Teresa Klement: Der 14. Deutsche Evangelische Kirchentag 1969 und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkmedien Eine exemplarische Studie zur medialen Positionierung des Protestantismus nach 1949

Edition Ruprecht, 2019, 400 S., geb., 64,00 EUR

Studentenbewegung, „Kein anderes Evangelium“, innenpolitische Aufbruchsstimmung und Politisierung, außenpolitische Annäherung – all dies beeinflusste die Grundstimmung der Zeit, in der der 14. Deutsche Evangelische Kirchentag 1969 stattfand.

Teresa Klement geht mit ihrer Dissertation der Frage nach, wie sich der westdeutsche Protestantismus, begünstigt durch neue Kommunikationsformen und -strukturen (Fernsehen), an den ethischen Debatten der BRD nach 1945 beteiligte. Ihr exemplarischer Forschungsgegenstand ist hierbei der 14. DEKT, wobei auch die Gründung des GEP 1973 Beachtung findet. Insgesamt liegt ihr Fokus auf der protestantisch journalistischen Arbeit und ihrer Medienstrategien. Im Lichte der Ereignisse der Vorjahre und der damit einhergehenden kritischen Auseinandersetzung mit Presse und Berichterstattung sind der Kirchentag 1969 als Forschungsdesiderat und die gewählte Herangehensweise umso interessanter und beleuchten ausführlich einen wichtigen Aspekt des westdeutschen Protestantismus und seiner Performanz.

Als zentral für die Medienarbeit des Kirchentages stellt Klement den Publizistischen Ausschuss sowie den Publizistenempfang heraus, die als Mittler zwischen Kirchentag und Rundfunk dienten. Die Neustrukturierung des Publizistischen Arbeitskreises in den Publizistischen Ausschuss (1964) bezeichnet sie dabei als „Professionalisierung“ in der Mitgestaltung der Medienlandschaft. Zugleich stellt Klement deutlich den Miteinbezug von Laien – Journalisten als theologische Laien auf der einen Seite und protestantische Laien des DEKT auf der anderen Seite – als prägendes Element des Kirchentags heraus.

Als zwei wichtige Thesen formuliert Klement nach Betrachtung des DEKT 1969, dass sich zum einen eine Selbstverständlichkeit in der Nutzung des Fernsehens entwickelt hatte und zum anderen durch die „Eventisierung der Laienversammlung“ eine engere Verständigung zwischen Protestantismus und Gesellschaft ermöglicht wurde.

Doch nicht nur Laien wurden vermehrt einbezogen: Der Kirchentag 1969 machte es sich zur Aufgabe, seine Besucher, wie auch unterschiedliche protestantische Akteure, mehr in die Planung einzubeziehen, diese Arbeit zu professionalisieren und für amtskirchliches Wirken so neue Impulse zu setzen.

Teresa Klement beleuchtet in ihrer Arbeit zahlreiche Aspekte der journalistischen Arbeit des Kirchentages ohne den Lesenden wissenschaftsrhetorisch zu überfordern. Ihr Werk ist interessant, inhaltlich stimmig und lädt zu weitergehenden Forschungsfragen ein.

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