James Lovelock: Das Gaia-Prinzip Die Biographie unseres Planeten

oekom Verlag, 2021, 320 S., geb. 24,00 EUR, eBook 18,99 EUR

Deutschlands populärster Klimaforscher spricht von einem Paradigmenwechsel. Bisher sei die Physik eine Leitwissenschaft gewesen, künftig komme eher der Biologie diese Rolle zu, meint Hans-Joachim Schellnhuber. Sicher kein Zufall ist es, dass nun wieder mythische Ideen, wie die von der Mutter Erde, populär werden. Vor mehr als 40 Jahren hat dieses Konzept schon James Lovelock dargelegt.

Verdienstvoll ist es, dass der oekom-Verlag das Buch wieder aufgelegt hat. Erschienen ist es in der Bibliothek der Nachhaltigkeit. Es lohnt sich, dieses Werk wieder zu lesen. Es führt zu einem Perspektivenwechsel. Zentrale Aussage von Lovelock ist, dass die Erde wie ein Organismus betrachtet werden müsse, als komplexes System, dessen Gleichgewicht durch das menschliche Handeln gestört wird. Das wissenschaftliche Konzept, die Erde als Ganzes zu sehen, öffnet den Blick dafür, dass sich das Klimasystem über Jahrmillionen hin und her bewegt hat und dass der Mensch diese Mechanismen innerhalb kürzester Zeit durcheinandergewirbelt hat.

In den 80er Jahren entwickelten sich vor allem im angloamerikanischen Raum so genannte Gaia-Theologien. Der Mensch ist lediglich ein Teil, keinesfalls aber Herrscher über die nichtmenschliche Welt. Jeglichem Anthropozentrismus wird in diesem Kontext eine radikale Absage erteilt. Theologen machen sich Gedanken über neue theologische Konzepte. Sie sind überzeugt, dass es diese brauche, um mit den künftigen Bedrohungen und Herausforderungen des Klimawandels umgehen zu können. Dafür nehmen sie Lovelocks Gaia-Idee wieder auf.

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