Günter Thomas: Im Weltabenteuer Gottes leben      Impulse zur Verantwortung für die Kirche

Evang. Verlagsanstalt, 3. Aufl. 2021, 368 S., 16,00 EUR, E-Book 12,99 EUR

In all ihrem Bemühen, gesellschaftlich relevant zu bleiben und öffentlich Gehör zu finden, hat die Kirche ihr Eigenstes verloren. Das ist in Kürze die These des Bochumer systematische Theologe Günter Thomas. Angesichts von Organisationskrise, Mitgliederkrise, Finanzkrise habe die Kirche zwar viele Reformen eingeleitet und sich als moralische Instanz behauptet. Gleichzeitig sei aber eine theologische Leere entstanden, in der Gott als lebendiger Akteur kaum noch vorkomme: „Sicher, viele Menschen finden das, was die Kirche tut, irgendwie ethisch wichtig und gut“, so Thomas. „Aber sie sehen auch, dass ein für die Menschen in der Kirche zum rhetorischen Werkzeug  moralischer Forderungen  gewandelter Gott letztlich verzichtbar, uninteressant und ohne Faszination ist.“

Demgegenüber entwirft Thomas ein Bild von Kirche als Entdecker- und Erzählgemeinschaft. In ihrem Zentrum steht ein lebendiger Gott, der durch sein Handeln überrascht und Widerstände bietet: „Glaube ist die Entdeckung, in Gottes Weltabenteuer vorzukommen“.  Für Christen gehe es darum, Christus, den Auferstandenen, als Herrscher über den Kosmos und die Gegenwart des göttlichen Geistes ernst zu nehmen und nach Kräften zu unterstützen. Nur indem die Kirche die von Gott selbst zu schaffende Einheit von Glaube, Liebe und Hoffnung kommuniziere, könne sie auch im Hinblick auf die Herausforderungen der Gegenwart ihren originären, unverzichtbaren Beitrag leisten.

Das Buch ist ein engagierter Aufruf, den Fokus kirchlichen Handeln zu verschieben und das persönliche Christsein zu reflektieren. Auch wenn manches zuspitzt und etwas pauschal formuliert erscheint, lohnt es sich, sich auf diese Herausforderung einzulassen.

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