Elke Büdenbender, Eckhard Nagel: Der Tod ist mir nicht unvertraut Ein Gespräch über das Leben und das Sterben

Ullstein 2022, 224 S., gebunden, 24,00 EUR

„Der Tod ist mir nicht unvertraut“ – im Buchtitel scheint nicht nur eine kollektive, sondern auch die ganz persönliche Stimme der beiden Autoren Elke Büdenbender und Eckhard Nagel anzuklingen. In ihrem Buch sprechen beide offen nicht nur über persönliche Erfahrungen, sondern auch über ihre professionsspezifische Sicht als Juristin bzw. Mediziner auf die Themen Sterben, Tod und Trauer.

Bereits in der Selbstvorstellung von Elke Büdenbender, Richterin und Frau des Bundespräsidenten, und Eckhard Nagel, Professor für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, werden erste eigene Erfahrungen mit dem Tod reflektiert. Beide berichten, wie der Tod anderer ihr Leben bzw. ihre Sicht auf das Leben verändert hat: Die Beschäftigung mit dem Tod ist immer auch Beschäftigung mit dem Leben. Diese Feststellung durchzieht das Buch wie ein roter Faden.

Zentrale Themen sind außerdem die Hospizbewegung, die Diskussion um die geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid, die Würde des Menschen und die Rolle der Religion. Beide sprechen auch über die Bedeutung ritueller Formen im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer insbesondere vor dem Hintergrund der Veränderungen infolge der Covid-19-Pandemie. Die gleichzeitige Betonung der Individualität des Trauerprozesses führt die Autoren schließlich zur grundsätzlichen Frage: „Was ist der Mensch?“

Das Buch verwickelt den Leser in ein Gespräch mit Elke Büdenbender und Eckhard Nagel. Als stiller Zuhörer wird er mit auf den Weg eines gemeinsamen Erkenntnisprozesses genommen, den beide mit ihren Fragen und Antworten nicht nur füreinander, sondern auch für den Leser ebnen.

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