Yvonne Hofstetter: Sie wissen alles Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen

Verlag C. Bertelsmann, Köln 2014, 352 S., 19,99 EUR, E-Book 15,99 EUR

Yvonne Hofstetters Buch über die Bedrohung unserer Freiheit durch intelligente Maschinen ist breit angelegt und hat doch eine Kernthema: Big Data. Persönliche Daten als Rohstoff für künstliche Intelligenz und digitale Ökonomie: „Bis heute war die menschliche Arbeit das einzige persönliche Gut des Menschen, mit dem er am ökonomischen Prozess teilnehmen konnte. Mit der digitalen Revolution ist erstmals in der Menschheitsgeschichte ein weiteres Gut hinzugekommen. Es sind die persönlichen Daten des Menschen.“ (233)

Gegen eine Big-Data-Diktatur fordert Hofstetter das Recht, Geheimnisse zu haben, und gibt damit dem manchen unverständlich gewordenen Begriff der „Privatsphäre“ seine konkrete Bedeutung zurück. Das menschliche Gewissen darf weder durch Überwachung kontrolliert, noch in seiner Entscheidungsbefugnis durch Technik verdrängt werden. Und es geht in diesem Zusammenhang auch um das Recht auf Vergessen: Wer einmal damit zu tun hatte, Bilder oder Gerüchte wieder aus dem Netz zu tilgen, hat wohl eine Ahnung davon, dass hier nicht nur der Umgang mit ›Jugendsünden‹ zur Debatte steht, sondern die persönliche Würde des Menschen.

Angesichts dieser Bedrohungen fordert das Buch die Entschlossenheit und die Entscheidungen der Leser. Es ist also ein politisches Buch, das mit einem Appell an die mündigen Bürger der Zivilgesellschaft und an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft endet: Der menschliche Schatz persönlicher Daten darf nicht einem ausschließlich kapitalorientierten Marktmechanismus überlassen werden.

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