Theologisches Stichwort: Barmherzigkeit
Was oder wen fanden Sie zuletzt barmherzig? Wann haben Sie zuletzt dieses Wort verwendet? Es scheint aus unserem alltäglichen Wortgebrauch verschwunden zu sein.
Was oder wen fanden Sie zuletzt barmherzig? Wann haben Sie zuletzt dieses Wort verwendet? Es scheint aus unserem alltäglichen Wortgebrauch verschwunden zu sein.
Was haben die beiden Weltkriege, das Jahr 2014 und die Theologie miteinander zu tun? Viel. Drei Buchtitel legen eine Spur.
„Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ lautet der Titel eines Diskussionspapiers, das die Synode der Evangelischen Landeskirche in Baden als Ergebnis eines zweijährigen Konsultationsprozesses 2013 verabschiedet hat. „Krieg scheidet als Mittel der Politik aus und darf nach Gottes willen nicht sein!“, wird darin bekräftigt. „In der Konsequenz bedeutet dies, auf militärische Einsätze zu verzichten.“
Pazifismus ist nicht gleich Pazifismus. Seit dem Aufkommen des Begriffs vor hundert Jahren verbinden sich damit z.T. durchaus unterschiedliche Konzepte. Diese Differenzen reichen bis in die aktuelle friedenspolitische Diskussion. Wodurch zeichnen sich die wichtigsten Strömungen aus? Und wie ist der christliche Pazifismus in diesem Kontext zu verorten?
An Margot Käßmann scheiden sich die Geister. In der deutschen Öffentlichkeit hat sie eine Debatte über Pazifismus losgetreten, die in ihrer Vehemenz aufhorchen lässt. Dabei können ihre Thesen auch als konstruktive Anstöße für die Friedensdebatte genutzt werden.
„…dass von Deutschland Friedensoptionen ausgehen und nicht Waffenlieferungen“, wünscht sich Margot Käßmann. Das klingt gut. Denkt man jedoch genauer über den Halbsatz nach, kommt man ins Grübeln: Was genau sind die „Friedensoptionen“, die hier als Alternative zu Waffenlieferungen genannt werden. Und können nicht im Extremfall auch Waffenlieferungen zumindest indirekt Friedensoptionen eröffnen?
Wer war diese Frau? Was kann sie uns heute bedeuten? Warum spricht eine Christin von einer Frau, die sich selbst als antiklerikal verstand? – Diesen Fragen geht Margot Käßmann in ihrer Gedenkrede nach, die sie im Rahmen des „Gothaer Friedensgesprächs“ zu Ehren Bertha von Suttner am 28. Juni 2014 in Gotha hielt.
„Die Waffen nieder!“ mit diesem Aufruf hat sich Bertha von Suttner 1889 in den Kampf gegen den Krieg gestürzt. Mit all ihrer Kraft, ihrer Intelligenz, ihrem Ehrgeiz setzte sie sich für den Frieden ein. Schonungslos enthüllte sie die Heuchelei einer Gesellschaft, die den Krieg als Bewährungsprobe nahm und verherrlichte. Dafür erhielt sie 1905 als erster Frau den Friedensnobelpreis.