Noam Chomsky: Rebellion oder Untergang! Ein Aufruf zu globalem Ungehorsam zur Rettung unserer Zivilisation

Westend Verlag 2021, 128 S., 15,00 EUR

Chomsky (*1928) hat als Wissenschaftler in Massachusetts (am MIT) die Entstehung und Entwicklung der Sprache erforscht. Zum politischen Aktivisten wurde er während des Vietnamkrieges. Regierungskritiker ist er bis heute, wie auch sein „Aufruf“ zeigt. Die Trump-Jahre beschreibt er als forcierte Aushöhlung der Demokratie. Die womöglich „gefährlichste Organisation der Geschichte“ (S. 26), die Republikanische Partei, sieht er in einer Reihe mit „der AfD und andere(n) rechte(n) Parteien mit neofaschistischen Wurzeln“ (S. 112). Die Demokratische Partei mit ihrer Affinität zur Wall Street biete zwar lediglich das „kleinere Übel“, was er dennoch als Chance versteht. Um der Welt Hoffnung zu geben, kämpft er für ein Bündnis aller Gruppen mit emanzipativen, klima-, friedens- und sozialpolitischen Zielen. Zusammen mit der „Basis“ der Demokraten und durch den Druck der Bevölkerung könnte die (amerikanische als global einflussreiche) Politik noch rechtzeitig die Kurve kriegen.

Denn die Weltuntergangsuhr des Bulletin of Atomic Scientists ist 2019 „auf zwei Minuten vor Mitternacht“ vorgestellt worden. Chomsky diskutiert in seiner Streitschrift neben dem möglichen Niedergang der Demokratie(n) die unübersehbaren Gefahren des Klimawandels und eines Atomkrieges als unsere beiden weiteren existenziellen Herausforderungen. Zeitgleich mit dem Atomzeitalter, schrecklich manifestiert in der Bombe auf Hiroshima 1945, begann auch eine neue geologische Epoche, in der die Aktivitäten des Menschen das „sechste Massenaussterben“ eingeläutet haben. Fazit: Notwendig sind Aufklärung und die Schärfung des Bewusstseins (S. 29) – nicht nur in den USA.

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