Vorbilder für ein achtsames Leben Urlaub im Zeichen der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Die Erfahrung zeigt aber, dass man im Urlaub gern doch wieder nachlässiger mit diesem Thema umgeht und über vieles, was einen im Alltag stört, hinwegschaut. Inzwischen gibt es jedoch Vorbilder im umweltfreundlichen Reisen.

Zum Beispiel versuchen schon seit längerem Städte, Regionen und Einrichtungen, mit nachhaltigem Tourismus zu punkten. Erst kürzlich ist eine Delegation des baden-württembergischen Landtags nach Kopenhagen gereist im Zeichen der Nachhaltigkeit. Schließlich hat sich die dänische Metropole das Ziel gesetzt, bis 2025 klimaneutral zu sein, und wird schon jetzt vielfach als nachhaltigste Stadt, vor allem für den vorbildlichen Ausbau des Fahrradverkehrs, gerühmt. In der Tourismusbranche gilt sie inzwischen als Vorbild für umweltfreundliches Reisen in Europa.

Nachhaltigkeits-Wettstreit der Hauptstädte

Schon vor etwa 15 Jahren hat Kopenhagen die Verkehrswende eingeleitet. So sind mit Millionen-Investitionen unter anderem fast 250 Kilometer kreuzungsfreie Radschnellwege entstanden. Insgesamt soll die Stadt sogar über 1000 Kilometer Fahrradwege verfügen. Greenpeace hat darauf verwiesen, dass Kopenhagen schon 2018 rund 36 Euro pro Einwohner in den Ausbau von Radwegen investierte. Zum Vergleich: In Stuttgart waren es dagegen nur fünf Euro. Nicht nur wegen der Entwicklung umweltfreundlicher Mobilität gilt Kopenhagen als Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit. In der dänischen Hauptstadt steht auch eine moderne Müllverbrennungsanlage, die als sauberste der Welt gilt und über Fernwärme 150.000 Haushalte versorgt.

Touristen können zum Beispiel auch eine Tour durch die Kanäle mit einem klimaneutralen Boot machen. Bereits zwei Drittel der Hotels in der Stadt sind öko-zertifiziert. Grüne Restaurants bieten lokale, saisonale und biologische Produkte an. Natürlich bieten sich in der fahrradfreundlichen Stadt auch für Besucherinnen und Besucher Touren mit dem Zweirad an.

Auch die niederländische Hauptstadt Amsterdam gilt mit ihren Kanälen und Radwegen und Ladestationen für Elektroautos als Pionier auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. Und Stockholm in Schweden wurde schon 2010 als erste grüne Hauptstadt ausgezeichnet. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gelangen die Urlauberinnen und Urlauber zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Klosterurlaub nach Nachhaltigkeitskriterien

Als vorbildliches nachhaltiges Urlaubsziel präsentiert sich neuerdings auch das Kloster Plankstetten, das sich selbst als „grün“ bezeichnet und für nachhaltigen und sanften Tourismus im Herzen des Altmühltals wirbt. Dieses Tal ist  für einen naturverbundenen Urlaub besonders gut geeignet, zum Beispiel bei einer Fahrradtour.

Mit dem neuen Gästehaus St. Wunibald hat die Benediktinerabtei ein Vorzeigeprojekt für klimaschonendes Bauen erstellt. Für das Haus mit dreißig Zimmern wurden nachwachsende Rohstoffe aus regionaler Herkunft verwendet. Der Boden, die Decke des Neubaus sowie die Möbel wurden aus Fichtenholz des Klosterforsts gefertigt. Die Wände bestehen aus Holz-Stroh-Elementen mit Bio-Stroh aus der eigenen Landwirtschaft. Mit Lehm verputzte Wände und Schallschutzdämmung aus Hanf gehören ebenfalls zu dem klimaschonenden Bauprojekt. Nach Angaben des Klosters schützt Strohbau das Klima dreifach. Im Wachstum entzieht Stroh der Atmosphäre CO2, die Herstellung der Strohballen benötigt minimale Energie und als hervorragender Dämmstoff hilft Stroh, Heizenergie zu sparen.

Urlaub im Einklang mit der Schöpfung Gottes sei hier möglich, heißt es auf der Homepage des Klosters. Verwiesen wird auch darauf, dass die eigenen Klosterbetriebe mit Landwirtschaft, Gärtnerei, Metzgerei, Bäckerei, Imkerei und Brennerei nach regionalen, saisonalen und ökologischen Prinzipien arbeiten, bereits seit 1994 auf Basis der Bioland-Richtlinien.  Gäste können zudem in der Klosterschenke einkehren.

Aufatmen und Entspannen für stressgeplagte Menschen

Außerdem bietet das Kloster Plankstetten mit über 120 Workshops und Seminaren zu den Themen Spiritualität, Gesundheit und Achtsamkeit ein umfangreiches Programm für achtsamen Urlaub in der Natur. Urlaub in spirituellem Sinn bieten auch weitere Klöster, in denen Ordensgemeinschaften von Frauen und Männern in der Nachfolge Jesu leben. Dort kann man sich auch einmal zu einer Schweigewoche zurückziehen, in der man ganz auf sich zurückgeworfen wird. Aber auch Exerzitien und Meditationen werden angeboten. Urlaub im Kloster ist populär geworden: Aufatmen und Stille finden in einem Kloster, ein Zufluchtsort für stressgeplagte Menschen.

Schon lange wirbt zum Beispiel das Berneuchener Haus Kloster Kirchberg unter dem Motto „Aufatmen und Entspannen“ für Auszeiten fernab von Hektik und Stress. In der vom Verein Berneuchener Haus, der Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg ist, getragenen Einrichtung können Gäste zum Beispiel in Tagzeitengebeten und Gottesdiensten innerliche Ruhe finden nach dem Vorbild klösterlichen Lebens.

Dahinter steht die Berneuchener Bewegung, die Vorbild sein will im konsequenten Einsatz für die Erneuerung und Einheit der Kirche über Konfessionen und Generationen hinweg. Heute gibt es drei Berneuchener Gemeinschaften. Dazu zählen der Berneuchener Dienst, die Gemeinschaft St. Michael und die Evangelische Michaelsbruderschaft. Diese bietet nach eigenen Angaben Wochenkurse und Seminare zu Meditation und Bibelarbeit sowie Schweigezeiten an.

Bei den Tagzeitengebeten im Kloster Kirchberg bei Sulz am Neckar geht es darum, über das mehrmalige Innehalten im Gebet im Verlauf des Tages Ruhe, Frieden und die Nähe zu Gott zu finden. „In der festen Sprache der Tagzeiten können wir uns mit unseren Erlebnissen und Gefühlen fallenlassen. Die Psalmen, Hymnen und Texte bringen alle wesentlichen Gefühle zum Ausdruck. Der gleichbleibende Ablauf mit seiner verlässlichen Form gibt einen Schutz- und Ruheraum für das verletzliche innere Erleben. Die Form des Stundengebets will in die Stille führen und damit in einen Raum der Begegnung mit Gott“, heißt es auf der Homepage des Einkehrhauses. Der Tag beginnt mit dem Morgenlob, nach dem Mittagsgebet und dem abendlichen Gebet der Vesper endet der Tag mit dem Nachtgebet mit der Bitte um eine ruhige Nacht.

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