Hermann Preßler: Der Herr Jesus und die braunen Herren Eine Analyse von Predigten in pfälzischen Kirchenzeitungen im Nationalsozialismus

„Selbstgleichschaltung“ lautet das Stichwort, unter dem der Kirchenhistoriker Joachim Conrad die Rolle der evangelischen Kirche in der Pfalz während der NS-Zeit jüngst in einem Sammelband unter dem Titel „Protestanten ohne Protest“ (Speyer 2016) zusammengefasst hat. Hermann Preßler zeigt in seiner Studie, wie dies nicht nur in amtskirchlichem Verhalten, sondern auch in der Verkündigung von der Kanzel durchgeschlagen hat. Dazu hat er über 900 Predigten aus den beiden pfälzischen Kirchenzeitungen Union und Evangelischer Kirchenbote gesichtet und akribisch ausgewertet.

Wahlpropaganda der "Deutschen Christen" mit SA-Unterstützung zu den Kirchenratswahlen am 23. Juli 1933 in Berlin

Erbschaftsstreit Was von der „Bekennenden Kirche“ bis heute blieb

„Bekennende Kirche“ oder „Kirchenkampf“ – je weiter man sich von der Zeit des Nationalsozialismus entfernt, umso unschärfer werden diese Bezeichnungen. Welche Bedeutung hatte die kirchliche Opposition im „Dritten Reich“ wirklich? Und was blieb nach 1945 vom Erbe dieser Bewegung? Unter Historikern und Theologen herrscht bis heute ein Streit um Interpretation und Bewertung.

Veranstaltung der Arbeitsgruppe "Juden und Christen" auf dem Kirchentag 1961 (Foto: Deutsche Bundesarchiv, B145, Bild-P060361)

Der kirchliche Blick auf Israel Zur Entwicklung des christlich-jüdischen Dialogs in Deutschland

Nach der Gründung des Staates Israel und der Schoah musste die deutsche und europäische Christenheit ihr Verhältnis zum Judentum theologisch und politisch neu bewerten. Martin Stöhr beschreibt die wichtigsten Stationen in diesem bis heute nicht abgeschlossenen Prozess.

Protestantismus zwischen Pluralität und Entschiedenheit Zum 70-jährigen Bestehen der EKD

Vor 70 Jahren wurde in der diakonischen Einrichtung “Hephata” im nordhessischen Treysa die Evangelische Kirche in Deutschland gegründet. Ein Rückblick zeigt, wie diese um ihre Einheit und Pluralität besorgte Kirche mit ihren öffentlichen Äußerungen oft kompromisslerisch blieb. Doch das politische und gesellschaftliche Leben der Bundesrepublik verdankt ihr auch wichtige Weichenstellungen.

Horst Bannach und Axel Springer im Disput Ein historisches Fundstück aus Zeiten der Studentenbewegung

Als die Studierenden in den sechziger Jahren auf die Straße gingen, spalteten sie die öffentliche Meinung. Einen spannenden Einblick in die Auseinandersetzungen dieser Tage bietet der Briefwechsel des damaligen Generalsekretärs der Evangelischen Akademikerschaft, Horst Bannach, mit dem Verleger Axel C. Springer. Der Streit um die Einschätzung der Bewegung und ihrer Forderungen lässt sich in einem Briefwechsel nachvollziehen, den Maike Axenkopf im Evangelischen Landeskirchlichen Archiv in Berlin entdeckt und ausgewertet hat.

Religion » Kirche und Gesellschaft » Zur Aktualität von "Barmen" »Gott mehr gehorchen als den Menschen« Die Aktualität der Barmer Theologischen Erklärung, achtzig Jahre nach ihrer Verabschiedung "Deutsche Christen" bei den Kirchenwahlen 1933 (Foto: Bundesarchiv)

„Gott mehr gehorchen als den Menschen“ Die Aktualität der Barmer Theologischen Erklärung, achtzig Jahre nach ihrer Verabschiedung

Vom 29. bis 31. Mai 1934 tagten in Wuppertal-Barmen Delegierte aus evangelischen Kirchen in Deutschland. Die von ihnen verabschiedete Theologische Erklärung schrieb Kirchengeschichte und ist bis heute ein einzigartiges Dokument. Sie ist auch dazu geeignet, die Kirche je aufs Neue in kritische und prophetische Zeitgenossenschaft zu rufen. Was war damals geschehen und worin liegt die eigentümliche und offenbar nicht veraltende Kraft der Barmer Theologischen Erklärung?