Editorial: Sterbehilfe Ausgabe 4/2017

was fällt Ihnen spontan zum Stichwort „kurz und schmerzlos“ ein? Vielleicht der gleichnamige Kriminalfilm der in den 90-er Jahren sein Debüt gab? Oder der Frisörsalon im verrückten Schanzenviertel in Hamburg-Eimsbüttel? Vielleicht kommt Ihnen aber auch die Frage in den Sinn, wie Ihr Lebensende einmal aussehen soll? Kurz und schmerzlos, und vor allem – keinem zur Last fallen. Das wäre meine Antwort.

Sterbehilfe darf kein Geschäft werden

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese erläutert den von ihr mitverantworteten Gesetzesentwurf, der im Vorfeld der Abstimmung von über 200 weiteren Bundestagsabgeordneten unterstützt wurde. Er soll vor allem verhindern, dass die Beihilfe zur Selbsttötung (assistierter Suizid) zu einem Dienstleistungsangebot der gesundheitlichen Versorgung wird.

„Bitte töten Sie mich.“ Sterbehilfe aus Sicht einer Patientin

Patienten kommen mit ihren Krankheiten zum Arzt, mit Sorgen und Problemen, mit ihrer Schwäche. Der Arzt scheint dabei in der „stärkeren“ Position zu sein. Oft muss der Arzt sich sehr intensiv in die Patienten hineinversetzen. Ob dessen Gedanken dann genau so sind, wie er es erahnt, weiß kein Mensch. Auch in der im Folgenden beschriebenen Situation wurde sehr viel und sehr lange miteinander geredet und gerungen…

Das Leben bleibt unverrechenbar Warum ich dagegen bin, die (Selbst-)Tötung am Lebensende zu erleichtern

Auch Christen sind in der Frage der Sterbehilfe unsicher: Gibt es nicht Situationen, in denen es ein Akt der Nächstenliebe sein kann, einem anderen Menschen langes Leiden am Lebensende zu ersparen? Der EKD-Ratsvorsitzende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm grenzt verschiedene Formen von „Sterbehilfe“ gegeneinander ab und bewertet sie aus christlich-ethischer Sicht.

Leben als Auftrag Die Seele in der Zerreißprobe ausweglosen Leidens

Die Annahme, man verfüge als Mensch über sich selbst, ist ungeeignet, ein aus eigenem Willen inszeniertes Aus-dem-Leben-Scheiden zu rechtfertigen. Eine den assistierten Suizid anstrebende Person sollte auch danach fragen, ob denn dem eigenen Begehren auch eine wohlmeinende Entlassung aus dem Leben durch die Umwelt zur Seite geht. Ohne sie gefährdet man auch die eigene Seele.