Editorial: Eine Welt Ausgabe 1/2016

Liebe Leserin, lieber Leser!

Große Ereignisse und große Themen bieten Gelegenheit, sich förmlich daran abzuarbeiten und daran zu wachsen. Doch es besteht auch Gefahr zu scheitern, „zu kurz zu springen“, das Wesentliche zu verfehlen. Mit der Reformationsdekade bereitet sich die Evangelische Kirche auf das symbolträchtige Jahr 2017 vor. „Reformation und die Eine Welt“ lautet dieses Jahr das Thema, das wir gerne aufnehmen. Wie aber lässt sich einem solchen Globalthema in einem Themenheft gerecht werden?

Ganz einfach. Man nehme zwei ausgewiesene Vorkämpfer und Granden des Eine-Welt-Gedankens sowie der ökumenischen Bewegung, lasse diese komfortabel breite Schneisen in den Themendschungel schlagen, und lasse dann die folgenden Beiträge weitere Einzelthemen aufgreifen…

Erhard Eppler darf seit den Anfängen als eine Galionsfigur der „Eine-Welt-Bewegung“ gelten. Warum er 1974 als Entwicklungshilfeminister zurücktrat, ist ab S. 5 zu lesen. Er stellt heraus: Auf die Ursachen von Armut, Unsicherheit und Flucht zu achten, ist nicht erst eine heutige Idee.

Konrad Raiser, langjähriger Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, pocht auf die zweifach ökumenische Dimension von „2017“. Ökumene meine zum einen die Überwindung konfessionsspaltender Relikte. Zum andern sei zu erinnern, dass Oikumene für die „ganze bewohnte Erde“ steht.

Eine Welt, viele Brennpunkte. Klima, Migration, Finanzen… ein riesiges Themenkarussell setzt sich in Gang. Mit dem Weltklimagipfel von Paris und der aktuellen Flüchtlingssituation befassen sich Sabine Minninger und Rainer Lang. Der Sozialethiker Franz Segbers analysiert die weltweiten Finanzstrukturen. Zum Thema zu empfehlen ist auch der Blick in unsere Verbandsnachrichten: Dorothea Friederici, ehemalige Bundesvorsitzende der Ev. Akademikerschaft, verrät, auf welchen Pfaden sie vor über fünfzig Jahren nach Nepal kam. Und zeigt damit, wie sich die Zusammenarbeit in der Einen Welt konkret gestalten kann.

Ab dieser Ausgabe gönnen sich die evangelischen aspekte ein sanft erneuertes Layout. Sie werden merken, dass wir – ganz dem Wesen der EAiD gemäß – recht konservativ mit der Gesamtoptik verfahren, die Veränderungen sollen nicht zuletzt die Lesbarkeit erleichtern. Wir sind noch selbst gespannt, wie sich das alles macht und wie Sie, werte LeserInnen, darauf reagieren.

Es grüßt Sie aus der Redaktion

Manfred Schütz

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