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	<title>evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020 &#8211; evangelische aspekte</title>
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	<description>Die evangelische Zeitschrift im Internet</description>
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	<title>evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020 &#8211; evangelische aspekte</title>
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	<item>
		<title>Stefan Brunnhuber: Die offene Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Reinhold Münster]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 18:14:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Karl Poppers Theorien der Falsifikation von Hypothesen und einer sozialen Stückwerkstechnologie sowie der Konflikttheorie Ralf Dahrendorfs im Gepäck stellt sich der Autor in seinem Plädoyer einer problematisch gewordenen Gegenwart.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Brunnhuber_Gesellschaft.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-5364 alignleft" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Brunnhuber_Gesellschaft-190x300.jpg" alt="" width="190" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Brunnhuber_Gesellschaft-190x300.jpg 190w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Brunnhuber_Gesellschaft.jpg 600w" sizes="(max-width: 190px) 100vw, 190px" /></a>oekom 2019, 176 S., 20,00 EUR, eBook 15,99 EUR</strong></p>
<p>Mit Karl Poppers Theorien der Falsifikation von Hypothesen und einer sozialen Stückwerkstechnologie sowie der Konflikttheorie Ralf Dahrendorfs im Gepäck stellt sich der Autor in seinem Plädoyer einer problematisch gewordenen Gegenwart. In einer vorläufigen Definition, mehr lasse sich über ein Projekt der Zukunft nicht sagen, wird die Offene Gesellschaft als ein Maximum an Freiheit für alle Mitglieder aufgefasst. Die künftige Formation sei weder mit Demokratie, noch mit dem Rechtsstaat oder dem (freien) Markt identisch, verfüge aber über Werte wie sie im Säkularismus, im Liberalismus sowie in den Checks and Balances einer Republik zu finden seien.</p>
<p>Den hohen Anspruch, einen Weg aufzuzeigen, wie sich die Gesellschaften der Welt zu einer Offenen Gesellschaft entwickeln könnten, untersucht Brunnhuber in zwei Aspekten. Auf einer Landkarte der Zukunft findet der Autor vier gesellschaftliche Bereiche. Linke und rechte politische Positionen erwiesen sich als unfähig, über die kommende Gesellschaft zu entscheiden. Wichtiger scheint ihm die Bekämpfung der Scheindebatten durch Feinde der Offenen Gesellschaft zu sein, die sich in einem Pankritizismus, Relativismus, Fundamentalismus, Populismus, oder (unkritischem) Holismus zeigten. Am heftigsten aber müssten politische Reduktionisten widerlegt werden, da sie die Komplexität von Gesellschaft, Ökonomie und Natur verneinten. Brunnhuber kritisiert aus solchen Wertvorstellungen auch den Neoliberalismus; an die Stelle der Shareholder-Values müsse eine Stakeholder-Value treten.</p>
<p>In der Gegenwart benötige der Einsatz für die Offene Gesellschaft ein Metanarrativ, eine große Erzählung. Abgelehnt werden visionäre oder utopische Vorstellungen von Gesellschaft aufgrund eines notwendigen Pragmatismus und (kritischen) Rationalismus. Diese Ideen erzeugten falsche Bilder im Kopf, da eine Offene Gesellschaft keinen teleologischen Gesetzen folge. Die Narrative müssten sinnstiftend, nicht identitätsstiftend wirken. Bürgerliche Tugenden, ein starker Nationalstaat, der Ordnungsrahmen setze, die Balance zwischen Mensch und Natur, pluralistisches und konfliktorientiertes Denken sowie der Einsatz des kritischen Rationalismus empfiehlt der Autor als Königsweg zur Offenen Gesellschaft. Dem Anliegen dienen sehr anregende Fragen am Ende des Buches.</p>
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		<title>Susann Sontag: Wege zur Selbstliebe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hermann Preßler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 18:11:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
		<category><![CDATA[Zufriedenheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchen, geübt im Lesen von Ratgeber-Literatur und neugierig darauf, aus psychologischer Perspektive etwas über sich selbst zu erfahren und das eigene Verhalten besser zu verstehen, mag es bei der Lektüre gehen wie mir: Zu schwanken zwischen der Neigung, bis zum Ende zu lesen, und dem Impuls, das Buch nach einigen Kapiteln wegzulegen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Sontag_Selbstliebe.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-5366 alignleft" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Sontag_Selbstliebe-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Sontag_Selbstliebe-188x300.jpg 188w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Sontag_Selbstliebe.jpg 499w" sizes="(max-width: 188px) 100vw, 188px" /></a>LebensSchritte Verlag 2020, 270 S., 14,99 EUR</strong></p>
<p>Manchen, geübt im Lesen von Ratgeber-Literatur und neugierig darauf, aus psychologischer Perspektive etwas über sich selbst zu erfahren und das eigene Verhalten besser zu verstehen, mag es bei der Lektüre gehen wie mir: Zu schwanken zwischen der Neigung, bis zum Ende zu lesen, und dem Impuls, das Buch nach einigen Kapiteln wegzulegen.</p>
<p><em>Einerseits traut</em> man den Ausführungen der Autorin, vom Fach Heilpraktikerin für Psychotherapie und Ernährungsberaterin, weil sie sehr alltagsbezogen und dabei immer die Lesenden zum eigenen Urteil ermutigend den Finger auf unsere seelischen Handicaps zu legen weiß. Vieles, von dem sie spricht, kennt man aus eigenem Erleben und dem Umgang mit anderen Menschen. Dass man sich allzu gerne selbst ausweicht, statt sich ins Zentrum der eigenen Persönlichkeit vorzuwagen; dass man sich mit äußerem Aktionismus (vom Eintreten für die gute Sache bis zur Erlebnissucht) über mangelnde innere Lebendigkeit hinwegtäuscht; dass das ständige sich vergleichend und urteilend in Beziehung setzen zu anderen uns fried- und auch freudlos machen kann; dass wir unsere durch Erziehung und Konvention erworbenen „Anker“ lichten und uns vertrauensvoll „dem Leben“ im „Hier und Jetzt“ überlassen dürfen – kurz: uns dem „Sein“ öffnen können, das uns liebt und uns ermächtigt, uns selbst zu lieben.</p>
<p><em>Das misstrauende Andererseits</em> zum Schluss; Susann Sonntag spricht es explizit erst auf S. 249 aus: „Wir identifizieren uns mit unseren Lebensumständen“, und diese Verwechslung der „Ebenen“ sei das entscheidende Hindernis für ein gelingendes Leben aus dem eigenen inneren Zentrum heraus. Wer die Umstände unseres Lebens stärker gewichtet und kritisch sichten möchte, findet in dem Buch keine Hilfe.</p>
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		<title>Markolf H. Niemz: Die Welt mit anderen Augen sehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hermann Preßler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 17:35:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Physik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Dass die Naturwissenschaften allein keine „volle“ Welterklärung bieten, mag inzwischen (wieder) im öffentlichen Diskurs angekommen sein, aber Niemz gibt selbst zu, dass seine „Verquickung“  von Religion und Physik Widerspruch provoziert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Niemz-scaled.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-5365 alignleft" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Niemz-190x300.jpg" alt="" width="190" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Niemz-190x300.jpg 190w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/Cover_Niemz-scaled.jpg 648w" sizes="(max-width: 190px) 100vw, 190px" /></a>Gütersloher Verlagshaus 2020, 191 S., 20,00 EUR, eBook 14,99 EUR</strong></p>
<p>Es ist nicht das erste Buch, das Niemz, Lehrstuhlinhaber für Medizintechnik, über die Frage geschrieben hat, ob bestimmte physikalische Theorien in spirituellen Symbolen sozusagen abgebildet sind und umgekehrt Anschauungen religiösen Gehalts in wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Vorschein kommen. Dass die Naturwissenschaften allein keine „volle“ Welterklärung bieten, mag inzwischen (wieder) im öffentlichen Diskurs angekommen sein, aber Niemz gibt selbst zu, dass seine „Verquickung“ (S. 145) von Religion und Physik Widerspruch provoziert.</p>
<p>Eine seiner Thesen lautet, dass nach Einsteins Relativitätstheorie das „Licht“ sich in der „Ewigkeit“ befindet; denn wären wir „im Licht“, bewegten wir uns mit Lichtgeschwindigkeit, hätte jede zeitliche Distanz den Wert Null, und alle unsere Zeit verginge in einem einzigen Augenblick. (Man denkt als christlicher Leser natürlich an Psalm 90,4: „Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist…“). Ewigkeit oder das Im-Licht-Sein wiederum identifizieren viele Religionen mit der Gottes-Vorstellung.</p>
<p>So beleuchtet er auch Nahtoderfahrungen (Tunnel, Eintauchen ins Licht, Vergegenwärtigung des ganzen Lebens …) mit Hilfe von Einsteins Theorie als „reale Erfahrungen“, gehen wir „nur“ davon aus, dass „etwas von uns ins Licht eintaucht“ (S. 179). Jedoch stellt er sich dieses – sich seines ganzen abgelaufenen Lebens bewusstwerdende – „Etwas“ nicht als unsterbliche Einheit vor. Erlischt das „Etwas“ nach dem Moment des Lichtbades?</p>
<p>Niemz mag ein Grenzgänger oder gar -überschreiter sein, man kann ihn aber auch als Brückenbauer lesen, der verschiedene Perspektiven auf die Welt zusammenführt. Auch wenn Fragen offenbleiben.</p>
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		<title>Im Wohnzimmer die Welt erkunden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rainer Lang]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 17:16:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchen]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenführung]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[In Zeiten von Corona ist Reisen keine Selbstverständlichkeit mehr. Das ist schwer für die reiseverwöhnten Deutschen. Als Kompensation für das reale Erleben sind im Internet immer mehr Angebote für virtuelle Reisen zu finden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>In Zeiten von Corona ist Reisen keine Selbstverständlichkeit mehr. Das ist schwer für die reiseverwöhnten Deutschen. Als Kompensation für das reale Erleben sind im Internet immer mehr Angebote für virtuelle Reisen zu finden.</p></blockquote></div>
<p>Die Deutschen können zwar nicht mehr den Titel als Reiseweltmeister für sich reklamieren, aber immerhin lag Deutschland 2019 hinter den USA und China auf Platz drei der Länder mit den meisten Reisenden ins Ausland. Dies ging aus dem Bericht <em>Global Destination Cities Index</em> von Mastercard hervor. Dabei überholten sie die Briten nicht nur im Gesamtranking, sondern auch bei den Reisen in das Hauptreiseziel beider Nationen: Palma de Mallorca.</p>
<h2>Ein virtueller Besuch auf Mallorca oder in Stockholm</h2>
<p>Trotz Corona bieten die „reisereporter“ auf ihrer Internetseite einen Urlaub auf Mallorca an (<em>www.reisereporter.de</em>). „Zum Glück gibt es auch virtuell jede Menge Einblicke in die Welt der Balearen-Insel“, heißt es auf der Internetseite. Sie empfehlen Rundumblicke auf der Website „360 Cities“. Auch Touren auf virtuellen Helikopterflügen sind möglich.</p>
<p>Ebenso kann man einen virtuellen Kurzurlaub auf einer Reise von Stockholm nach Helsinki und Tallinn erleben. Es ist eine virtuelle Reise mit dem Schiff über die Ostsee. Nach einem Rundgang durch Stockholm am Bildschirm wird auf der Silja Serenade eingecheckt.</p>
<p>Ohnehin wird Reisen mit der Virtual Reality-Brille zu einem immer realistischeren Erlebnis. Experten sagen voraus, dass Virtual Reality im Segment Reisen wohl am stärksten wachsen wird. So kann man zum Beispiel Gorillas schon heute hautnah erleben bei einem Besuch mit einer VR-Brille. Der Trend wird sicherlich durch Corona enorm beschleunigt.</p>
<h2>Kirchen virtuell entdecken</h2>
<p>Kirchengemeinden haben den Trend zu virtuellen Kirchenführungen schon vor Corona entdeckt und können nun in Zeiten der Pandemie für Interessierte diesen Service anbieten. Im Internet können Besucherinnen und Besucher inzwischen zahlreiche sakrale Gebäude besichtigen. Auf virtuellen Rundgängen lassen sie sich am Computer oder auch am Smartphone auf eigene Faust oder auch von Experten geführt erkunden. In Zeiten von Versammlungsverbot und Kontaktsperre haben viele religiöse und kulturelle Institutionen ihre Angebote in dieser Hinsicht ausgeweitet.</p>
<p>Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers zum Beispiel lädt dazu ein, Kirchen virtuell zu entdecken unter dem Motto „Verlässlich geöffnete Kirchen laden zum Besuch ein“. Konkret läuft das so ab, dass Detlef Neuhaus und andere zertifizierte Kirchenführerinnen und Kirchenführer Kurzfilme über ihre Kirchen drehen und auf einer Online-Plattform veröffentlichen. So lassen sie die Gäste an ihren „Schätzen“ teilhaben (<em>www.kirchliche-dienste.de/arbeitsfelder/offene-kirchen/Kirchen_virtuell_entdecken</em>).</p>
<p>„Wir haben auf der Plattform virtuelle Kirchenbesichtigungen für Gäste zusammengetragen, die man sich wie ein Appetithäppchen ansehen kann“, so Antje Wachtmann, Referentin für Kirche im Tourismus im HkD, die das neue Format der digitalen Kirchenführung entwickelt hat und die ehrenamtlichen Kirchenführer in der Videoerstellung unterstützt.</p>
<p>Ob es die evangelische Kirche in Saalfeld und in Neustadt ist oder Kirchengebäude im Erzbistum München und Freising, überall sind inzwischen virtuelle anstatt der analogen Besuche möglich. Und wer nicht nach Rom reisen und die Vatikanstadt besuchen kann, der kann die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle virtuell besuchen.</p>
<h2>5.500 Bilder einer Kirche ergeben einen virtuellen Rundgang</h2>
<p>Dass dahinter viel Arbeit steckt, stellt der katholische St. Michaelsbund am Beispiel des Fotografen Tibor Hlozanek dar, der in einer Nacht den kompletten Innenraum der Münchner Jesuitenkirche St. Michael mit der Kamera dokumentierte. Dazu ließ er sich mitten in der Stadt in das berühmte Gotteshaus einsperren.</p>
<p>5.500 Bilder waren es am Ende, aus denen der Fotograf am Computer eine virtuelle Kirchenführung aus verschiedenen 360-Grad-Panoramen der Kirche erstellte (<em><a href="https://panorama.erzbistum-muenchen.de/Dekanat-Innenstadt/jesuitenkirche-st-michael-muenchen.html" class="autohyperlink">panorama.erzbistum-muenchen.de/Dekanat-Innenstadt/jesuitenkirche-st-michael-muenchen.html</a></em>). Das heißt, dass sich die Kirche von jedermann am heimischen Rechner aus allen möglichen Perspektiven betrachten und „begehen“ lässt – von links nach rechts oder von oben nach unten, inklusive Text und unterlegter Musik. Rund 40 Stunden waren nötig, um die riesige Kirche dafür abzulichten. Dabei benutzte der 52-Jährige einen Roboter mit Fotoapparat, den er auf ein Stativ schraubte, das sich bis zu fünf Meter hoch ausfahren lässt. Der Roboter dreht und wendet die Kamera automatisch in alle Richtungen.</p>
<p>Menschen, die auf Reisen gern Kirchen besuchen, nutzen die virtuellen Möglichkeiten gerne. Sie können sich die sakralen Gebäude ins Wohnzimmer holen und so durch ganz Deutschland nach Lust und Laune surfen. Die Angebote sind unterschiedlich ausgestaltet, je nach den technischen und finanziellen Möglichkeiten der Gemeinden. Aber auf jeden Fall sind sie eine Bereicherung des kirchlichen Lebens.</p>
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		<title>Über die Freiheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manfred Schütz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 17:08:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelium]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Was macht wirklich frei? Mit seiner reformatorischen Hauptschrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ hat Martin Luther vor 500 Jahren auf eine elementare Unterscheidungskunst aufmerksam gemacht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Was macht wirklich frei? Mit seiner reformatorischen Hauptschrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ hat Martin Luther vor 500 Jahren auf eine elementare Unterscheidungskunst aufmerksam gemacht.</p></blockquote></div>
<p>Alle Tiere sind gleich. „Aber manche sind gleicher!“, hatte jemand hinzugefügt (G. Orwell: <em>Farm der Tiere</em>). – So mancher emanzipatorischen Freiheitsbewegung wird alsbald vorgeworfen, zurecht, dass sie plötzlich „moralisierend“ daherkommt, dass sie mit Zwang und mit Gesetzlichkeit vorgeht. Hatte man sich eben noch „Liberté“ auf die Fahnen geschrieben, wird jetzt der Ruf nach Gesetzen laut. Statt an feierlichen Protestplakaten wird an Paragraphen gefeilt.</p>
<p>Doch Freiheit und Gesetz, verträgt sich das? Ist das Gesetz doch etwas, das die Leute einengt&#8230;</p>
<h2>Freiheit contra Gesetz?</h2>
<p>Wir kennen das vom Staat. Verbriefte Rechte schaffen Sicherheit. Das Gesetz bietet Schutz. Aber Gesetze hindern auch, schränken ein. Das Gesetz kann für mich etwas Positives wie etwas Negatives sein. Es gilt also beides: Das Gesetz schützt. Das Gesetz begrenzt. Und so kommt es immer auch auf den „Geist des Gesetzes“ an.</p>
<h2>Weisung</h2>
<p>Das Gesetz ist etwas Positives! Im jüdischen Glauben und in der christlich-jüdischen Tradition hat das Wort der „Weisung“ ganz klar einen guten Klang. Gerade jüdische Gelehrte betonen die Wichtigkeit der „Richtschnur“. Die gute Weisung der fünf Bücher Mose, der Tora, der Zehn Gebote, begleitet ein Leben lang. Sie gibt Rat, korrigiert, weist nach vorn. Das Gesetz soll zeigen, was gut und richtig ist. Es kann das zeigen, und tut es. Indem sie den weiten Rahmen absteckt, innerhalb dessen Leben gelingen kann, ist die Weisung geradezu der Grund geglückter Existenz. Und wird entsprechend hoch geschätzt.</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-right pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>„Anything goes“ beim Apostel Paulus?</p></blockquote></div>
<p>Freilich begegnen innertestamentarisch im hebräischen Tanach auch gebrochene Sichtweisen auf das Gesetz, wenn etwa die Propheten kritisch nachhaken (1. Sam 15,22). Und Abraham als der Stammvater Israels kennt das Gesetz des Mose gar nicht, er lebt ja, nach rabbinischer Zählung, rund 430 Jahre vorher.</p>
<h2>Paulinische Perspektiven</h2>
<p>Der jüdische Gesetzesausleger Paulus von Tarsus, der nach eigener Auskunft lange Zeit in intensivster Form „nach dem Gesetz“ lebte (Phil 3,5f; vgl. Apg 22,3), hebt die positiven Seiten des Gesetzes besonders stark hervor. Das Gesetz ist gut und gerecht, schreibt er im Römerbrief (Kap. 7,12). Wichtig ist ihm die Frage, wie es zu einer wirklichen Erfüllung des Gesetzes kommt. Mit einer rein äußerlichen Befolgung, wo das Herz nicht recht dabei ist, gibt er sich nicht zufrieden. Nicht der Buchstabe des Gesetzes soll erfüllt werden, sondern dessen „Geist“! (2. Kor 3,4ff; Röm 7,6).</p>
<p>So nimmt er prophetische Traditionen auf, (die das Geistliche betonen) und nimmt sie für seine Zeit in Anspruch, indem er sagt, dass die Lehren des Jesus von Nazareth (Mk 2,23ff, Mt 12,1ff) in ihrer Aufnahme und auch Verschärfung des Gesetzes genau denjenigen Geist zur Geltung bringen, der im Gesetz und den Propheten gesprochen hat (Röm 3,21): Die Erfüllung des Gesetzes besteht ganz „jesuanisch“ und ganz prophetisch in der <em>Liebe. </em>Im Geist der Liebe ist die Forderung des Buchstabens erfüllt (Röm 13,8-10, Mt 22,40).</p>
<p>Diesen Sachverhalt bringt Martin Luther in <em>Von der Freiheit eines Christenmenschen</em> in die berühmte Doppelthese: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Wofür er sich ausdrücklich auf Paulus bezieht.</p>
<h2>“Alles ist mir erlaubt“?</h2>
<p>Luther versammelt und verarbeitet Motive der Mystik genauso wie augustinische Traditionen oder johanneische. Wenn er beschreibt, wie der Geist des Menschen mit dem jesuanischen Geist in Gemeinschaft und so überein kommt, dürfte er nahe bei dem sein, was Paulus sagt: das Gesetz sei „geistlich“ aufzufassen (Röm 7,14). Ein Christ will ja nicht aus Zwang, sondern aus innerer Überzeugung, im richtigen Geist das Gute, Richtige treffen und erfüllen. Wie Paulus und wie Augustinus in seiner Schrift <em>De spiritu et littera</em> hatte sich auch Luther intensiv mit der Unterscheidung von Geist und Buchstabe beschäftigt. Der Geist macht frei. Zur Freiheit seid ihr berufen! (Gal 5,1.13).</p>
<p>Paulus rezitiert dann für manchen sogar ganz ungeheuerliche Sätze, wie: „Alles ist erlaubt“ (1. Kor 6,12). „Anything goes“ bei Paulus? Auch von Augustin kennt man den Ausspruch: „Liebe einfach, und dann tu, was du willst“, was aber in dieser Kürze noch manche Frage offenlässt. Klar ist jedenfalls, dass in diesem Geist eine ungeheure Freiheit und Zuversicht herrschen.</p>
<h2>Unterscheidung von Gesetz und Evangelium</h2>
<p>Kein zweiter Theologe nach Paulus hat das Thema der Freiheit so eindringlich ins Zentrum gerückt wie Martin Luther (vgl. Th. Reinhuber, <em>evangelische aspekte</em> 2/2018). Sein Freiheitstraktat, im November 1520 – vor 500 Jahren – auf Deutsch und einer etwas längeren lateinischen Fassung erschienen, rührt sichtlich heute wie damals an einen Nerv. <em>Von der Freiheit eines Christenmenschen </em>ist das meistgedruckte Buch des 16. Jahrhunderts!</p>
<p>Luther fragt, woher die Freiheit wirklich kommt. Worin sie besteht. Und wie sie erhalten bleibt. Schon ein halbes Jahr zuvor hieß es in <em>Von den Guten Werken</em>: „Fragst du aber, wo Glaube und Zuversicht gefunden werden können, dann ist das freilich das nötigste, was man wissen muss.“ Die Antwort lautet: Der Geist der Freiheit und der Zuversicht kommt aus dem Wort. Glauben muss man sich nicht selbst abringen, oder sich selbst aus dem Hirn saugen, sondern bezieht, nährt und empfängt ihn aus dem freimachenden Wort des Evangeliums.</p>
<p>„Evangelium“ bezeichnet im Unterschied zum Gesetz das, was wirklich frei macht, was Freiheit schenkt, zur „geistlichen“ Erfüllung instandsetzt und ermächtigt: Evangelium ereignet sich in einem „geistlichen Geschehen“ als Befreiung. Gesetz fordert, Evangelium schenkt. Darum Luther später: „Wer das Evangelium recht vom Gesetz zu unterscheiden weiß, der danke Gott und darf wissen, dass er ein Theologe ist“ (s. WA 40/I,207,17f). Ja, er kann rückblickend diese Unterscheidung sogar das Grundlegende seines reformatorischen Durchbruchs nennen: „als ich diese Unterscheidung fand [&#8230;], da riss ich herdurch“ (bei WA TR 5,210,15ff).</p>
<h2>Befreit zur Zuversicht</h2>
<p>Durch das Evangelium wird der Mensch frei vom Gesetz. Ein freier Herr aller Dinge. Der Christ ist wirklich überaus frei (im lateinischen Text steht das im Superlativ „liberrimus“) – und wird jetzt, ohne Gesetz, überaus geschäftig (lat: „officiosissimus“; WA 7,49,22.24). Denn mit dem Wort des Evangeliums hat er den Geist empfangen, der ihn von innen heraus zum Guten drängt. Er ist zum guten Baum geworden, der von sich aus gute Früchte bringt.</p>
<p>Darum ist Luther das „Wort“ so wichtig, aus dem der Geist der Zuversicht zu solcher Freiheit kommt. (Zur anhaltenden „Karriere“ und Stellenwert des Begriffs der Zuversicht/<em>fiducia</em> vergleiche man des Weiteren die Titel so verschiedener Textsammlungen wie <em>Glaubenszuversicht</em> von H. Beintker, <em>Texte der Zuversicht</em> von L. Zenetti, <em>Zuversicht aus dem Glauben</em> von Kardinal Lehmann, <em>Seid ohne Furcht! Worte der Zuversicht</em> von Papst Johannes Paul II.) Das Kirchenlied sagt es dann sF „Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“ (G. Neumark, EG 369)</p>
<h2>Nicht alles dient zum Guten</h2>
<p>Diese befreite Zuversicht ist also beides: Aufrichtung und Erfüllung des Gesetzes. Paulus formuliert beide Sätze, bei allen unterschiedlichen Akzentuierungen en detail, ganz analog zur Bergpredigt (siehe Mt 5,17; 7,12, vgl. Lk 16,16f; Mt 23,23), den vom „Ende des Gesetzes“ – denn was erfüllt ist, ist ja in bestimmter Weise abgehakt –, und: „Wir richten das Gesetz auf“ (Röm 3,31; 10,4).</p>
<p>Die lebenslang bleibende Bedeutung der „Weisung“, wie wir sie oben kennen-  und schätzen gelernt haben, bleibt daher voll und ganz erhalten. Immer wieder wird es nötig sein, dass ich mich von Abwegen zurückrufen lasse, Irrtümer erkenne und Maß nehme am Richtigen (nach Luther der <em>usus elenchticus / usus theologicus: </em>der theologische Gebrauch des Gesetzes). Und da es Leute gibt, denen alles egal ist, wird es immer nötig sein, dem willkürlichen Übeltäter, dem Bösen Einhalt zu gebieten (<em>usus politicus</em>, der „politische Gebrauch des Gesetzes“; zum Schutz des Schutzbedürftigen).</p>
<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-right pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Zur Freiheit befreit</p></blockquote></div>
<p>Das Evangelium befreit. Das Gesetz ist und bleibt strikte Forderung. Das Gesetz ist so auch etwas Negatives! Es hält mir den Spiegel vor, erwischt mich, wenn ich nicht im richtigen Geist gehandelt habe. Obendrein scheint es mit seinem universalen Anspruch geradezu omnipräsent zu sein (Röm 2,14). <em>Lex iam adest</em>, sagt dazu Luther: Das Gesetz ist immer schon da. Die christliche Freiheit ist also eine andere, als die des „anything goes“ des 20. Jahrhunderts, die auch viel Unerfreuliches hervorgebracht hat. Denn: Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten…! (1. Kor 10,23). Wir sehen an den Schlusskapiteln der meisten neutestamentlichen Briefe (den sog. „Paränesen“), dass es für solche Erinnerungen auch unter Christen noch genug Anlass gibt.</p>
<h2>Von der Freiheit eines Christenmenschen</h2>
<p>Luthers Freiheitsschrift, die eigentlich noch gar nicht zu den besten, klarsten, tiefsten seiner theologischen Werke gehört, hat vielseitig gewirkt. Innerhalb von fünf Jahren erschien sie auf Deutsch in zwanzig Auflagen, dazu acht auf Latein; sie gilt als eine der vier reformatorischen Hauptschriften von 1520. Nach Luther ist sie „ein klein Büchle, so das Papier wird angesehen“, aber enthält doch „die ganze Summe eines Christlichen Lebens, so der Sinn verstanden wird“. Sie zeigt ihn noch auf dem Weg hin zum durchgereiften „Reformator“. Gewidmet hat er sie dem damaligen Papst Leo.</p>
<p>Der Traktat ist eher eine Grundlagenschrift der christlichen Ethik und praktischen Lebensführung als der Dogmatik (Luther nennt sie präzise „Summe des christlichen Lebens“, nicht „Summe der christlichen Lehre“). Auch ihre Themen Freiheit, Gesetz, Liebe, Anthropologie deuten klar in <em>dieses</em> Feld. Bei allem durchdachten Aufbau ist sie aber mehr ein im Gedränge rasch hingeworfener Essay (Flugschrift), der Dinge thetisch antippt, als eine systematisch ausgeführte, in Ruhe ausbalancierte Entfaltung. Lehrmäßig klarer hat er dann in späteren Texten geredet. So ließ sich die hier vorgenommene Unterscheidung nach innerem und äußerem Menschen nicht in jeder Hinsicht systematisieren. Und „Gesetz und Evangelium“ meint nicht eine kurzschlüssig, schlichte Aufteilung auf Alter Bund / Neues Testament…</p>
<p>Viele sehen den Freiheitstraktat als „eine geistesgeschichtliche Grenze zwischen Mittelalter und Neuzeit, weil in ihr dem Menschen eine individuelle Freiheit zugesprochen“ ist (F. Vogt: <em>Luther für Eilige,</em> Leipzig ³2017). Die historisch bahnbrechende und teilweise epochemachende Wirkung ist heute wohl am besten dann nachzuempfinden, wenn die konkreten Umstände vor Augen sind, aus denen die Schrift herausführte oder herausführen wollte. Vieles, was aus ihrem Inhalt heute als selbstverständlich anerkannt ist, war es damals eben nicht. Insgesamt ist sie eine geschlossene, kompakte Darstellung von Luthers Kurzformel „Glaube und Liebe“, in der sich einige seiner schönsten, eingängigen Formulierungen finden, im unnachahmlichen Luther-Sound.</p>
<p>„Aus all dem folgt der Beschluss, dass ein Christenmensch nicht in sich selbst lebt, sondern in Christus und seinem Nächsten – in Christus durch den Glauben, im Nächsten durch die Liebe. Durch den Glauben fährt er über sich in Gott, aus Gott fährt er wieder unter sich durch die Liebe und bleibt doch immer in Gott und göttlicher Liebe“.</p>
<p>Das Thema der Freiheit hatte damals auch darin individuelle Brisanz, dass Luther zu diesem Zeitpunkt jederzeit damit rechnen muss, gefangengesetzt zu werden (was kurz darauf ja auch geschah, jedenfalls in Form einer Schutzhaft auf der Wartburg). So dass sich manche Zeile noch einmal ganz anders liest – wenn er schreibt, dass es nichts gäbe, das die christliche Seele in <em>ihrem Inneren </em>gefangen setzen kann. Das ist die große Zusage des „Evangeliums“. Der Freispruch, die innere Freiheit zur Zuversicht kann dem Christenmenschen auch durch widrige äußere Umstände nicht genommen werden.</p>
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		<title>Wer gehört zur Familie?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cornelia Coenen-Marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 17:04:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>
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					<description><![CDATA[„Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!“ (Jes 58,7)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>„Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!“ (Jes 58,7)</p></blockquote></div>
<p>Stadtwald Eilenriede in Hannover. Nicht weit von der Straße steht das „Milchhäuschen“, ein kleines Bistro mit einer großen Terrasse. Dort sitzen sie auch im November noch zusammen: Spaziergängerinnen, Mütter mit Kinderwagen, die Älteren aus dem Viertel. Die Hecke an der Seite ist jetzt adventlich geschmückt. Das „Milchhäuschen“ ist ein Herzensort. Dazu passt die Tafel, die neuerdings hier hängt: „Wir sind eine Familie, die füreinander da ist.“ Da werden Herzenswünsche wach, Weihnachtswünsche. Bei allen, die noch nicht wissen, wo sie feiern werden. Und mit wem.</p>
<p>Als ich das Schild zum ersten Mal sah, standen mir die Tischgemeinschaften in den jungen christlichen Gemeinden vor Augen. Männer und Frauen aus verschiedenen Kulturen und Generationen. Sie nannten sich Brüder und Schwestern, sprachen von Vätern und Müttern im Glauben. Sie folgten Jesus nach, auf ihn hatten sie sich taufen lassen. Mehr gemeinsam hatten sie nicht. Die Bibel schildert, dass es nicht einfach war, füreinander da zu sein und zu teilen. Zu groß die Unterschiede – zwischen den etablierten Jerusalemer Juden zum Beispiel und den Witwen aus der griechischen Diaspora. Kein Friede-Freude-Eierkuchen also, sondern öfter mal vergeben – und besser nicht vergessen. Denn die Spannungen in den Gemeinden zeigten die Konflikte in der Welt.</p>
<p>Unweit vom Milchhäuschen campierte vor zwei Jahren ein Flüchtling. Er lag da mit einem dicken Schlafsack, neben sich eine Plastiktüte mit warmer Kleidung und eine Thermoskanne mit heißem Kaffee. Gut versorgt von Leuten aus dem Viertel. Irgendwie gehörte er dazu. Bis es Streit gab, der auch die Presse beschäftigte, – über Verwahrlosung, Pull-Faktoren und die Pflicht der Stadt, Obdachlosen eine ordentliche Unterkunft zu besorgen. Immerhin: die „Familie“ dort im Quartier konnte nicht mit ansehen, wie einer Hunger hatte und fror.</p>
<p>Selten trifft beides so aufeinander: unsere Sehnsucht nach einer heilen Welt und die Erfahrung von Elend und Abstürzen. Meist ist es leichter, die Augen zu schließen, wenn wir im kleinen Kreis feiern, während andere allein bleiben. Aber gerade jetzt, während wir beklagen, dass Weihnachten nicht so heimelig ist, wie es war, werden auf Lesbos die neuen Flüchtlingslager befestigt. „Entzieh Dich nicht Deinem Fleisch und Blut“, sagt der Prophet Jesaja der Gemeinschaft in Jerusalem. Und meint die Obdachlosen, die Hungernden, die Armen. Schon da ist klar: „Familie“ ist mehr als Verwandtschaft; als „Schwestern und Brüder“ überwinden wir Spaltungen, teilen unsere Sorgen.</p>
<p>Der Spruch, der daran erinnert, enthält eine große Verheißung: „Dann wird Dein Licht in der Finsternis aufgehen.“ (Jes 58,10) Auch ohne Betriebs- und Freundesfeiern wird es Weihnachten, wenn wir über den Freundeskreis hinausschauen – auf die, die noch gar nicht wissen, wo sie sein werden. Am Heiligen Abend.</p>
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		<title>Von innen verändern!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Klaus Beckmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 16:58:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitskräfte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Sicherheitsorgane sind ins Gerede gekommen. Hartes disziplinarisches und strafrechtliches Vorgehen gegen verfassungsfeindliche Uniformträger zu verlangen, ist so berechtigt wie nötig. Allerdings sollte sich die Gesellschaft um ihre Verantwortung für jene Menschen nicht herummogeln, die den Dienst in Polizei und Militär übernommen haben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>Die Sicherheitsorgane sind ins Gerede gekommen. Dass rechtsextreme Skandale unter Polizisten und Soldaten Einzelfälle seien und kein Strukturproblem, kommt kaum einem Verantwortlichen mehr über die Lippen. Sogar von staatszersetzenden Netzwerken wird gesprochen.</p></blockquote></div>
<p>Hartes disziplinarisches und strafrechtliches Vorgehen gegen verfassungsfeindliche Uniformträger zu verlangen, ist so berechtigt wie nötig. Allerdings sollte sich die Gesellschaft um ihre Verantwortung für jene Menschen nicht herummogeln, die den Dienst in Polizei und Militär übernommen haben.</p>
<p>Der Publizist Ronen Steinke fragte, weshalb sich so auffallend wenig Linke und Liberale unter den Uniformierten finden. Denn natürlich lässt sich billig beklagen, wie „rechts“ die Sicherheitskräfte sind; nur trifft dieser Vorwurf am meisten die „weltoffenen“ Kritiker selbst, die selten persönliches Engagement zeigen, von innen die Sicherheitsorgane zum Guten zu verändern. Jugendoffiziere aus Schulen zu verbannen, statt mit ihnen zu diskutieren, ist bestimmt der falsche Weg.</p>
<p>„Kurzer Prozess“ mit Menschen, die als „rechts“ auffallen, ist überdies ein zweischneidiger Lösungsansatz. Wenn Vorgesetzte gegen politische Entgleisungen in „ihrer“ Truppe Drohkulissen aufbauen, verheißt das wenig Ertrag. Verdikte wie „Sie verdienen unsere Kameradschaft nicht! Sie gehören nicht zu uns!“ verfestigen die Abkapselung in „heroischen“ Subkulturen nur. Als Ort geregelter Meinungsverschiedenheit lässt Demokratie sich nicht mit Repression sichern, sondern einzig durch geistige Auseinandersetzung, im Vertrauen auf die Durchsetzungskraft von Argumenten.</p>
<h3>Ein „Mindesteinkommen“ an Zuwendung</h3>
<p>Der Theologe Walter Allgaier prägte den Satz: „Schaden an seiner Seele nimmt, wer kein Mindesteinkommen an Zuwendung hat.“ Polizisten und Soldaten, die fragen, ob die Gesellschaft ihren Dienst stützt, müssen bei Vorgesetzten, politisch Verantwortlichen und nicht zuletzt Seelsorgern die nötige Empathie spüren. Ein der Demokratie gemäßes „nationales Selbstverständnis“ auf Basis der universalen Menschenrechte, das dem Dienst Sinn zuspricht, gehört auf die Tagesordnung.</p>
<p>Um Diskurs zu ermöglichen, darf Kirche nicht kneifen. Die Rechtfertigungsbotschaft der Reformation kommt ja erst dort zum Tragen, wo auch dem Abstoßenden die Gemeinschaft nicht verwehrt wird. Mit ausgrenzender moralischer Selbstgewissheit verträgt sich das evangelische Menschenbild nicht. Es lädt ein, achtsam aufeinander zu hören. Amos Oz schlug für den Umgang mit Fanatikern eine „Sprache des Wundenheilens“ vor, in der die subjektiven Gründe gefährlicher Ansichten erst einmal wahrgenommen werden.</p>
<p>Immerhin bewirkt die Pluralisierung der Seelsorge in der Bundeswehr, namentlich die in Gang befindliche Schaffung eines Militärrabbinates, dass viele Soldatinnen und Soldaten in naher Zukunft Vertreter des lebendigen Judentums „in echt“ erleben werden, primär in dem für alle verpflichtenden Lebenskundlichen Unterricht. Mit diesem Schritt zur Eindämmung des Antisemitismus sind die Streitkräfte der Gesamtgesellschaft voraus.</p>
<p>Härte zu fordern, ist einfach – und manchmal unumgänglich. Doch für die Zukunft der Demokratie bedarf es mehr.</p>
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		<title>Geschlechterbewusste Theologie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dorit Lütgenau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 16:35:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelische aspekte, 30. Jahrgang, Heft 4, November 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Feministische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
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					<description><![CDATA[Im nächsten Jahr startet ein neuer Fernstudienkurs „Theologie geschlechterbewusst kontextuell neu denken“. Studienleiterin Prof. Dr. Ulrike E. Auga und Carola Ritter, Leitende Pfarrerin der EFiM, berichten im Gespräch mit Dorit Lütgenau über doritInhalte und Perspektiven.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="perfect-pullquote vcard pullquote-align-full pullquote-border-placement-left"><blockquote><p>2021 startet ein neuer Fernstudienkurs „Theologie geschlechterbewusst kontextuell neu denken“. Studienleiterin Prof. Dr. Ulrike E. Auga und Carola Ritter, Leitende Pfarrerin der EFiM, berichten im Gespräch mit Dorit Lütgenau über Inhalte und Perspektiven.</p></blockquote></div>
<p><strong>Frau Auga, was verstehen Sie unter geschlechterbewusster Theologie?</strong></p>
<figure id="attachment_5338" aria-describedby="caption-attachment-5338" style="width: 222px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/S29_Prof.-Dr.-Ulrike-E.-Auga-Privatarchiv-U.-Auga-2020.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-5338 size-medium" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/S29_Prof.-Dr.-Ulrike-E.-Auga-Privatarchiv-U.-Auga-2020-232x300.jpg" alt="" width="232" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/S29_Prof.-Dr.-Ulrike-E.-Auga-Privatarchiv-U.-Auga-2020-232x300.jpg 232w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/S29_Prof.-Dr.-Ulrike-E.-Auga-Privatarchiv-U.-Auga-2020.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px" /></a><figcaption id="caption-attachment-5338" class="wp-caption-text">Prof. Dr. Ulrike Auga, Studienleiterin</figcaption></figure>
<p><em>Ulrike Auga:</em> Unter geschlechterbewusster Theologie verstehe ich eine theologische Auseinandersetzung mit kultur- und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen über das Geschlecht. Geschlechterbewusste Theologie vermittelt nicht nur in einem Dialog zwischen Frauen und Männern, sondern thematisiert Geschlecht in seiner ganzen Bandbreite. Es geht dabei nicht nur um Genderrollen, die oft binär männlich und weiblich gedacht bleiben und stereotype Vorurteile wiederholen. Die Biologie und Kulturtheorie gehen heute von einer Vielzahl und Fluidität von Geschlecht aus. Es gibt kein biologisch vorgeordnetes Geschlecht, sondern dieses ist immer auch kulturell geschaffen. Das Geschlecht in der Theologie kann nicht mehr ohne den kritischen Blick auf die Zweigeschlechtlichkeit und die Sexualität thematisiert werden. Auch mit Blick auf die Bibel ergibt sich ein differenziertes Bild, was die Texte über Geschlecht aussagen. Bei genauer Lektüre und wenn man andere Quellen aus der Zeit der Bibelentstehung einbezieht, wird deutlich, dass die Geschlechtermodelle der Bibel durchaus fluid sind.</p>
<p><strong>Was motiviert Sie persönlich, geschlechterbewusste Theologie im 21. Jahrhundert voranzutreiben?</strong></p>
<p><em>Ulrike Auga:</em> Die rechtsradikale AfD behauptet, es gäbe biologisch nur eine Binarität von Geschlecht und die Geschlechterforschung würde die vermeintlich natürliche und Gott gewollte heterosexuelle Ordnung stören. Der rechte Angriff auf die geschlechtliche Emanzipation ist sowohl ein Angriff auf die Freiheit von Forschung und Lehre als auf Selbstbestimmung, sexuelle Freiheit und reproduktive Rechte aller Menschen. Es ist ein erschütternder Vorgang, dass die Rechte sich (auch) auf vermeintliche Aussagen der biblischen Schriften beziehen. Es ist eine große Freude für mich, Menschen – gleich welcher Hintergründe – Handwerkzeug zu vermitteln, das ihnen ein Verständnis darüber ermöglicht, wie theologisches und gesellschaftliches Wissen hergestellt wird und unsere Gesellschaft bestimmt. Es geht mir darum, neue Allianzen zu ermöglichen – zwischen Aktivismus und Theorie, zwischen Bewegungswissen und universitärem Wissen, zwischen glaubensbasierten und nicht glaubensbasierten Menschen – zwischen allen, die symbolische und ökonomische Gewalt nachhaltig abbauen möchten.</p>
<p><strong>Frau Ritter, Sie haben in den letzten Jahren bereits einige Fernstudienkurse „Theologie geschlechterbewusst“ begleitet. Wie gestaltet sich das gemeinsame Lernen in einer Fernstudiengruppe und welche Zugänge werden gewählt?</strong></p>
<figure id="attachment_5339" aria-describedby="caption-attachment-5339" style="width: 234px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/S29_Bild-Frau-Ritter.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-5339 size-medium" src="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/S29_Bild-Frau-Ritter-244x300.jpg" alt="" width="244" height="300" srcset="https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/S29_Bild-Frau-Ritter-244x300.jpg 244w, https://www.evangelische-aspekte.de/wp-content/uploads/S29_Bild-Frau-Ritter.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px" /></a><figcaption id="caption-attachment-5339" class="wp-caption-text">Carola Ritter, Leitende Pfarrerin der Evang. Frauen in Mitteldeutschland</figcaption></figure>
<p><em>Carola Ritter: </em>Der Studiengang basiert auf zwei wesentlichen, sich wechselseitig ergänzenden Lernformen: Die Teilnahme an den Präsenzwochenenden der Studiengruppe und das individuelle oder in Tutoriengruppen organisierte Selbststudium.</p>
<p>Die Grundlagen für das Selbststudium bilden sieben Studienbriefe, die von den Evangelischen Frauen in Deutschland, dem Studienzentrum der EKD für Genderfragen und der Evangelischen Arbeitsstelle für Fernstudium, auch als E-Book herausgegeben werden. Neben einführenden und interpretierenden Texten enthalten alle Studienbriefe zahlreiche Originaltexte. Eingefügt sind Bearbeitungsaufgaben, die die Studierenden darin unterstützen sollen, das Gelesene zu verstehen, einzuordnen und weiterzudenken. Die jeweiligen Themen werden unter aktuellen und erfahrungsnahen Fragestellungen so präsentiert, dass sie zunächst im Eigenstudium zu Hause bearbeitet, in regionalen Tutoriumsgruppen diskutiert und abschließend im Direktkurs vertieft und perspektivisch erweitert werden können.</p>
<p><strong>Welche Zielgruppe möchten Sie mit dem Fernstudium ansprechen?</strong></p>
<p><em>Ulrike Auga</em>: Dieser Lehrgang möchte auf zugängliche Weise in neue Ansätze der internationalen theologischen Geschlechterforschung und Queeren Theorie einführen und Werkzeuge für das eigene Leben und Arbeiten, die eigene Spiritualität und das Theologisieren bereitstellen. Ziel ist es, auf der Basis der eigenen Erfahrungen angereichert mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen befähigt zu werden, theologische Perspektiven entwickeln zu können. Das Fernstudium möchte ausdrücklich alle Interessierten einladen. Alle Menschen können zu einer gerechteren, solidarischen Gesellschaft etwas beitragen. Veränderung der Geschlechterordnung in Theologie, Kirche und Gesellschaft können nur wirksam werden, wenn Menschen aus allen Lebensspektren dazu beitragen. Der Kurs ist sowohl für Anfänger*innen als auch Fortgeschrittene in dem Wissensfeld der geschlechterbewussten Theologien geeignet. Die Dozierenden passen den Inhalt an die jeweiligen Interessen, Vorkenntnisse und Erfordernisse der Gruppe an. Der Fernstudienkurs wurde in der Evangelischen Kirche konzipiert, ist aber offen für andere Denominationen und säkulare Hintergründe.</p>
<hr />
<p>Der neue Fernstudienkurs „Theologie geschlechterbewusst kontextuell neu denken“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Frauenarbeit im Amt für kirchliche Dienste in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und den Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland (EFiM), dem Frauenwerk der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Er startet vom 22.–24. Januar 2021 in Wittenberg mit dem ersten Modul inklusive öffentlichem Vortrag. Sechs weitere Fernstudienwochenenden folgen an verschiedenen Orten (Berlin, Leipzig, Brandenburg an der Havel, Magdeburg, Erfurt) zu den Studieneinheiten Spiritualität, Bibel, Ethik, Kirche, Christus Jesus, Gott*. Weitere Informationen unter <em>akd-ekbo.de/frauenarbeit/fernstudium</em>.</p>
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