Editorial: Bertha von Suttner und der Pazifismus Ausgabe 4/2014

das Erscheinen dieses Heftes fällt mitten in die diesjährige Friedensdekade unter dem Motto „Befreit zum Widerstehen“. Ein besseres Umfeld könnte man sich für ein Heft zu Bertha von Suttner und zum Thema Pazifismus kaum vorstellen. Die Redaktion hatte sich ja entschieden, 2014 jedes Heft einer einzelnen Person zu widmen. Bertha von Suttner wurde ursprünglich aus Anlass ihres diesjährigen 100. Todestages ausgewählt. Durch die Diskussion um Waffenlieferungen im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ hat das Thema Pazifismus, für das Bertha von Suttner mit ihrem Aufruf „Die Waffen nieder!“ programmatisch steht, aber auch tagespolitisch neu an Aktualität gewonnen.

„Man hat ein Gehirn und denkt nicht“ Bertha von Suttners Kampf für den Frieden

„Die Waffen nieder!“ mit diesem Aufruf hat sich Bertha von Suttner 1889 in den Kampf gegen den Krieg gestürzt. Mit all ihrer Kraft, ihrer Intelligenz, ihrem Ehrgeiz setzte sie sich für den Frieden ein. Schonungslos enthüllte sie die Heuchelei einer Gesellschaft, die den Krieg als Bewährungsprobe nahm und verherrlichte. Dafür erhielt sie 1905 als erster Frau den Friedensnobelpreis.

Was sind „Friedensoptionen“? Ein Zwischenruf zur aktuellen Pazifismusdebatte

„…dass von Deutschland Friedensoptionen ausgehen und nicht Waffenlieferungen“, wünscht sich Margot Käßmann. Das klingt gut. Denkt man jedoch genauer über den Halbsatz nach, kommt man ins Grübeln: Was genau sind die „Friedensoptionen“, die hier als Alternative zu Waffenlieferungen genannt werden. Und können nicht im Extremfall auch Waffenlieferungen zumindest indirekt Friedensoptionen eröffnen?

Auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens Ein Diskussionsbeitrag aus der Evangelischen Landeskirche in Baden

„Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ lautet der Titel eines Diskussionspapiers, das die Synode der Evangelischen Landeskirche in Baden als Ergebnis eines zweijährigen Konsultationsprozesses 2013 verabschiedet hat. „Krieg scheidet als Mittel der Politik aus und darf nach Gottes willen nicht sein!“, wird darin bekräftigt. „In der Konsequenz bedeutet dies, auf militärische Einsätze zu verzichten.“