Unsere Erde, der Duft der Blumen und der Gesang der Vögel Bibel und Bild
„Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“ (2. Korinther 12,9)
„Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“ (2. Korinther 12,9)
Über die Zukunft von Religion, Politik und Wissenschaft befragt Hermann Preßler den Religions- und Politikwissenschaftler Michael Blume.
Der Krieg in der Ukraine hat auch die Friedens- und Begegnungsarbeit mit ukrainischen und russischen Gruppen zum Erliegen gebracht. Dennoch versuchen Organisationen und kirchliche Werke Kontakte aufrechtzuerhalten und rufen weiterhin zu Frieden, Versöhnung und Begegnung auf.
Theologische Wortmeldungen nach dem Überfall der russischen Armee auf die Ukraine am 24. Februar 2022 behaupten, dass etwa die EKD vor den Trümmern ihrer Friedensethik stehe. War es also falsch, während der Zeit des kalten Krieges den Rüstungswettlauf kritisch zu sehen oder sogar für ein „Frieden schaffen ohne Waffen“ einzutreten?
Kaum hatten die ersten russischen Panzer die Grenze zur Ukraine bzw. die Demarkationslinien in der Ukraine überschritten, schon wurden weitreichende Konsequenzen für die Sicherheitspolitik und auch die (evangelische) Friedensethik gefordert. Eine militärische Aggression in Europa schien so unvorstellbar, dass jetzt grundlegende Kategorien in Frage gestellt zu sein schienen.
Russland legitimiert den seit Februar geführten Angriffskrieg gegen die Ukraine damit, dass das Land von „Faschisten“ befreit werden müsse. Dieses Feindbild hat in Russland eine lange Geschichte – ebenso wie die russische Unterdrückung des nationalen Bewusstseins der Ukrainer.
Die schrecklichen Nachrichten über die Ereignisse in der Ukraine überschlagen sich. Die Bilder sind grausam. Das Leid der Betroffenen ist unerträglich. Die Situation macht sprachlos. Sie konfrontiert uns mit der schmerzlichen und bohrenden Frage, wie Gott dieses Leid nur zulassen kann.
Heute kaum vorstellbar, aber zeitweise gab es einen Diskurs, ob es „Böses“ überhaupt gäbe. Doch nicht erst die Katastrophen des 20. Jahrhunderts oder die jüngste Konjunktur des Begriffs im Feuilleton lassen die Frage nach dem Bösen stellen. Was ist theologisch von den biblischen Quellen her zu sagen?