Scheitern oder Verweigerung? Erfahrungen einer Künstlerin
Über die Kultivierung des Scheiterns in der Kunst und das Denken in Kategorien von „Winnern“ und „Loosern“.
Über die Kultivierung des Scheiterns in der Kunst und das Denken in Kategorien von „Winnern“ und „Loosern“.
Wo man hinschaut: Scheitern ist in. Aus dem sozialen Makel ist vielerorts sogar eine Vorzeigeleistung geworden. Sind wir auf dem Weg zu einer Gesellschaft glücklich scheiternder Menschen?
Scheitern zu können, ist keine Frage individueller Souveränität, sondern erfordert kreative und kritische Überschreitungen, die eine tiefe soziale Dimension haben. Das Evangelium Jesu praktiziert diese soziale Kunst.

„Es ist scheiße, das kann man nicht anders sagen. Egal wie man es verpackt, ich kann nicht mehr laufen“, sagt die 27-jährige zweifache Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel, die seit einem schweren Trainingssturz im Juni 2018 querschnittgelähmt ist.
Hermann Preßler sprach mit dem Sportpsychologen über den Zwang zur Selbstoptimierung und den Umgang mit Drucksituationen im Leistungssport.
Sport und Unterhaltung sind Projektionsflächen des Wunsches, sich öffentlich zu zeigen und herauszuragen. Sie bieten Stoff für Spannung, Glück, Tragödie. Vor großer oder kleiner Kulisse, mit Protagonisten und Zuschauern, mit Daumen hoch und Daumen runter. Drei Beispiele.
Der „gefesselte Riese“ Europa – stürzt er über die Engstirnigkeit eines populistischen Nationalismus, oder gewinnt er neue Bewegungsfreiheit durch politische Visionäre und ein breites basis-bürgerliches Engagement? Der Blick zurück schenkt Hoffnung.
In einer auf Effizienz und Erfolg getrimmten Gesellschaft hat das Scheitern allenfalls als peinlicher Unglücksfall seinen Platz. Trotzdem werden gerade in letzter Zeit die Chancen des Scheiterns neu entdeckt – in Wirtschaft, Wissenschaft, Pädagogik oder Psychologie. Im Zentrum des Christentums steht mit dem Gekreuzigten auch ein Gescheiterter. Höchste Zeit also, das Phänomen des Scheiterns aus evangelischer Sicht neu in den Blick zu nehmen!