Cornelia Coenen-Marx: Noch einmal ist alles offen Das Geschenk des Älterwerdens

Noch einmal ist alles offen von Cornelia Coenen-Marx

Kösel Verlag, 2017, 208 S., 17,99 EUR (auch als E-Book)

Wir leben in einer alternden Gesellschaft. Aber das bedeutet nicht nur Alter, Krankheit und Pflege. Es gibt nämlich immer mehr rüstige Rentner. Diese spricht Cornelia Coenen-Marx in ihrem jüngsten Buch an. Die frühere Oberkirchenrätin, die bis zu ihrem Ruhestand im Februar 2015 Sozialreferentin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war, will eine Tür aufstoßen zu einer neuen Lebensphase, die der demografische Wandel mit sich bringt.

Der Theologin geht es um das „Geschenk des Älterwerdens“. Schließlich hat es ihrer Ansicht nach Konsequenzen, wenn heute gesunde 70-Jährige kaum weniger leistungsfähig sind als gesunde 50-Jährige. Die Autorin schreitet dabei einen weiten Kreis ab und spart auch schwierige Themen wie Krankheit nicht aus. Zugleich spricht sie gerade für ältere Menschen so wichtige Fragen an, wie Rollen neu erfunden werden können oder Netzwerke zu knüpfen sind.

Das alles scheint für Menschen geschrieben, die ein selbstbestimmtes Leben ohne finanzielle Sorgen führen können. Das gibt dem Buch einen Hauch von heiler Welt. Es geht der Autorin sicher auch um Visionen, besonders auch im Blick auf die Zukunft der Kirche. „Altwerden, das bedeutet für viele noch immer zu verlieren, was in unserer Gesellschaft zählt: Energie, Dynamik, Mobilität und dauernde Aktivität. Die Urkirche aber kennt ein anderes Bild des Alterns, nämlich die Hochschätzung der Witwen und der Ältesten in den Gemeinden“. Solche Sätze zeichnen sicher ein Idealbild, können jedoch auch dazu ermutigen, würdig zu altern und nicht dem allgemeinen Jugendwahn zu verfallen und sich der Lächerlichkeit preiszugeben.

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