsche übersetzte. Zwischen 1466 und 1521 waren achtzehn verschiedene deutsche Bibelausgaben in gedruckter Form erschienen. Bereits zuvor waren handschriftliche Fassungen von deutschen Bibeltexten im Umlauf, teilweise „Historienbibeln“ mit ausgewählten biblischen Geschichten oder auch Evangelienharmonien. Die vorlutherischen Bibeldrucke sind unter dem Namen ihres Verlegers oder Verlagsortes bekannt. Den Anfang machte 1466 die „Mentelin-Bibel“ aus Straßburg, weit verbreitet war die in Augsburg 1475 und 1477 gedruckte „Zainer-Bibel“ oder die in Nürnberg 1483 gedruckte „Koberger-Bibel“, von der auch Martin Luther ein Exemplar besessen haben soll.</p>
<p>Während diese Bibeln sich bemühten, im Deutschen die Reihenfolge der Wörter im Lateinischen wiederzugeben, bestand die sprachliche Leistung Martin Luthers darin, dem Sinn den Vorrang gegenüber einer wortwörtlichen Übersetzung zu geben. Dazu kam das Bemühen, den Bibeltext treffend und einprägsam, jedenfalls aber verständlich, zur Sprache zu bringen. Luther selbst sprach davon, dass man den Menschen „aufs Maul schauen“ solle, damit sie eine Übersetzung auch verstehen können.</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-right pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Martin Luther war nicht der erste, der die Bibel ins Deutsche übersetzte.</p></blockquote></div>
<p>Formal unterschied sich Luthers Bibelübersetzung von früheren Übersetzungen auch dadurch, dass nicht mehr der lateinische Bibeltext die Grundlage der Übersetzung bildete, sondern auf den griechischen Text in der wissenschaftlichen Ausgabe des Erasmus von Rotterdam, die 1516 erstmals erschienen war, zurückgegriffen wurde. In der Forschung wurde allerdings zuweilen diskutiert, wie gut Luthers Griechisch-Kenntnisse wirklich gewesen seien, und ob ihn nicht neben dem griechischen Neuen Testament doch die vertraute lateinische Fassung der Vulgata beeinflusst habe.</p>
<p>Jedenfalls sollte Bibelübersetzung für Luther ein höchst dynamischer Prozess sein: Zeit seines Lebens arbeitete er gemeinsam mit Professoren-Kollegen und Weggefährten daran, seine Bibelübersetzung weiter zu verbessern, damit die Bedeutung des Textes treffender und genauer, aber auch verständlicher wurde.</p>
<h2>Bibel und Bildung</h2>
<p>Mit der Reformation und deren Anliegen, dass jeder Christ und jede Christin selbst in der Bibel lesen solle, war auch die Forderung nach dem Aufbau und Ausbau des allgemeinen Schulwesens verbunden. Idealerweise sollte jedes Kind lesen und schreiben lernen, um die Bibel lesen zu können. Bildung und Herzensbildung, so könnte man sagen, gehörten für die Reformation zusammen. Die Alphabetisierung weiter Teile der Bevölkerung ist ein bleibendes Verdienst der Reformation – ein Anliegen, das übrigens auch die Gegenreformation gerne aufgenommen hat.</p>
<p>Charakteristisch für das Septembertestament waren Martin Luthers „Vorrede zum Neuen Testament“ sowie Vorreden zu zahlreichen einzelnen Büchern des Neuen Testaments. Ebenso gab es Worterklärungen, Querverweise und ähnliche Angaben, die das Lesen der Bibel erleichtern und die Leser in besonderer Weise auf die Botschaft der Bibel hinweisen sollten. Luthers Septembertestament ist daher auch ein Spiegel seiner Theologie und seines Bibelverständnisses. Einige der Schriften des Neuen Testaments schätzt er weniger als andere. Rechenschaft darüber gibt er in seinem dem Bibeltext vorangestellten Kapitel „Welches die rechten und edelsten Bücher des Neuen Testaments sind“. Den Hebräerbrief und den Jakobusbrief ordnet er mit dem Judasbrief und der Offenbarung des Johannes ans Ende des Neuen Testaments – und gibt diesen vier letzten Büchern im fortlaufend nummerierten Inhaltsverzeichnis keine Nummer.</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-left pullquote-border-placement-right"><blockquote><p>Das Septembertestament ist ein Spiegel von Luthers Theologie und seines Bibelverständnisses.</p></blockquote></div>
<p>Luther betont in seiner Vorrede zum Neuen Testament, dass es eine Mitte der Schrift gebe, ein Evangelium von Gottes rettender und befreiender Gnade in Jesus Christus, von dem die neutestamentlichen Schriften in unterschiedlicher Weise und Dichte Zeugnis geben. Besonders schätzte er dabei das Johannesevangelium, die Briefe des Apostels Paulus und den ersten Brief des Petrus. Für Luthers Geschmack enthielten die Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas zu viele Wunderberichte aus dem Leben Jesu. Vom Römerbrief kann Luther sogar sagen, er sei „das rechte Hauptstück des Neuen Testaments und das allerlauterste Evangelium“. Diesen Brief solle jeder Christ auswendig können und ihn als „tägliches Brot der Seele“ betrachten.</p>
<h2>Medien und Kommunikation</h2>
<p>Ohne die geniale und bahnbrechende Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg wäre der Erfolg des Septembertestaments nicht möglich gewesen. Gutenberg hatte im Jahr 1452/53 in Mainz als erstes Buch eine (lateinische) Bibel gedruckt. Diese Erfindung ermöglichte überhaupt die Bibelverbreitung in größerem Stil und zu einem wesentlich günstigeren Preis als es zuvor jemals vorstellbar gewesen wäre. Allerdings kostete die vollständige Lutherbibel im Jahr 1534 noch zwei Gulden und acht Groschen; das entspricht etwa sechs Wochenlöhnen eines Handwerksgesellen.</p>
<p>In der Wittenberger Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren entstanden für das Septembertestament 21 ganzseitige Holzschnitte – alle zum letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes. Darüber hinaus findet sich am Beginn jeder neutestamentlichen Schrift eine Schmuckinitiale. Wohlhabende Besitzer eines Septembertestaments konnten die schwarz-weißen Holzschnitte noch nachträglich kolorieren lassen.</p>
<h2>Vorbild für bibelgesellschaftliche Arbeit</h2>
<p>Eines der zentralen Anliegen der Reformation war, die Bibel zugänglich zu machen. Diese Anliegen wird heute von den mehr als 150 Bibelgesellschaften in über 200 Ländern weitergetragen. Dabei wird diese Arbeit heute von allen Kirchen geschätzt und unterstützt. Schließlich ist das Verhältnis der Kirchen zueinander, vor allem aber das Verhältnis aller Kirchen zur Bibel, ein anderes als vor 500 Jahren: Alle Kirchen wissen sich heute in der Freude am Evangelium verbunden.</p>
<p>Weltweit arbeiten Bibelgesellschaften daran, die Bibel aus den Urtexten in möglichst alle Sprachen zu übersetzen, aber auch bestehende Übersetzungen laufend zu überarbeiten, damit diese wissenschaftlich genau und zugleich verständlich bleiben. Bibeldruck in Millionenauflagen ist eine zentrale wichtige Aufgabe, auch wenn neue Medien zusätzliche neue Wege der Bibelverbreitung eröffnen. Der Einsatz der Bibelgesellschaften für Alphabetisierung auf biblischer Basis wird weit über die christlichen Kirchen hinaus geschätzt. Hilfen zum persönlichen und gemeinschaftlichen Lesen der Bibel werden ebenso erarbeitet wie Bibeln für Kinder, aber auch besondere Ausgaben für spezielle Altersgruppen wie Kinder oder Zielgruppen wie Blinde und Sehbehinderte.</p>
<p>Luther sollte, durch seine Kritiker herausgefordert, im Jahr 1530 in einer Schrift darüber Rechenschaft geben, was das Besondere am Übersetzen der Bibel sei. Er hält fest, dass diese Aufgabe eine ganz besondere sei – und: „&#8230;<em>es gehöret dazu ein recht fromm, treu, fleißig, furchtsam, christlich gelehrtes, erfahren, geübet Herz“.</em></p>
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