Eugen Drewermann: Luther wollte mehr Der Reformator und sein Glaube

Drewermann entfaltet theologisch und psychoanalytisch die Rechtfertigungslehre Luthers als Antwort auf die Lage des Menschen in der Welt. Insofern unterliege sie keiner zeitlichen oder kulturellen Einschränkung. Luther, getreuer Interpret Jesu, habe jedem Menschen den Glauben erschlossen, in dem er zu einer Person heranreifen könne, „die sich annehmen darf in ihrer Begrenztheit, in ihrer Relativität, in ihrer Gebrochenheit.“ (S. 17) Aus diesem unbegrenzten Vertrauen heraus habe Jesus selbst gelebt.

Persönlichkeitsbildung ist nicht alles Der evangelische Bildungsbegriff auf dem Prüfstand

„Die evangelische Kirche versteht Bildung als Zusammenhang von Lernen, Wissen, Können, Wertbewusstsein, Haltungen (Einstellungen) und Handlungsfähigkeit im Horizont sinnstiftender Deutungen des Lebens“. So formuliert es die EKD-Denkschrift „Maße des Menschlichen“ aus dem Jahr 2005. Aber wie verhält sich ein solcher Bildungsbegriff zur heutigen Realität von Bildungsprozessen, beispielsweise an den Hochschulen?