Lamorna Ash: Don’t Forget We’re Here Forever A New Generation’s Search for Religion

Bloomsbury Publishing, London 2025, 352 S., 25,99 EUR, E-Book 14,99 EUR

Im Jahr 2021 brach die Journalistin Lamorna Ash zu einer dreijährigen Reise auf, um zu erkunden, warum und wie ihre britischen Altersgenoss:innen heute als Christen leben und glauben. Don’t Forget We’re Here Forever ist das buchgewordene Ergebnis dieser Reise durch Großbritanniens zeitgenössisches Christentum.

Was Ash uns Leser:innen hier in 14 Kapiteln und je zwei ein- und ausleitenden Begleittexten bietet, ist weit mehr als eine Aneinanderreihung von Personenportraits. In Ashs Buch begegnen wir zunächst Menschen aus dem konservativen, orthodoxen, evangelikalen und charismatischen Zweig des Christentums (Teil I). Dann führt ihr persönlicher Weg durch Glaubensformationen sie zu abgelegenen Gemeinschaften: zu einer Gruppe von Quäkern, zur Abtei auf Iona, zu katholischen Nonnen nach Walsingham und zu jesuitischen Exerzitien in St. Beuno (II). Zuletzt kommen Menschen zu Wort, deren Christsein sich radikal verändert hat, z.B. durch einen Ausstieg, eine Konversion oder ein mystisches Erlebnis (III). Ash reichert diese dichten Beschreibungen durch informierende Hintergrundrecherchen weiter an. Eine authentische Tiefe erreichen die Texte aber auf zwei weiteren Ebenen: Ash rekontextualisiert ihre Beobachtungen vertiefend durch Bezugnahmen auf biblische Erzählungen; dazu verwebt sie poetische Renarration und theologische Interpretation miteinander zu anspruchsvoll eingängiger Theopoesie, ein Genuss. Zudem lässt Ash stetig ihre eigenen Erfahrungen, Irritationen und Beobachtungen zufließen, sodass für uns Leser:innen Stück für Stück auch Ashs persönlicher Weg an Kontur gewinnt: von einer dem Christentum gegenüber klar distanzierten Haltung hin zur Andeutung eines persönlichen Ausdrucks christlichen Glaubens.

Liest man Ashs Darstellung der vielfältigen Formen gegenwärtigen Christseins in UK als journalistisch-qualitative Studie und vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Phänomene sich verändernder Ansprechbarkeit auf traditionelle Formen des Christentums, gerade auch bei jungen Erwachsenen, so erschließt sie uns explorativ ebenjene Wege, auf denen sie ins und im Christentum unterwegs sind. Mit Gewinn wird dieses Buch lesen, wer interessiert ist an empirischer Theologie, an biographischen Glaubensgeschichten oder auch einfach an herausragender journalistischer Literatur.

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