Der Mensch der Zukunft – Hintergründe, Ziele und Probleme des Human Enhancement

Herausgegeben von Udo Ebert, Ortrun Riha und Lutz Zerling. Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Philologisch-historische Klasse. Band 82, Heft 3. ISBN 978-3-7776-2384-9, 44 EUR.  

Was ist der perfekte Mensch? Für manche ist es ein leistungsfähiger Sportler, für andere eine Person mit Superhirn. Anderswo ist der perfekte Kämpfer gefragt. In Science-Fiction-Filmen werden solche Möglichkeiten auf phantastische Weise ausgelotet. Schaut man ältere Filme an, stockt einem manchmal der Atem, weil manches, was da inszeniert worden ist, heute schon fast Realität ist.

So ist es inzwischen möglich, den Nachwuchs auf bestimmte Merkmale hin zu optimieren. Gentechnisch lässt sich da bereits einiges machen. „Human Enhancement“ nennt man das heutzutage. Der englische Begriff steht in der Neuroethik für die Verbesserung der Fähigkeiten des Menschen. Damit hat sich eine Tagung befasst, bei der Wissenschaftler der unterschiedlichsten Themen zusammengekommen sind unter dem Motto „Der Mensch der Zukunft“.

Bei den Soziologen Hartmut Rosa und Jörg Oberthür geht es um Human Enhancement in der beschleunigten Moderne. Der Philosoph und Theologe entwickelt theologische Perspektiven zum Thema. Aspekte aus Sport, Medizin, Technik, Rechtswissenschaft, Ökonomie und Anthropologie kommen dazu. Der Tagungsband spannt einen großen Bogen.

Das ist auch wichtig. Schließlich nimmt der Mensch mit Human Enhancement seine Evolution in die eigenen Hände. Kognitionswissenschaft, Informationstechnologie, Bio- und Nanotechnologie wirken zusammen, um den Menschen leistungsfähiger zu machen. Das alles ist nicht Science Fiction, sondern in Theorie und Praxis bereits weitgehend Realität. Angesichts dieser rasanten Entwicklung sind viele ethische Fragen offen geblieben. Ist der bessere auch der glücklichere Mensch? Gibt es Grenzen des Erlaubten? Auf solche Fragen suchen die Tagungsteilnehmer eine Antwort.

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