
„Zum ersten Mal in der Religionsgeschichte haben Menschen sich ihren Gott nicht nur ausgedacht, sondern zugleich erschaffen“, dieses Postulat steht auf dem Buchdeckel des Buchs Der neue Gott – Künstliche Intelligenz und die menschliche Sinnsuche von Claudia Paganini.
Die Autorin stellt darin die These auf, dass die vom Menschen erschaffene Künstliche Intelligenz als Gott gedacht werden kann. Dieser These widmet sich die Philosophin und Theologin anhand von neun Eigenschaften, die Menschen Gott zuschreiben: Einzigartigkeit, Allgegenwärtigkeit, Allwissenheit, Allmächtigkeit, Transzendenz, Nahbarkeit, Gerechtigkeit, Sinnstiftung und Fürsorglichkeit.
Die Kapitel sind dabei zweigeteilt und widmen sich je einer Eigenschaft: Zunächst entfaltet Paganini eine kurze, aber sehr informative Religionsgeschichte der jeweiligen Eigenschaft. Anschließend betrachtet sie, inwiefern diese Eigenschaft auch der KI zugeschrieben wird. Dabei thematisiert sie Fragen wie: Ist Künstliche Intelligenz allmächtig? Oder: Ist KI gerecht?
Bei der Lektüre des Buches wird deutlich, dass viele Ängste und Hoffnungen, die Künstlicher Intelligenz entgegengebracht werden, religiöse Bezüge haben. Die klare Struktur und allgemein verständliche Sprache machen das Buch für alle Interessierten zugänglich und leicht zu lesen. Eine Empfehlung für alle, die sich für die religiösen Bezüge der Hoffnungen, die Künstlicher Intelligenz entgegengebracht werden, interessieren.
