Foto: Pixabay, CC0

Editorial: Bertha von Suttner und der Pazifismus Ausgabe 4/2014

das Erscheinen dieses Heftes fĂ€llt mitten in die diesjĂ€hrige Friedensdekade unter dem Motto „Befreit zum Widerstehen“. Ein besseres Umfeld könnte man sich fĂŒr ein Heft zu Bertha von Suttner und zum Thema Pazifismus kaum vorstellen. Die Redaktion hatte sich ja entschieden, 2014 jedes Heft einer einzelnen Person zu widmen. Bertha von Suttner wurde ursprĂŒnglich aus Anlass ihres diesjĂ€hrigen 100. Todestages ausgewĂ€hlt. Durch die Diskussion um Waffenlieferungen im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ hat das Thema Pazifismus, fĂŒr das Bertha von Suttner mit ihrem Aufruf „Die Waffen nieder!“ programmatisch steht, aber auch tagespolitisch neu an AktualitĂ€t gewonnen.

„Man hat ein Gehirn und denkt nicht“ Bertha von Suttners Kampf fĂŒr den Frieden

„Die Waffen nieder!“ mit diesem Aufruf hat sich Bertha von Suttner 1889 in den Kampf gegen den Krieg gestĂŒrzt. Mit all ihrer Kraft, ihrer Intelligenz, ihrem Ehrgeiz setzte sie sich fĂŒr den Frieden ein. Schonungslos enthĂŒllte sie die Heuchelei einer Gesellschaft, die den Krieg als BewĂ€hrungsprobe nahm und verherrlichte. DafĂŒr erhielt sie 1905 als erster Frau den Friedensnobelpreis.

Ein Vorbild in Sachen Pazifismus Gedenkrede zum 100. Todestag Bertha von Suttners

Wer war diese Frau? Was kann sie uns heute bedeuten? Warum spricht eine Christin von einer Frau, die sich selbst als antiklerikal verstand? – Diesen Fragen geht Margot KĂ€ĂŸmann in ihrer Gedenkrede nach, die sie im Rahmen des „Gothaer FriedensgesprĂ€chs“ zu Ehren Bertha von Suttner am 28. Juni 2014 in Gotha hielt.

Kurdische Peshmerga im Irak (Foto: U.S. Army by Sgt. Lisa Soy)

Was sind „Friedensoptionen“? Ein Zwischenruf zur aktuellen Pazifismusdebatte

„…dass von Deutschland Friedensoptionen ausgehen und nicht Waffenlieferungen“, wĂŒnscht sich Margot KĂ€ĂŸmann. Das klingt gut. Denkt man jedoch genauer ĂŒber den Halbsatz nach, kommt man ins GrĂŒbeln: Was genau sind die „Friedensoptionen“, die hier als Alternative zu Waffenlieferungen genannt werden. Und können nicht im Extremfall auch Waffenlieferungen zumindest indirekt Friedensoptionen eröffnen?

Foto: Jörg Winter, Karlsruhe

Auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens Ein Diskussionsbeitrag aus der Evangelischen Landeskirche in Baden

„Richte unsere FĂŒĂŸe auf den Weg des Friedens“ lautet der Titel eines Diskussionspapiers, das die Synode der Evangelischen Landeskirche in Baden als Ergebnis eines zweijĂ€hrigen Konsultationsprozesses 2013 verabschiedet hat. „Krieg scheidet als Mittel der Politik aus und darf nach Gottes willen nicht sein!“, wird darin bekrĂ€ftigt. „In der Konsequenz bedeutet dies, auf militĂ€rische EinsĂ€tze zu verzichten.“