Zufriedenheit Ausgabe 4/2021

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie geht es Ihnen? Sind Sie zufrieden? Die junge Soziologin Maria Sinnemann, die früher als Mitarbeiterin in der Bundesgeschäftsstelle der Evangelischen Studierendengemeinden tätig war, hat im Auftrag des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD untersucht, wie sich persönliche Religiosität im Umgang mit der Lebensbewältigung in der Corona-Krise auswirkt und ob kirchliche Kommunikation digital und analog dazu einen positiven Beitrag leisten konnten.

Es gibt Hinweise, dass die Wahrnehmung einer Krise und das Kommunikationsverhalten zur Bewältigung stark mit persönlichen Voreinstellungen zu tun haben. Insofern kommt die Befragung zum Ergebnis „Neue Medien – bekanntes Publikum“. Wer vor der Pandemie bereits eine Bindung zu einer Gemeinschaft oder einem Netzwerk mit religiöser Zugehörigkeit hatte, erlebte die Kommunikation, die sich notgedrungen von persönlicher Begegnung und direkter Gemeinschaft in digitale Räume verlagert hat, dennoch als unterstützend und hilfreich. Und viele, die sich unzufrieden und enttäuscht über die Kommunikation der Kirchen während der Pandemie äußerten, waren auch vorher nicht Teil des kirchlichen Publikums.

Die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit religiöser Kommunikation in der Krise zeigt insofern exemplarisch, wie sehr solches Befinden zugleich persönlich grundiert und mit gesellschaftlichen Erwartungen verbunden ist. Damit aus dieser Spannung etwas Konstruktives entstehen kann und nicht die Zufriedenen und die Unzufriedenen ein immer weiter auseinandertriftendes Inseldasein führen, braucht es Interesse am Anderen und am Nachdenken über eigene Grundüberzeugungen und notwendige Veränderung. Die Beiträge in diesem Heft zeigen das aus verschiedenen Blickwinkeln.

Es grüßt Sie aus der Redaktion

Stephan Mühlich

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