Kurt Anglet: Totenstille und der Geist der Prophetie

Echter Verlag 2016, 112 S., 12,90 EUR, e-Book 10,99 EUR

In seinen Büchern spürt Kurt Anglet dem Schrecken und der Trostlosigkeit nach, die eine Philosophie verbreitet, die den Tod verabsolutiert. Er beschäftigt sich mit dieser „Totenstille“ auf der Folie der biblischen Botschaft der Erlösung. Er bezieht aber genauso die Literatur der Zeit mit ein und entdeckt dort immer wieder Funken der Hoffnung.

Eine programmatische Aussage über die Vorgehensweise des Autors findet sich in seinem 2016 erschienenen Band „Totenstille und der Geist der Prophetie“. Hier schreibt Anglet: „Auch wenn es einem Theologen nicht zusteht, sich mit einem Propheten zu verwechseln, so ist die Theologie in unserer Zeit mehr denn je gehalten, von jenem Geist der Prophetie, letzthin vom Messias als Erlöser und Überwinder des Antichrists Rechenschaft abzulegen“.

Und er fügt hinzu: „Ist doch Heideggers Wirkung kaum erklärbar, spiegelte sich in seinem Denken nicht der Geist, das Menschenbild seiner, unserer Zeit: den Menschen diesseits von Schöpfung und Erlösung als ein auf sich selbst zurückgeworfenes Wesen zu begreifen, das seinen Weg bis hin zur völligen Selbstauslöschung geht“. In letzter Konsequenz münden solche Gedanken für Anglet in die Grausamkeiten der Nationalsozialisten.

So wie hier setzt sich der 1951 in Nordheim geborene Theologieprofessor immer wieder leidenschaftlich und kritisch mit der Verklärung von Tod und Untergang in der Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts auseinander. Es lohnt sich, die Anstrengung der Lektüre der Bücher von Anglet auf sich zu nehmen. Sie sind gewiss nicht für das breite Publikum geschrieben. Aber indem er sich immer wieder auf die Literatur bezieht, gelingt es ihm, gefährliche Denkstrukturen offenzulegen.

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